Tod von Renee Nicole Good Nach Todesschüssen von ICE: FBI führt alleinige Ermittlungen
Eine Entscheidung der US-Bundesbehörden sorgt in Minnesota für Unmut: Die Untersuchung des Todes von Renee Nicole Good, die am 7. Januar 2026 von einem ICE-Beamten in Minneapolis erschossen wurde, wird ausschließlich vom Bundeskriminalamt FBI geführt. Die zuständige Behörde des Bundesstaats Minnesota, das Bureau of Criminal Apprehension (BCA), wurde vom Zugang zu den Ermittlungsakten ausgeschlossen, wie Gouverneur Tim Walz bestätigte. Dies wirft Fragen nach Transparenz und Fairness auf.
FBI übernimmt alleinige Leitung – Staat ausgeschlossen
Ursprünglich war vorgesehen, dass BCA und FBI gemeinsam ermitteln. Doch nach einer Intervention der US-Staatsanwaltschaft in den Mittagsstunden desselben Tages zog sich das Bundeskriminalamt zurück. Das BCA erklärte, ohne vollständigen Zugang zu Beweismitteln, Zeugenaussagen und Ermittlungsunterlagen könne es keine unabhängige Untersuchung garantieren, wie sie sowohl nach den Gesetzen von Minnesota als auch von der Öffentlichkeit verlangt werde. Das bedeutet für den Bundesstaat einen Rückschritt in der Bemühung um Aufklärung und Kontrolle polizeilicher Gewalt.
Proteste, Forderungen und politische Reaktionen
Nach dem tödlichen Vorfall hatte die Bundesregierung unter Donald Trump behauptet, die 37-jährige Good habe ihr Auto als Waffe gegen die ICE-Agenten eingesetzt. Allerdings zeigen Videoaufnahmen, dass sie offenbar versuchte, sich vom Tatort zu entfernen, als die Schüsse fielen. Die Nachfragen nach neutraler Aufklärung wachsen, auch weil Good in der queeren und literarischen Community von Minneapolis eine bekannte Figur war.
„Es ist sehr, sehr schwer zu glauben, dass wir jetzt ein faires Ergebnis bekommen, wenn die Staatsbehörden ausgeschlossen sind“, sagte Gouverneur Walz auf einer Pressekonferenz. „Wir sind erschöpft als Minnesotanerinnen und Minnesotaner, erschöpft als Amerikanerinnen und Amerikaner. Dieser Druck auf unser Bundesland ist schlicht grausam.“
Mit diesen Worten forderte Walz mehr Besonnenheit und eine größere Einbindung lokaler Instanzen.
Transparenz und Vertrauen auf dem Prüfstand
Das Vorgehen des FBI steht exemplarisch für die komplexen Zuständigkeiten zwischen Bundes- und Landesbehörden in den USA. Minnesota hatte seit 2020 nach dem Tod von George Floyd einen neuen Standard für unabhängige Ermittlungen gegen den Einsatz tödlicher Polizeigewalt entwickelt. Dass das BCA jetzt außen vor bleibt, trifft auf Widerstand, da Betroffene und Öffentlichkeit ein transparentes Vorgehen erwarten. Bundesweit zeigen vergleichbare Vorfälle, dass das Vertrauen in die Justiz stark mit der Nachvollziehbarkeit von Ermittlungen verknüpft ist.
Der Fall wirft die Frage auf, ob eine unabhängige und gerechte Aufarbeitung ohne die Beteiligung lokaler Ermittlerinnen und Ermittler möglich ist. Für die Zukunft bleibt entscheidend, ob das FBI seine Zusage einer umfassenden Untersuchung und Berichterstattung gegenüber Staats- und Bundesanwalt einhält – und ob daraus strukturelle Konsequenzen für die Zusammenarbeit multilokaler Behörden im gesamten Land erwachsen.