Direkt zum Inhalt
Zeitenwende in Italien

Zeitenwende in Italien Erster Berufsverband verbietet homophobes Mobbing

ms - 27.11.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

In Zeiten, in denen Homosexuelle in Italien immer wieder durch die Regierung angegriffen werden, ist der neue Beschluss eines der größten Verbände im Bereich Landwirtschaft ein mutiger Schritt: Der Berufsorden hat ein explizites Verbot von Homophobie und von homophober Belästigung im Berufsrecht festgeschrieben. 

Historischer Vorstoß 

Der Nationale Verband der Agrartechniker (Cnpapal) hat einen Schritt vollzogen, den sein Präsident Mario Braga als „historisch“ bezeichnet: Erstmals in Italien verankert eine Berufsvereinigung klare, verpflichtende und sanktionierbare Regeln gegen Belästigung, Diskriminierung und homophobes Verhalten am Arbeitsplatz im eigenen Berufsethikkodex. Die Neuerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die öffentliche Debatte über die Rechte von LGBTIQ+-Personen und über den Schutz von Arbeitnehmern vor psychischer Gewalt und Mobbing zunimmt.

Wie der Cnpapal mitteilt, führt der neue Kodex drei zentrale Ergänzungen ein, die die Verantwortung der Berufsträger erweitern und den Schutz von Menschen in beruflichen Kontexten stärken. Die Bestimmungen sind verbindlich – Verstöße können zu disziplinarischen Maßnahmen führen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Pflicht zur Erkennung und Meldung von Mobbing, die Übernahme europäischer und nationaler Antidiskriminierungsregeln sowie die explizite Einführung eines Verbots homophober Handlungen – ein Novum in der Geschichte italienischer Berufsordnungen. Der Kodex geht damit über die bloße Bestrafung von Fehlverhalten hinaus: Er verlangt von Mitarbeitern in der Branche einen aktiven Einsatz gegen Belästigung und Diskriminierung.

Braga betonte dazu stolz: „Wir sind der erste italienische Berufsverband, der den Schutz vor Belästigungen, Diskriminierung und Homophobie klar und verpflichtend aufnimmt. Unser Beruf macht einen Schritt nach vorn: Wer arbeitet und wer sich uns anvertraut, muss wissen, dass wir die Würde, Sicherheit und den Respekt aller Menschen und jeder einzelnen Person verteidigen. Es ist eine klare, zivilisatorische Entscheidung, die uns an jedem Ort und in jeder Beziehung auszeichnen muss, auch in unserer Funktion als Fachleute.“

Freude bei queeren Verbänden 

LGBTIQ+-Verbände in Italien begrüßten die neuen Regelungen ausdrücklich und erklärten, dass die Aufnahme eines expliziten Verbots homophober Handlungen in ein Berufsethikdokument einen wichtigen Wendepunkt darstelle – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass gerade in der italienischen Berufswelt die Rechte von queeren Menschen bisher selten von großer Bedeutung waren. Die Hoffnungen sind groß, dass dieser erste Schritt eine neue Ära im italienischen Berufsrecht markieren könnte. Final muss das Justizministerium den Kodex noch bestätigen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Morddrohungen per Social Media

Sicherheitsdienst erstmals dabei

Der Kölner Pfarrer Tim Lahr hat in seiner Kirche eine queere Party mit Dragqueens organisiert und sieht sich deshalb massiven Bedrohungen ausgesetzt.
Starkes Signal zum Jubiläum

Historischer Moment für Stadt

Councillor Stephen Holroyd wurde zum Lord Mayor von Leeds gewählt. Sein Mann übernimmt die Rolle des Lord Mayor’s Consort für das kommunale Jahr.
Pfingsten für Schwule

Fleischsalat, Flirts, Fiesta

Pfingsten? Was feiern wir da noch einmal? Für schwule Jungs gibt es viele Möglichkeiten zwischen Flirts und sexy Frühlingserwachen.
Sex-Studie geht viral

Neue Debatte über schwule Männer

Eine alte Studie über das Sexualverhalten schwuler Männer sorgt erneut für Diskussionen in sozialen Netzwerken. Wie viel Sex haben wir wirklich?
Nackte Tatsachen

Arsenal-Profi Piero Hincapié

Ein kurioser Zwischenfall bei einem Premier-League-Spiel von Arsenal sorgt derzeit international für Aufmerksamkeit, gerade unter schwulen Jungs.
Kritik an Trump Mobile

Ein Smartphone vom US-Präsidenten

Das erste Smartphone von Trump Mobile steht noch vor dem offiziellen Verkaufsstart massiv in der Kritik und sorgt für Heiterkeit.
Großbritannien stärkt LGBTIQ+

21 Millionen für queere Projekte

Die britische Regierung kündigt neue Millionenhilfen für LGBTIQ+ weltweit an und will ihre internationale Rolle in der Gleichstellungspolitik ausbauen
Dating ohne Wischen

Bumble setzt auf KI

Die Dating-Plattform Bumble will die bekannte Swipe-Funktion abschaffen und künftig verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen.