Direkt zum Inhalt
Fahnenstreit in der Kirche
ANZEIGE

Fahnenstreit in der Kirche Darf die Pride-Flagge bei Protestanten gehisst werden?

ms - 11.11.2025 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Erneut gibt es in Deutschland offenbar einen Streit um die Regenbogenfahne, dieses Mal allerdings nicht mit Bezug auf staatliche Gebäude und Einrichtungen, sondern in der evangelischen Kirche. Bei der Synode der Evangelischen Kirche in Dresden (EKD) wird genau darüber derzeit gestritten. 

Pride-Flagge als politisches Symbol?

Dabei steht folgende Frage im Raum: Darf die Regenbogenfahne an der Kirche hängen? Grundsätzlich laut den kircheneigenen Regeln von 1947 ist an den Gebäuden nur die Kirchenfahne mit dem violetten Kreuz auf weißem Grund erlaubt. Hintergrund der strengen Regeln sind Lehren aus dem Nationalsozialismus – es sollte damit verhindert werden, dass an Kirchen jemals wieder politische Flaggen gehisst werden können.  

Die Regenbogenflagge indes ist heutzutage in vielen Kirchengemeinden zu sehen, zumeist gerade während des Pride-Monats im Sommer als Zeichen der Verbundenheit mit der queeren Community sowie aber auch als universelles Zeichen für Frieden. Die Ratsvorsitzende der EKD, Kirsten Fehrs, erklärte dazu, dass die Regeln von 1947 „schon seit Langem nicht mehr so praktiziert“ werden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Ihr Vorschlag ist daher die Aufhebung dieser Regularien. Gerade die Regenbogenfahne sei dabei ein „Symbol für Vielfalt“ und zeige das „kirchliche Selbstverständnis“.

Stärkung der Kirchenflagge 

Dagegen regt sich jetzt allerdings massiv Widerstand – die Kritiker fordern nicht nur eine Beibehaltung der Richtlinien, sondern darüber hinaus ein neues Kirchengesetz, dass die Kirchenfahne stärkt. Andere Flaggen sollen nur dann noch gehisst werden dürfen, wenn sie der „Darstellung der Kirche in der Öffentlichkeit“ dienen und dem „Auftrag der Kirche nicht widersprechen“, so der Staatskirchenrechtler Michael Germann und der Kirchenjurist Hans-Tjabert Conring in ihrem Antrag. Ob die Pride-Fahne dann diese Voraussetzungen erfüllen würde, dürfte zu weiteren Debatten führen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mehr Hochzeiten in Brasilien

Studie belegt „Bolsonaro“-Effekt

Nach Bolsonaros Wahl 2018 heirateten gleichgeschlechtliche Paare in Brasilien deutlich häufiger – aus Sorge um ihre Rechte, so eine neue Studie.
Schweiz plant Verbot

Konversionstherapie im Fokus

Die Schweiz unterstützt ein landesweites Verbot von Konversionstherapien und will damit unterschiedliche Regeln der Kantone vereinheitlichen.
Massenverhaftung in Kamerun

Prozessauftakt heute in Douala

Bei einer Razzia in Douala in Kamerun wurden 68 Männer wegen mutmaßlicher Homosexualität festgenommen, neun von ihnen sitzen weiter in Haft.
25 Jahre nach „Bloody Pride“

Hunderte demonstrierten in Belgrad

25 Jahre nach der gewaltsamen ersten Belgrade Pride demonstrierten am Wochenende Hunderte in Serbiens Hauptstadt für LGBTIQ+-Rechte.
Große Trauer in Tucson

Tödliche Schüsse vor Schwulen-Bar

Nach einem tödlichen Hassverbrechen vor einer Schwulen-Bar in Tucson trauerten nun rund 1.000 Menschen bei einer Mahnwache um die zwei schwulen Opfer.
202 Fragen zum Aktionsplan

Forderung nach Zielen und Geld

Der LSVD+ Bayern fordert von der Staatsregierung mehr Verbindlichkeit, Geld und Beteiligung bei der Umsetzung des Aktionsplans Queer.
Neuer Kurs nach CSD-Attentat

Überarbeitung des Aufenthaltsrechts

Die Union will Ausweisungen ausländischer Straftäter erleichtern, wenn ihre Taten frauen-, queer- oder christenfeindlich motiviert sind.
Gedenkstätte verwüstet

Bank und Gedenkbaum demoliert

Der Gedenkbaum für die Opfer des Berliner CSD-Anschlags ist aus dem Boden gerissen worden, zuvor war bereits die Regenbogenbank verwüstet worden.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Erste Reaktionen nach AfD-Sieg

Die AfD gewinnt Sachsen-Anhalts Landtagswahl deutlich, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Wie es weitergeht, ist derzeit völlig offen.