Direkt zum Inhalt
Neue Eskalation in Ungarn

Neue Eskalation in Ungarn Der CSD im Oktober in Pécs wurde untersagt

ms - 08.09.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Ungarn bleibt hart – nach dem Verbot der Pride-Parade in Budapest im Juni dieses Jahres gehen die Behörden nun erneut gegen einen CSD im Land vor: Die für Oktober geplante Pride-Parade in der historischen Stadt Pécs im Süden Ungarns wurden nun ebenso verboten.

Hoffnung auf queere Unterstützung

Das CSD-Team des Vereins Diverse Youth Network erklärte über die sozialen Medien: „Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen!“ Trotz des „schweren Schlags“ wolle man an den Plänen für eine Demonstration in der 140.000 Einwohner großen Stadt nahe der kroatischen Grenze festhalten. Die Hoffnung ist nun groß, dass ähnlich wie in Budapest eine große internationale Community nun auch hier das Vorhaben unterstützt. Erste queere Vereine in Österreich organisieren bereits Busse nach Pécs, darunter auch die LGBTIQ+-Gruppen aus der Partnerstadt Graz. 

Zur verbotenen Budapest Pride im Juni waren rund 200.000 Menschen gekommen, darunter auch zahlreiche europäische Politiker und Abgeordnete des EU-Parlaments. Budapests Bürgermeister Gergely Karácsony hatte zuvor den CSD zu einer Stadtveranstaltung umdefiniert, sodass das Verbot nicht direkt greifen konnte. Trotzdem läuft aktuell ein Verfahren gegen den 50-jährigen Stadtvater

Scharfes Verbotsgesetz seit dem Frühjahr 

Seit April dieses Jahres sind in Ungarn Pride-Paraden und CSDs in der Öffentlichkeit landesweit verboten – als Begründung wurde einmal mehr argumentativ der Schutz der Kinder herangezogen. Eingebettet ist das Verbot in das Anti-Homosexuellen-Gesetz, das seit 2021 bereits existiert und jedwede öffentliche Darstellung von Homosexualität untersagt, auch in den Medien. Menschenrechtsexperten gehen davon aus, dass die Angriffe auf die LGBTIQ+-Community in Ungarn weiter zunehmen werden

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Dunkelfeldstudie Deutschland

Gewalt wird zumeist nie angezeigt

Weniger als 10 Prozent aller Gewalttaten werden in Deutschland angezeigt, so die neue Dunkelfelstudie. Besonders betroffen sind LGBTIQ+-Menschen.
Gefahr für Menschenrechte

Weltweiter Angriff auf LGBTIQ+

Nach Einschätzung der queeren Human Rights Campaign befeuere die US-Politik andere Länder, LGBTIQ+-Menschenrechte verstärkt zu attackieren.
Gay Days Orlando gecancelt

Kein Geld und schwieriges Klima

Unverständnis und Schock in Orlando: Das 35. Jubiläum der Gay Days in Disney World wurde für 2026 kurzfristig und sehr überraschend abgesagt.
Nach Angriff auf Pascal Kaiser

Queerbeauftragte Koch verurteilt Tat

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, hat den Anschlag auf Schiedsrichter Pascal Kaiser als feige und menschenverachtend verurteilt.
Aufregung um Regenbogentreppe

Online-Hetze nach CDU-Statement

Die CDU Arnsberg erlebt aktuell einen Shitstorm, weil sie sich zu Vielfalt bekannt hat. Dem war Vandalismus an einer Regenbogentreppe vorausgegangen.
Neue Anklage in Ungarn

Pécs Pride-Organisator vor Gericht

Seit letztem Jahr sind Prides und CSDs in Ungarn verboten, nach dem Bürgermeister in Budapest wurde jetzt auch Anklage im Fall des Pécs Pride erhoben.
Homosexualität bei Tieren

Russland verbietet Wissenschaft

Homosexualität wurde inzwischen bei über 1.500 Tierarten nachgewiesen. Darüber berichten darf ein Fachverlag aus Russland jetzt trotzdem nicht.