Direkt zum Inhalt

Neue Razzia in Moskau Stundenlange demütigende Untersuchungen im Club

Von ms - 24.10.2025 - 13:00 Uhr
Neue Razzia in Moskau
Foto: iStock / blinow61
ANZEIGE
Loading audio player...

Erneut ist es in Moskau zu einer Razzia in einem Club mit LGBTIQ+-Publikum gekommen. Die maskierten Ermittler stürmten offenbar schwer bewaffnet eine sogenannte „Kissing Party“ und setzten die Gäste für mehrere Stunden fest. 

Fahndung nach queeren Gästen

Laut dem Newsportal Baza stufte die Behörde die Party allem Anschein nach als „nicht traditionell“ ein und ging deswegen gegen das Event im Nachtclub „Graphite“ im Osten der russischen Hauptstadt vor. Gezielt soll die Polizei dabei nach Menschen Ausschau gehalten haben, die homosexuell oder queer hätten sein können. Man habe demnach nach „ungewöhnlichem Aussehen“ gefahndet. Einem Gast wurde so beispielsweise ein rosafarbener Gürtel weggenommen, weil dieser als „zu unmännlich“ angesehen wurde.

Während die Polizei auf Rückfrage erklärte, dass bei der Razzia in erster Linie die Suche nach Drogen im Vordergrund gestanden habe, berichtete kurz darauf der Kreml-nahe Sender REN TV, dass gezielt gegen Verstöße des Anti-Homosexuellen-Gesetzes gesucht worden sei. Zudem sei im Rahmen der Definition von LGBTIQ+ als Terrororganisation auch nach „queeren Terroristen“ gefahndet worden. Organisiert worden war die Party demnach von der Gruppe Kissbarclub, eine Eventreihe, die sich selbst als „Dating-Club, der lebhafte Partys organisiert, um Menschen dabei zu helfen, sich in einer angenehmen Atmosphäre zu treffen” beschreibt. Dabei werden Partygänger dazu ermutigt, Fremde bei den Kissing Partys zu küssen. 

Festgehalten und geschlagen 

Einmal mehr soll die Polizei dabei mit brachialer Gewalt gegen die Gäste vorgegangen sein, wie Videoaufnahmen online sowie bei REN-TV als auch bei Baza zeigen. Über vier Stunden lang wurden die Partyleute im Club festgehalten und mehrfach durchsucht und geschlagen – sie mussten dabei die ganze Zeit über mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegen. Nach Zeugenaussagen sollen auch alle Handy untersucht und gegebenenfalls beschlagnahmt worden sein. Ob es zu weiteren Verhaftungen im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen gekommen ist, ist aktuell unklar. Die Gäste selbst durften nach dem mehrstündigen Martyrium die Partylocation verlassen. Anklage wurde gegen die Veranstalter erhoben, sie hätten das Event nicht vorab ordnungsgemäß angemeldet. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

rbb24Razzia in Zentrum für queere Menschen in BerlinDER STANDARDSiebte Staffel von "Temptation Island VIP" auf RTL+: No-Go MikrobikiniRheinische PostWie sicher schwule Paare sich fühlen: „Wir fallen als Familie im Alltag auf“Frankfurter Allgemeine ZeitungGriechenland: Zwölf Migranten bei zwei Bootsunglücken ums Leben gekommenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.
Regenbogen-Steine für alle

Dragqueen rettet LGBTIQ+-Symbol

Nach dem Abriss eines Regenbogen-Zebrastreifens in Miami Beach verkauft eine Dragqueen dessen Pflastersteine nun für den guten Zweck.
Razzia in queerem Zentrum

Protest nach Einsatz in Berlin

Eine Polizeidurchsuchung im queeren Zentrum Casa Kuà in Berlin-Kreuzberg löst Proteste aus. Die Linke kritisiert den Einsatz scharf.
LGBTIQ+-Schutz in der Ukraine

Queere Community bleibt skeptisch

Die Ukraine plant einen besseren Schutz von LGBTIQ+-Menschen. Doch frühere Gesetzesvorhaben und fehlende Partnerschaftsrechte sorgen für Zweifel.
Israel wählt neue Knesset

LGBTIQ+-Rechte unter Druck

Vor der Parlamentswahl in Israel stehen die Zukunft Netanjahus, der Krieg in Gaza und der Schutz von LGBTIQ+-Menschen im Mittelpunkt.
Scharfe Kritik von UN-Experten

Angriffe auf LGBTIQ+ in der Türkei

18 UN-Menschenrechtsexperten verlangen ein Ende der Maßnahmen gegen LGBTIQ+-Aktivisten in der Türkei und warnen vor Einschränkungen der Grundrechte.
Urteil gegen Moldau

EU-Gerichtshof verhängt Geldstrafe

Moldau muss eine LGBTIQ+-Organisation entschädigen, weil Behörden einen Pride-Marsch nach Drohungen von Gegnern eingeschränkt hatten.
Viel Widerstand in Berlin

Rot-Grün-Rote Koalitionspläne

In Berlin wollen Linke, Grüne und SPD gemeinsam regieren. Doch Kritik aus der Bundes-SPD belastet die Gespräche über das Bündnis.
Triumph in Roanne

Mika Brunold dreht das Finale

Mika Brunold gewinnt in Roanne nach Satzrückstand. Für den offen schwulen Schweizer ist es der zweite Challenger-Titel in gut einem Monat.