Direkt zum Inhalt
Ablehnung in der Familie
ANZEIGE

Ablehnung in der Familie Neue Studie offenbart Problem vieler LGBTIQ+-Menschen

ms - 07.01.2026 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Eine internationale Studie untersuchte das Wohlbefinden von LGBTIQ+-Personen in verschiedenen Lebensbereichen – Familie, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ablehnung in der Familie bis heute die gravierendsten Auswirkungen auf die Psyche und das Selbstwertgefühl von Homosexuellen und queeren Menschen hat.

Ablehnung im Familienkreis

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlicht werden soll, wurden mehr als 80.000 Menschen in 153 Ländern befragt. Die Forschung wurde in Zusammenarbeit mit UNAIDS und der LGBT Foundation durchgeführt. Sie analysierte, wie LGBTIQ+-Feindlichkeit auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen – in Institutionen, der breiten Gesellschaft und innerhalb der Familie – manifestiert wird. Die Studie, die auf den Ergebnissen des „Global LGBTQ+ Happiness Survey“ basiert, zeigt dabei auf, dass familiäre Ablehnung den größten Schaden bei LGBTIQ+-Personen anrichtet. Weitere Details sollen noch veröffentlicht werden, schon jetzt ist allerdings klar, dass die familiäre Unterstützung ein zentraler Faktor ist, der künftig beim Kampf gegen Homophobie noch stärker im Fokus stehen sollte. 

Auch eine Frage des Geldes 

Des Weiteren belegten die Forscher einen Zusammenhang zwischen LGBTIQ+-Feindlichkeit und sozioökonomischen Benachteiligungen: Je schlechter die wirtschaftliche Lage einer Person ist, desto stärker wird sie diskriminiert. Dieser Zusammenhang ist insbesondere in Ländern mit ausgeprägten wirtschaftlichen Ungleichheiten zu beobachten. Besonders betroffene Regionen sind der Nahe Osten und Nordafrika, wo Befragte das niedrigste subjektive Wohlbefinden zu Protokoll gaben (Durchschnitt: 4,78), gefolgt von Osteuropa und Zentralasien (Durchschnitt: 5,22).

Die Studienergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit, die spezifischen Bedürfnisse von LGBTIQ+-Personen bei der Entwicklung von Anti-Diskriminierungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Die Autoren vom Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) der Universität Aix-Marseille warnen in diesem Zusammenhang davor, dass Queerfeindlichkeit weltweit eine erhebliche Gefahr für das seelische Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von queeren Personen darstellt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Erstes nationales Denkmal

Gedenkstätte auf Friedhof Sihlfeld

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde ein öffentliches Denkmal für die Opfer von Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen eingeweiht.
Rücktritt gefordert

Kirche schweigt nach CSD-Anschlag

Der Passauer Bischof Oster hat bei einer Predigt queere Menschen und Veranstaltungen wie den CSD offen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Aus Scham wird Stärke

Vom Escort zum Tarot-Coach

Ein ehemaliger Gay-Escort macht persönliche Erfahrungen mit Scham und Trauma zum Ausgangspunkt für seine Arbeit mit Tarot.
Instagram greift durch

Heimliche Videos stoppen

Instagram verschärft den Kampf gegen heimliche Aufnahmen mit Smartbrillen und sperrt erstmals Konten mit Millionenpublikum.
Hass-Konferenzen in Afrika

Erweiterte Pläne für 2027

Ein afrikanisches Anti-LGBTIQ+-Netzwerk will seine Aktivitäten 2027 deutlich ausbauen und strebt langfristig Einfluss auf Gesetze an.
"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.