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Oscar-Preisverleihung 2026 Kaum queere Momente, kaum politische Statements

Von ms - 16.03.2026 - 07:30 Uhr
Oscar-Preisverleihung 2026
Foto: IMAGO / Avalon.red
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Die 98. Academy Awards zeichneten in diesem Jahr nur wenige LGBTIQ+-Künstler aus, dennoch gab es einige Momente, die die queere Community feierten. Drei queere Nominierte gingen mit einer goldenen Statue nach Hause, und eine beeindruckende Performance der queeren Musikerin Brittany Howard sorgte für Aufsehen.

Preise rund um die queere Community 

Die Frontfrau der Band „Alabama Shakes“, Brittany Howard, trat während der Zeremonie mit dem Song „I Lied to You“ auf. Begleitet wurde sie von Shaboozey. Der Auftritt war eine Hommage an den Film „Blood & Sinners“, der den Oscar für die beste Originalmusik gewann und zudem drei weitere Auszeichnungen entgegennahm. In der Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ konnten die „Kpop Demon Hunters“ nicht nur den begehrten Preis gewinnen, sondern auch Mark Sonnenblick, der als Mitautor des Filmsongs „Golden“ mitwirkte, wurde geehrt. Der Song gewann den Oscar für das beste Original-Lied.

Eine Überraschung gab es in der Kategorie „Bester Kurzfilm“, als zwei Filme sich den Preis teilten, darunter „Two People Exchanging Saliva“. Die Regisseurin des Films, Natalie Musteata, bedankte sich in ihrer Rede bei der Academy für die Unterstützung des „queeren“ Films: „Danke an die Academy, dass sie einen Film unterstützt, der seltsam und queer ist und von einer Mehrheit von Frauen gemacht wurde“, sagte Musteata, die den Preis gemeinsam mit ihrer Mitfilmemacherin Alexandre Singh entgegennahm.

Kritik an der Politik Putins

Auch der Dokumentarfilm „Mr. Nobody Against Putin“ wurde ausgezeichnet und gewann den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Der Film beleuchtet die Indoktrinierung von Schulkindern, um die russische Invasion in der Ukraine zu unterstützen. Regisseur David Borenstein sprach in seiner Dankesrede über die Bedeutung des Films und die schleichende Gefahr der Komplizenschaft: „Mr. Nobody Against Putin handelt davon, wie man sein Land verliert“, erklärte Borenstein. „Und was wir bei der Arbeit mit diesem Material gesehen haben, ist, dass man es durch zahllose kleine Akte der Komplizenschaft verliert.“

Gewinner und Verlierer

Gewinner der vergangenen Nacht bei den Oscars ist „One Battle After Another“, der sechs Trophäen gewinnen konnte. Der actiongeladene Streifen von Paul Thomas Anderson, der die Geschichte eines gealterten Revolutionärs (Leonardo DiCaprio) erzählt, konnte nicht nur den Preis für den besten Film gewinnen, sondern auch die Auszeichnung für die beste Regie und den besten Nebendarsteller (Sean Penn glänzte mit Abwesenheit) entgegennehmen. Den zweiten Platz bei den Auszeichnungen sicherte sich der Vampirfilm „Blood & Sinners“, der insgesamt vier Oscars einheimste – angesichts von rekordhohen 16 Nominierungen zwar ein Grund zur Freude, doch mehr wäre denkbar gewesen. Unter den vier Auszeichnungen war auch der Preis für den besten Hauptdarsteller, der an Michael B. Jordan ging. Guillermo del Toros opulente Neuinterpretation von „Frankenstein“ konnte sich in den Nebenkategorien behaupten und gewann insgesamt drei Oscars für Frisuren, Kostüme und Szenenbild. 

Die größte Niederlage musste der Film „Marty Supreme“ einstecken. Der Tischtennis-Film von Josh Safdie, mit Timothée Chalamet in der Hauptrolle, war in neun Kategorien nominiert, ging jedoch ohne einen einzigen Oscar nach Hause. Auch die mehrfach nominierten Filme „Bugonia“, „The Secret Agent“ und „Train Dreams“ konnten keine Auszeichnungen erzielen. Das Historiendrama „Hamnet“ musste sich mit einer einzigen Auszeichnung begnügen, die für die beste Hauptdarstellerin, Jessie Buckley.

Premieren bei den Oscars

Die diesjährigen Academy Awards boten auch drei bemerkenswerte Premieren: Zum ersten Mal in der Geschichte wurde eine Frau, Autumn Durald Arkapaw, mit dem Oscar für die beste Kamera ausgezeichnet. Sie war die Kamerafrau des Films „Blood & Sinners“. Zudem holte der K-Popsong „Golden“ erstmals den Preis für den besten Filmsong – ein historischer Sieg für die K-Pop-Industrie. Erstmals wurde ein Preis in der neuen Kategorie „Bestes Casting“ (One Battle After Another) vergeben. Die Zeremonie selbst verlief größtenteils ereignislos. Moderator Conan O’Brien versorgte das Publikum zwar mit einigen bissigen Witzen gegen Trump, blieb aber wenig in Erinnerung. Auch politische Statements suchte man weitestgehend vergebens am gestrigen Abend. 

Die Sieger im Überlick

Bester Film: “One Battle After Another“

Beste Regie: Paul Thomas Anderson (One Battle After Another)

Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley (Hamnet)

Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan (Blood & Sinners)

Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan (Weapons)

Bester Nebendarsteller: Sean Penn (One Battle After Another)

Bestes Originaldrehbuch: Ryan Coogler (Blood & Sinners)

Bestes adaptiertes Drehbuch: Paul Thomas Anderson (One Battle After Another)

Bester internationaler Film: “Sentimental Value” (Joachim Trier)

Beste Kamera: “Blood & Sinners” (Autumn Durald Arkapaw)

Bester Animationsfilm: “KPop Demon Hunters” (Maggie Kang, Chris Appelhans, Michelle L.M. Wong)

Bester Dokumentarfilm: “Mr. Nobody Against Putin” (David Borenstein, Pavel Talankin, Helle Faber, Alžběta Karásková)

Bester Dokumentar-Kurzfilm: “All The Empty Rooms” (Joshua Seftel, Conall Jones)

Beste Filmmusik: „Blood & Sinners“ (Ludwig Göransson)

Bester Song: “Golden” aus “KPop Demon Hunters” (EJAE, Mark Sonnenblick, Joong Gyu Kwak, Yu Han Lee, Hee Dong Nam, Jeong Hoon Seo, Teddy Park)

Bester Schnitt: “One Battle After Another” (Andy Jurgensen)

Bester Ton: “F1” (Gareth John, Al Nelson, Gwendolyn Yates Whittle, Gary A. Rizzo, Juan Peralta)

Beste visuelle Effekte: “Avatar: Fire And Ash” (Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon, Daniel Barrett)

Bestes Szenenbild: “Frankenstein” (Tamara Deverell, Shane Vieau)

Bestes Casting: “One Battle After Another” (Cassandra Kulukundis)

Bestes Kostümdesign: „Frankenstein“ (Kate Hawley)

Bestes Make-up und Beste Frisuren: “Frankenstein” (Mike Hill, Jordan Samuel, Cliona Furey)

Bester Kurzfilm: “The Singer” (Sam A. Davis, Jack Piatt) und “Two People Exchanging Saliva” (Alexandre Singh, Natalie Musteata)

Bester animierter Kurzfilm: “The Girl Who Cried Pearls” (Chris Lavis, Maciek Szczerbowski)

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