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Gedenken an AnNa R. Heute wäre die Berlinerin 56 Jahre alt geworden

Von ms - 25.12.2025 - 12:00 Uhr
Gedenken an AnNa R.
Foto: IMAGO / Future Image
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Die Sänger und Musikerin AnNa R. wäre heute 56 Jahre alt geworden – viel zu früh verstarb die Ausnahmekünstlerin im März dieses Jahres. Sie fehlt. Und ist bis heute unvergessen. 

Ein besonderes Leben für die Musik 

Geboren als Andrea Neuenhofen im Jahr 1969 in Ost‑Berlin, wurde sie als Sängerin mit dem Duo Rosenstolz bekannt — gemeinsam mit dem Musiker und Produzenten Peter Plate gründete sie die Band Anfang der 1990er Jahre. Zwischen 1991 und 2012 erschienen zwölf Alben des Duos, darunter sehr große Erfolge wie „Das große Leben“. Nach der Auflösung von Rosenstolz blieb AnNa R. künstlerisch aktiv. Unter anderem war sie Teil der Band Gleis 8, trat bei der Band Silly auf und veröffentlichte 2023 ihr Soloalbum „König:in“. Ihr markantes Timbre – oft beschrieben als „klar, kraftvoll und melancholisch“ – machte ihre Stimme unverkennbar und war für viele Fans mehr als Musik: ein Begleiter durch Lebensphasen, Gefühle und Herausforderungen.

Am 16. März 2025 wurde AnNa R. tot in ihrer Berliner Wohnung aufgefunden. Sie wurde 55 Jahre alt. Laut Angaben der Behörden besteht nach Untersuchungen kein Verdacht auf Fremdverschulden — eine Obduktion fand daher nicht statt. Die Nachricht traf Fans und Wegbegleiter tief. Auf der Instagram‑Seite der Künstlerin hieß es: „Das plötzliche, unerwartete Lebensende unserer Freundin und ‚König:in‘ schockiert und verwirrt uns zutiefst.“ 

Eine Stimme für die Community

AnNa R. und Rosenstolz waren weit mehr als eine Popband: Sie galten lange als musikalische Stimme für viele queere Menschen in Deutschland. Mit Songs über Liebe, Akzeptanz, Selbstzweifel und Lebensfreude boten sie Identifikationsräume. Die Themen ihrer Lieder trafen Herzen – vor allem jenen, die sich in einer heteronormativen Gesellschaft nicht immer gesehen fühlten. Die Band engagierte sich zudem auch öffentlich — unter anderem gegen AIDS und für Solidarität. 

AnNa R. war Gründungsmitglied des Kuratoriums der Berliner Aids‑Hilfe. Für ihr Engagement wurden sie und Plate 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Darüber hinaus zeigte AnNa R. mit ihrer künstlerischen Vielseitigkeit, dass Popmusik und gesellschaftliches Bewusstsein kein Widerspruch sein müssen. Mit ihrer Ehrlichkeit, Empathie und Stimme eröffnete sie vielen Menschen – vor allem in der queeren Community – Mut, Zugehörigkeit und Trost.

Musik, Mut und Menschlichkeit

AnNa R. war nicht nur eine Sängerin mit großer Stimme. Sie war ein Symbol für Vielfalt, Liebe und Menschlichkeit. Ihre Musik half Menschen, sich verstanden und gesehen zu fühlen — gerade jene, die anders waren oder anders liebten. Mit ihrem überraschenden Tod haben wir ein Stück LGBTIQ+‑Popkultur verloren. Aber ihr Erbe lebt weiter: in den Liedern, die trösten, empowern und verbinden; in der Erinnerung der Fans; und in der Message: Liebe ist alles – ohne Ausnahme. Für viele bleibt sie daher für immer eine „König:in“ — nicht nur wegen ihrer Stimme, sondern wegen dem, was sie mit Musik und Haltung ausgelöst hat: Gemeinschaft, Hoffnung und Stolz.

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