Elton John ist stinksauer Nach Kürzungen im Bereich HIV müsse der Kampf weiter gehen
Musiklegende Elton John (78) ist stinksauer! In einem Interview mit der Zeitschrift „Variety“ betonte er jetzt seine große Frustration und Wut über die aktuellen politischen Entwicklungen im Kampf gegen HIV und AIDS. Der Gründer der Elton John AIDS Foundation (EJAF) sieht mit großer Sorge, wie milliardenschwere Kürzungen und politische Entscheidungen die weltweiten Fortschritte in der HIV-Forschung und Behandlung gefährden.
Wütend, aber nicht ohne Hoffnung
John ist seit vielen Jahren im Einsatz gegen HIV, doch zuletzt wuchs seine Enttäuschung immer mehr: „Ich bin wütend. Es ist wirklich frustrierend, wenn man die Werkzeuge hat, um das alles zu beenden, und dann feststellt, dass die Länder einem nicht helfen.“ Viele Staaten haben ihre finanziellen Zahlungen für weltweite HIV-Projekte wie den Global Fonds oder UNAIDS-Programme zuletzt massiv gekürzt, darunter die USA, Großbritannien aber auch Deutschland. Der Popstar, der immer wieder trotzdem seine Hoffnung auf politische Unterstützung betont, nennt insbesondere die Politik der USA unter Präsident Donald Trump als sehr problematisch.
Obwohl Trump bereits 2019 angekündigt hatte, HIV bis 2030 „auszurotten“, sprechen die jüngsten politischen Entscheidungen eine andere Sprache. „Es macht mich wütend, wenn man die Fortschritte der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung sieht und dann feststellt, dass das große Ziel – die vollständige Heilung von HIV – in Gefahr ist“, fügte John hinzu. Trotz seines Frustes sieht der Musiker allerdings noch immer Chancen, HIV zu besiegen: „Wenn Trump sich wirklich als einer der größten Präsidenten der Geschichte in die Annalen eintragen möchte, sollte er sich darauf konzentrieren, AIDS zu besiegen. Das wäre ein wirklich stolzer Moment für ihn.“
„Wir riskieren, alles zu verlieren“
Im weiteren Gespräch betonte John überdies immer wieder, wie wichtig es ist, dass Regierungen Verantwortung übernehmen und weiter in die Bekämpfung von HIV und AIDS investieren. „Es ist einfach nicht zu fassen, dass es in einem so wichtigen Bereich so wenig Unterstützung gibt, besonders, wenn wir so weit gekommen sind. Wir dürfen einfach nicht aufgeben. Es gibt immer noch Millionen von Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, und wenn wir jetzt nachlassen, riskieren wir, alles zu verlieren, was wir erreicht haben.“ Die Elton John AIDS Foundation hat in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 650 Millionen US-Dollar gesammelt, doch John gab zu bedenken: „Es gibt noch viel zu tun. Wenn es keinen Dialog gibt, könnte es viel länger dauern, als wir alle hoffen.“
Unterstützung durch die Familie
John selbst kämpft derzeit mit gesundheitlichen Problemen, allen voran einer teilweisen Erblindung sowie anhaltenden Knieproblemen. Mutlos sei er trotzdem nicht, weder durch seine eigene Lage noch durch den Blick auf die Welt – seine Familie und seine Freunde seien für ihn die größte Unterstützung: „Ich habe eine wunderbare Familie; ich habe zwei fantastische Kinder; ich habe ihn“, so John mit einem Blick zu seinem Ehemann David Furnish. „Paul McCartney ruft mich über FaceTime an, um zu wissen, wie es mir geht. Es ist wirklich wunderbar. Die Liebe, die ich von ihm, von Pete Townshend und Mick Jagger erhalten habe, ist fantastisch. Ich bekomme E-Mails von Keith Richards, der mir schreibt: 'Hallo, mein Lieber, wie geht es dir? Du weißt, dass wir dich lieben.' Das bringt mich zum Lächeln“, sagte er dankbar. Und so bekräftigt er abschließend: „Wir müssen weiterkämpfen, um die Fortschritte zu sichern, die wir gemacht haben. Denn das, was wir erreicht haben, ist noch lange nicht genug!“