Testament schreiben Fünf wichtige Fakten
Wer ein Testament schreibt, möchte Sicherheit schaffen. Dennoch entstehen viele Missverständnisse, die später zu Streit oder sogar zu Ungültigkeit führen können. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Punkte, die man kennen sollte.
Zunächst ist die Form entscheidend. Ein privates Testament muss komplett handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Viele Menschen schreiben es am Computer und drucken es aus. Das ist ungültig und wird von Gerichten nicht anerkannt. Wer klare Vorgaben oder komplexere Vermögenswerte hat, sollte zudem erwägen, ein notarielles Testament zu verfassen.
Wichtig ist auch die klare Benennung der Erben. Allgemeine Formulierungen wie „meine Familie“ sind auslegungsbedürftig und führen schnell zu Streit. Namen und Verwandtschaftsverhältnisse sollten eindeutig aufgeführt sein. Ebenso relevant: Man kann nicht ohne Weiteres jemanden vollständig enterben, denn nahen Angehörigen steht mindestens der Pflichtteil zu.
Oft unterschätzt wird die Regelung des digitalen Nachlasses. Konten, Social-Media-Profile und Cloudspeicher enthalten zum Teil wertvolle Daten. Ohne klare Anweisungen müssen Angehörige sich mühsam durch AGB und Zugangsrechte kämpfen. Ein separates Dokument mit Zugangsdaten, sicher verwahrt, erleichtert vieles.
Ein weiterer Punkt betrifft gemeinsame Testamente von Paaren. Sie gelten häufig als bindend, auch wenn sich Lebensumstände ändern. Viele wissen nicht, dass sie nach dem Tod eines Partners oft nur eingeschränkt änderbar sind. Eine professionelle Beratung verhindert unangenehme Überraschungen.
Schließlich wird häufig vergessen, das Testament regelmäßig zu aktualisieren. Heirat, Scheidung, Immobilienkauf oder ein Umzug ins Ausland verändern die Ausgangslage. Wer sein Testament alle paar Jahre prüft, stellt sicher, dass es den eigenen Vorstellungen entspricht.
Ein gut abgefasstes Testament spart Angehörigen viel Stress und sorgt dafür, dass der eigene Wille tatsächlich umgesetzt wird.