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Festnahme von queeren Jugendlichen
Foto: iStock / allanswart
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Festnahme von Jugendlichen Ein "schwules Outfit" reichte für die Inhaftierung in Kamerun

ms - 01.12.2025 - 13:00 Uhr
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Kaum konnten vier schwule Männer nach über einem dreiviertel Jahr Gefangenschaft aus der Haft befreit werden, hat Kamerun erneut mehrere Homosexuelle inhaftiert – dieses Mal sind zehn Jugendliche in Bafoussam im Westen des Landes davon betroffen. 

Festnahme von korrupten Polizisten 

Die Minderjährigen wurden bei einer Geburtstagsfeier eines Freundes offenbar von der Polizei festgenommen. Laut Augenzeugen wurde die Gruppe von Männern festgehalten, die nur als „Uniformierte“ bezeichnet wurden. Sie verhafteten die Jugendlichen wegen ihrer Kleidung und ihres Erscheinungsbildes und forderten anschließend Geld für ihre Freilassung. Offenbar war das Outfit der jugendlichen Gruppe für die Beamten „zu schwul“ – ein klassischer weiterer Fall von Willkür innerhalb der Polizeibehörden im zentralafrikanischen Land. 

In diesem Fall schaltete sich die kamerunische Menschenrechtsgruppe Transamical sofort ein und nahm Kontakt zu den Verantwortlichen auf: Nach langen Verhandlungen wurden die Jugendlichen jetzt gegen eine Zahlung von 50.000 FCFA freigelassen, umgerechnet rund 77 Euro – das entspricht einem durchschnittlichen halben Monatslohn. „Dieser Vorfall steht exemplarisch für eine in Kamerun wiederkehrende Praxis: Willkürliche Festnahmen und Erpressungen, die sich gegen LGBTIQ+-Personen richten und oft von Personen durchgeführt werden, die sich als Strafverfolgungsbeamte ausgeben oder tatsächlich welche sind. Diese Praktiken verstärken das Klima der Angst und Unsicherheit, in dem LGBTIQ+-Gemeinschaften leben, besonders in Provinzstädten.“

Verwundbarkeit der Community

Glücklicherweise konnte in diesem Fall die queere Organisation schnell eingreifen und helfen, der Fall zeige jedoch die „hohe Verwundbarkeit von LGBTIQ+-Menschen gegenüber Übergriffen“ und die Notwendigkeit verstärkter juristischer Arbeit, um die grundlegenden Rechte von Homosexuellen besser zu schützen. Homophobie ist in Kamerun unter seinen rund 29 Millionen Einwohnern tief verwurzelt und noch immer weit verbreitet. Diskriminierungen, gewalttätige Angriff und willkürliche Verhaftungen inklusive monatelanger Gefängnisaufenthalte ohne Rechtsbeistand sind Alltag. Nach dem Anti-Homosexuellen-Gesetz im Land wird gleichgeschlechtlicher Sex mit fünf Jahren Haft bestraft. 

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