Direkt zum Inhalt

Premiere in Culver City Historischer Moment in Kalifornien für die Community

Von ms - 16.12.2025 - 14:15 Uhr
Premiere in Culver City
Foto: iStock / Adam Mustafa
ANZEIGE
Loading audio player...

Culver City hat am Montagabend einen historischen Moment erlebt, als der Stadtrat einstimmig seine neuen Führungskräfte wählte. Im Rahmen einer Sitzung vor vollem Haus im Mike Balkman Council Chambers wurden der nächste Bürgermeister, Vizebürgermeister und Stadtmanager der kalifornischen Stadt bestimmt.

Zwei schwule Bürgermeister 

Ratsherr Freddy Puza wurde einstimmig zum Bürgermeister für das Jahr 2026 gewählt. Mit dieser Entscheidung wurde Puza der erste offen schwule Bürgermeister in der 108-jährigen Geschichte von Culver City. Puza, der 2022 erstmals in den Stadtrat gewählt wurde, wird für eine einjährige Amtszeit an einer entscheidenden Stelle in der wachsenden und zunehmend vielfältigen Stadt tätig sein.

An Puzas Seite wurde Ratsherr Bubba Fish zum Vizebürgermeister gewählt. Fish, der 2024 in den Stadtrat gewählt wurde, und Puza bilden nun das erste offen schwule Bürgermeister-Vizebürgermeister-Duo in der Stadt. Dieser Schritt stellt einen weiteren Meilenstein dar und unterstreicht die fortschreitenden Veränderungen im politischen und kulturellen Umfeld Culver Citys. Zudem wurde Odis Jones einstimmig als neuer Stadtmanager gewählt. In seiner Karriere hat Jones insbesondere auf Wirtschaftsentwicklung, öffentliche Finanzen, Organisationsführung sowie große Infrastruktur- und Umgestaltungsprojekte gesetzt. Kollegen hoben besonders seine Schwerpunkte auf Gleichberechtigung, Gemeindebeteiligung und Zusammenarbeit hervor.

Historischer Moment 

Während der Sitzung betonte Puza die Bedeutung dieses historischen Moments und unterstrich die Verantwortung der Stadt, eine inklusivere Zukunft zu gestalten: „Es ist ein neuer Tag für Culver City, und ich freue mich darauf, mit dem neuen Stadtmanager zusammenzuarbeiten, um neue Chancen zu schaffen und die Art und Weise, wie wir in dieser Stadt arbeiten, zu verändern.“

 Er sprach auch offen über die Geschichte Culver Citys als einstige „Sundown Town“ und betonte die Notwendigkeit, sich dieser Vergangenheit zu stellen, während man eine andere Zukunft anstrebt. „Wir dürfen diese Geschichte nicht vergessen. Wir können nicht so tun, als wäre sie nicht passiert. Wir sind nicht verantwortlich für die Sünden der Vergangenheit, aber wir tragen die Verantwortung für die Zukunft, die wir aufbauen.“

Der Begriff „Sundown Town“ wurde im frühen 20. Jahrhundert in einigen Städten geprägt und bezeichnet die damals weit verbreitete Praxis, in der schwarze Menschen nach Sonnenuntergang aus der Stadt vertrieben oder attackiert wurden, oft begleitet von Gewaltandrohungen oder physischen Angriffen. In Culver City, wie in vielen anderen Teilen der Vereinigten Staaten zu dieser Zeit, war der Rassismus tief verwurzelt. 

Ein Stadt für alle 

Puza versicherte weiter, dass die Stadt mit ihren rund 40.000 Einwohnern im Los Angeles County sich entschieden an die Seite von Immigrantenfamilien, LGBTIQ+-Bürgern und Mietern stellen werde. Er betonte, dass die Stadt aktiv die Bürgerrechte und Menschenwürde schützen werde. Seine Worte fanden großen Applaus bei den anwesenden Personen, viele beschrieben den Moment als emotional und längst überfällig. „Jedes unserer Ziele ist darauf ausgerichtet, Stabilität, Zugehörigkeit und Chancen für alle zu gewährleisten, die Culver City ihr Zuhause nennen. Es ist ein neuer Tag in Culver City. Lassen Sie uns diesen Moment mit Mut, Überzeugung und einer vereinten Vision dessen, was diese Stadt werden kann, angehen“, erklärte Puza.

Culver City wurde 1913 vom Immobilienentwickler Harry Culver (1880–1946) gegründet und war ab 1915 vor allem für seine Filmstudios bekannt. Ab 1924 hatte Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) hier seinen Hauptsitz, weitere Filmstudios kamen dazu. Nebst Hollywood mauserte sich die Kleinstadt daher alsbald zum führenden Zentrum der amerikanischen Traumfabrik. Mit dem Ende des Goldenen Zeitalter Hollywoods begann auch der Niedergang Culvers, ab den 1960er Jahren verschwanden schrittweise alle Studios, bevor in den 1990er Jahren Columbia Pictures (später Sony Pictures Studios) in die Stadt kam und hier seinen Hauptsitz gründete.   

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDRegenbogenbank in Berliner Tiergarten nach CSD-Anschlag erneut beschädigttazTürkisches Nachrichtenportal gesperrt: Türkei immer abgehängterDie PresseBei aller Liebe, keinen Sex bitte: Mareike Fallwickls neuer Roman [premium]Frankfurter Allgemeine Zeitung„LGBT-Propaganda“: Warum die Türkei wirklich gegen ein renommiertes Onlineportal vorgehtAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

36 Jahre Deutsche Einheit

Leben nach dem Mauerfall

Vom Mauerfall bis zur Ehe für alle: Für LGBTIQ+-Menschen brachte die deutsche Einheit neue Freiheiten – aber auch unerwartete Rückschritte.
NHL entdeckt „Heated Rivalry“

Schwule Romanze soll Fans locken

Mit der PR-Aktion „Hot for Hockey“ greift die NHL den Erfolg von „Heated Rivalry“ auf – doch die Marketingstrategie stößt bei Fans auf viel Kritik.
Tom Ford zeigt Haut

Männer-Tanga wird Luxusmode

Tom Ford macht den Männer-Tanga zum Luxus-Look: Kreativdirektor Haider Ackermann verbindet in Paris schwulen Sexappeal mit eleganter Herrenmode.
US-Basketball-Coach sagt Ja

Liebe auf den ersten Blick

US-Basketballtrainer Matt Lynch und Cody Aaron haben sich nach mehr als zwei Jahren Beziehung verlobt – die Hochzeit soll 2027 folgen.
Mehr Schutz in Bangladesch

Petition gegen Diskriminierung

Studenten und Aktivisten in Bangladesch fordern mit einer Petition besseren Schutz für LGBTIQ+-Menschen und ein Ende der Diskriminierung.
Abstimmung über die Ehe

Virginias Änderung der Verfassung

Der US-Bundesstaat Virginia stimmt darüber ab, die Ehe für Homosexuelle in seiner Landesverfassung zu schützen. Ein Schritt mit viel Symbolkraft.
Eklat in Österreich

Streit um queere Touristen

Die FPÖ will Pride- und LGBTIQ+-Themen aus Österreichs Tourismuswerbung zurückdrängen – andere Parteien widersprechen.
Am Ende des Regenbogens

Kulturkampf in den Niederlanden

Niederlands Gemeinde Oldebroek will seine LGBTIQ+-Politik abschaffen und sorgt damit landesweit für Schlagzeilen und Entsetzen in der Community.
Mord auf den Philippinen

Militär tötet queere Aktivistin

Die trans* Aktivistin Kai Sorem wurde auf den Philippinen getötet. Die bisherigen Untersuchungen legen eine Vertuschung durch das Militär nahe.