Direkt zum Inhalt
Ermittlungen zu CSD-Angriff
ANZEIGE

Ermittlungen zu CSD-Angriff Polizei Göttingen geht von einer gezielten Attacke aus

ms - 10.09.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die Polizei Göttingen hat jetzt Stellung genommen zu den bisher vermuteten Anschlagsplänen beim diesjährigen CSD Göttingen Ende August – dabei waren mehrere verbotene Böller auf dem Albaniplatz explodiert und drei Menschen dadurch verletzt worden. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen aufgrund von gefährlicher Körperverletzung auf. Die Polizei bestätigte jetzt, dass die Angriffe mit sehr großer Wahrscheinlichkeit CSD-Teilnehmern gegolten hat. 

CSD-Teilnehmer gezielt ausgesucht

Marco Hansmann, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, erklärte jetzt: „Ich kann heute noch keine Abschlussergebnisse der Ermittlungsarbeit mitteilen, kann aber sagen, dass eine Verbindung mit dem CSD für mich naheliegend ist. Die drei Personen, die durch den Böllerwurf verletzt wurden, waren deutlich als Teilnehmende des CSD erkennbar. Die Motivation der werfenden Person ist entsprechend auch weiterhin unklar. Im Netz kursierende Gerüchte, dass rechte Gruppierungen dafür verantwortlich seien, bestätigten sich durch Erstbefragungen und die andauernde Ermittlungsarbeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.“ 

Polizei nimmt Sachlage ernst 

Zudem bestätigte Hansmann, wie wichtig die Polizei die sachliche Aufarbeitung der Geschehnisse nimmt und dass die Sorgen der Community ebenso sehr ernst genommen werden. „Wir als Polizei sind eine vielfältige Organisation, die jeden Menschen schützt. Es gehört zu unseren Kernaufgaben, die Grundrechte jedes Menschen zu wahren - gleich welcher Herkunft, welchen Glaubens oder eben sexueller Orientierung oder Identität. Hass und Ausgrenzung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz und werden von uns nicht toleriert. Das machen wir auch auf vielfältige Weise immer wieder deutlich und werden auch in Zukunft nicht müde, darauf aufmerksam zu machen“, so der Leiter der Polizei Göttingen. 

Die Beamten haben den CSD bis zur Abschlussveranstaltung begleitet. Anschließend ging die Veranstaltung in ein Straßenfest über, das ebenso von Polizeikräften geschützt worden war. Der Böllerwurf ereignete sich nach dem Ende der Feierlichkeiten während der  Abbauarbeiten des Straßenfestes. Aufgrund der zeitlichen und örtlichen Nähe zum CSD rief die Polizei sofort eine Sonderlage aus und alarmierte auch den Staatsschutz. Der CSD Göttingen fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt, rund 3.000 Menschen waren mit dabei. Während der Veranstaltung war es zu keinen Angriffen gekommen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.
Niederlande sichert Förderung

Hilfe für queere Menschen weltweit

Die Niederlande verlängern die Förderung der COC-Arbeit und sichern damit die internationale Unterstützung für LGBTIQ+-Aktivisten in Krisenregionen.
Streit in britischer Community

Umfrage löst Diskussionen aus

Eine nicht repräsentative Umfrage unter Lesben, Schwulen und Bisexuellen sorgt derzeit für viel Kritik und Streit in Großbritannien.