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Ende für schwule Dating-App Archer wird eingestellt, Millionen-Investition in Sniffies

Von ms - 12.06.2026 - 12:00 Uhr
Schwule Dating-App wird eingestellt
Foto: IMAGO / Zoonar
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Die Match Group zieht bei ihrer schwulen Dating-Plattform Archer den Schlussstrich. Das Unternehmen, zu dessen Portfolio unter anderem Tinder und Hinge gehören, hat angekündigt, die App einzustellen. Gleichzeitig hat sich der Konzern bereits neu im Markt positioniert und vor wenigen Wochen eine Investition in einen der derzeit bekanntesten Grindr-Konkurrenten bekanntgegeben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Match Group beendet den Betrieb der schwulen Dating-App Archer.
  • Archer wurde 2023 speziell für schwule und bisexuelle Männer eingeführt.
  • Die Plattform sollte sich stärker auf langfristige Beziehungen als auf spontane Begegnungen konzentrieren.
  • Wenige Wochen vor dem Aus kündigte Match Group eine Investition von 100 Millionen US-Dollar in Sniffies an.
  • Archer erreichte im ersten Jahr rund 685.000 Downloads.
  • Marktführer Grindr kam im gleichen Zeitraum auf rund 10 Millionen Downloads.
  • Sniffies verzeichnet nach Unternehmensangaben etwa drei Millionen aktive Nutzer pro Monat.

Langfristig keine langfristigen Beziehungen

Archer war während des Pride Monats 2023 vorgestellt worden und richtete sich gezielt an schwule und bisexuelle Männer. Anders als viele etablierte Angebote im Segment sollte die Plattform nicht in erster Linie auf schnelle sexuelle Verabredungen ausgerichtet sein. Stattdessen setzte Archer auf die Vermittlung längerfristiger Beziehungen. In diesem Bereich traf die App jedoch auf einen Markt, in dem bereits etablierte Dienste wie Grindr, Scruff und Jack'd um Nutzer konkurrieren. Nach drei Jahren beendet die Match Group nun das Projekt.

Parallel zum Aus von Archer hat die Match Group ihre Position im Markt für schwule Dating-Angebote neu ausgerichtet. Erst vor wenigen Wochen kündigte das Unternehmen eine Investition von 100 Millionen US-Dollar in die Plattform Sniffies an. Sniffies ist derzeit ausschließlich als Webangebot verfügbar und hat sich vor allem auf spontane Treffen zwischen schwulen und bisexuellen Männern spezialisiert. Mit dem Einstieg bei Sniffies verfolgt die Match Group offenbar das Ziel, ihre Stellung in dem stark umkämpften Marktsegment auszubauen. Die Entwicklung der Nutzerzahlen dürfte dabei eine wichtige Rolle gespielt haben.

Deutliche Unterschiede bei den Reichweiten

Archer konnte nach Angaben des Unternehmens im ersten Jahr nach dem Start rund 685.000 Downloads verzeichnen. Damit blieb die Plattform deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zum Vergleich: Marktführer Grindr erreichte im gleichen Zeitraum rund zehn Millionen Downloads. Bei Sniffies stellt sich die Ausgangslage deutlich günstiger dar. Zwar verfügt die Plattform aktuell über keine App mehr, nachdem diese wegen Verstößen gegen geltende Bestimmungen aus den App-Stores entfernt worden war. Dennoch verzeichnet das Angebot nach Unternehmensangaben rund drei Millionen aktive Nutzer pro Monat. Mit der Schließung von Archer und der gleichzeitig angekündigten Beteiligung an Sniffies setzt die Match Group damit künftig stärker auf eine bereits etablierte Plattform im Bereich schwuler  Dating-Angebote. Böse Zungen online merkten dabei an, dass das Ende von Archer auch zeige, dass die Mehrheit der Schwulen offenbar weniger Interesse am Aufbau langlebiger Beziehungen denn an schnellen sexuellen Vergnügungen habe. 

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