Direkt zum Inhalt
ANZEIGE

Neue HIV-Kampagne Steigende HIV-Zahlen sind auch für Deutschland eine Gefahr

ms - 12.11.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

In dieser Woche startete die neue Kampagne „Gemeinsam. Gerade jetzt.“, ein Projekt zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember, ins Leben gerufen von mehreren Fachverbänden, allen voran dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sowie der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS). Das Ziel sei es dabei, ein „deutliches Zeichen gegen das zunehmend polarisierte gesellschaftliche Klima“ zu setzen. Bundesregierung und Gesellschaft werden dabei zu einem entschlossenen Handeln aufgefordert. 

Vergessen und stigmatisiert 

Das große Problem: Das Thema HIV scheint immer mehr in Vergessenheit zu geraten, auch politisch, nachdem zuletzt die US-Regierung die Gelder im Bereich Forschung und Prävention stark zurückgefahren hat – und die Entwicklungshilfe im Rahmen von USAID ganz beendet wurde. Nach Schätzungen von UNAIDS werden bei anhaltenden Kürzungen in den nächsten vier Jahren rund vier Millionen Menschen deswegen an Aids sterben und sich sieben weitere Millionen dadurch bis 2029 neu mit HIV infizieren. 

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit dazu: „HIV-positive Menschen haben ein Recht auf medizinische Versorgung und ein Leben ohne Stigmatisierung und Diskriminierung. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit dieser Kampagne ein. Wir dürfen außerdem nicht vergessen: Viren kennen keine Grenzen. Wenn die Zahl von HIV-Infektionen und Aids-Erkrankungen wieder zunimmt, wird sich das auch in Deutschland zeigen. Deshalb muss der globale Einsatz gegen HIV bestehen bleiben.“ Laut dem Robert Koch-Institut gibt es derzeit rund 97.000 Menschen mit HIV in der Bundesrepublik, rund 8.200 Personen wissen nichts von ihrer Infektion. Zuletzt stiegen die Fallzahlen bei schwulen und bisexuellen Männern wieder leicht an. 

Mehr Solidarität weltweit 

Anne von Fallois, Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung, erklärte zudem: „Angesichts der aktuellen Bedrohung von Leben und Gesundheit vieler Menschen stellen wir die ursprüngliche Kernbotschaft des Welt-Aids-Tages in den Vordergrund: Solidarität. Die Welt könnte Aids bis 2030 beenden – wir haben das Wissen und die Mittel dafür. Jetzt aber müssen wir wieder für das Nötigste kämpfen. Dazu tragen wir an vielen Orten ganz konkret bei. Aber am Ende trifft die Politik die Entscheidungen über Gelingen oder Scheitern der globalen Maßnahmen gegen HIV.“

Die neue Kampagne will mittels Plakaten die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft für HIV und Aids steigern. „Stell dir vor, eine Pandemie bedroht die Welt und die Welt schaut weg“, so eine der zentralen Fragen. Menschen werden dazu eingeladen, sich in die Lage anderer Personen, Betroffener, HIV-Positiver und Mitglieder der Community hinzuversetzen, die besonders stark unter Diskriminierung und Anfeindungen leiden. Die Fachverbände weisen in diesem Zusammenhang überdies daraufhin, dass bis heute in der deutschen Bevölkerung noch immer vielerorts irrationale Berührungsängste gegenüber Menschen mit HIV existieren. In der Studie „Positive Stimmen 2.0“ berichteten zuletzt 95 Prozent der HIV-positiven Befragten von diskriminierenden Erfahrungen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.