Direkt zum Inhalt

Hilfe für Ukrainer mit HIV Elton John AIDS Foundation finanziert digitales Projekt für ukrainische Flüchtlinge mit HIV in Deutschland mit

Von ms - 21.07.2025 - 15:00 Uhr
Hilfe für Ukrainer mit HIV
Foto: iStock / MicroStockHub
ANZEIGE
Loading audio player...

Die ukrainische Organisationen „100% Life und National HIV“ will zusammen mit deutschen Partnern eine digitale Anlaufstelle für ukrainische Flüchtlinge mit HIV ins Leben rufen. Die Ukraine hat nach Russland die größten Zuwachswerte bei HIV-Neuinfektionen auf dem europäischen Kontinent. Im Land leben bis zu 330.000 Menschen mit dem Virus, der aufgrund seiner vermeintlichen Nähe zur schwulen Community noch immer ein großes Tabu darstellt. Viele Betroffene wissen daher nichts von ihrer Infektion oder verheimlichen sie. 

Mehr Rat und Tat für HIV-Betroffene 

Dazu kommt der Ukraine-Krieg mit Russland, der die Versorgung mit HIV-Medikamenten in Teilen des Landes immer wieder seit 2022 hat zusammenbrechen lassen. Zumindest in Deutschland will man nun verstärkt HIV-infizierten Flüchtlingen aus dem Land beratend helfen und neben medizinischer Versorgung auch psychosoziale Unterstützung bereitstellen. Das Projekt ist aktuell auf zwei Jahre angelegt und wird finanziell von der Elton John AIDS Foundation unterstützt. 

Das Hilfspaket ist vielfältig zusammengestellt worden – so soll es unter anderem eine nationale HIV-Telefonhotline für Ukrainer geben und auch Dolmetscherhilfe mittels Telefon für Arztbesuche. Dazu helfen Chatbots bei Fragen rund um HIV und Rechte in der Bundesrepublik sowie weitere Online-Angebote beim Umgang mit dem deutschen Gesundheitssystem sowie auch bei Themen wie Prävention, rechtliche Beratung und Behandlungsmöglichkeiten. Gebündelt werden alle Angebote auf der neuen, digitalen Plattform „DATACHECK Connect“, die im Laufe des Jahres online gehen soll. 

Hilfe für bis zu 5.000 Ukrainer mit HIV

Nach Angaben der Vereinten Nationen leben aktuell rund 1,2 Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen in Deutschland, über 17.000 von ihnen gehören einer sogenannten „besonders vulnerablen Gruppe“ an, gemeint sind damit unter anderem sowohl homosexuelle und queere Personen wie auch Menschen mit HIV. Nach Einschätzung der UN leben in Deutschland derzeit bis zu 5.000 Ukrainer mit HIV, die deutschen Behörden gehen von etwa 1.000 Personen aus. Viele von ihnen erleben in der Bundesrepublik Ausgrenzung und Stigmata sowie generelle Hürden aufgrund der Sprache und der Unwissenheit über das deutsche Gesundheitssystem. 

Anzeige

Auch Interessant

Ausgerechnet Dumbledore

Vances Kostüm löst Debatte aus

J. D. Vance feiert Halloween als Dumbledore. Dass der Zauberer schwul ist, sorgt angesichts seiner Politik für spöttische Reaktionen.
Wirbel um Kondom-Rückruf

Einhorn erklärt betroffene Chargen

Frankreich ruft Einhorn-Chargen zurück. Der Berliner Anbieter widerspricht Qualitätsvorwürfen und erklärt, für wen der Austausch gilt.
Abschied von Regina Ziegler

ZDF ändert sein Programm

Regina Ziegler ist mit 82 Jahren gestorben. Das ZDF erinnert mit einem Sonderprogramm an die Produzentin von „Weissensee“ und „Familie Bundschuh“.
Hass beim Spaziergang

Heiner Garg über Anfeindungen

Heiner Garg schildert homophobe Anfeindungen in Kiel. Der frühere Sozialminister spricht über Spucken, Beleidigungen und die Angst junger Queers.
Liebe bei Heated Rivalry?

Hudson Williams zieht Grenzen

„Heated Rivalry“-Star Hudson Williams sprach über die besondere Seelenverwandtschaft zu Kollege Connor Storrie.
Zwei Löcher für Popcornfans

Jetzt vibriert der Sandwurm noch

Zum Kinostart von „Dune 3“ sorgen neue Popcorn-Eimer mit sehr zweideutigen Öffnungen und Vibrationsfunktion derzeit online für reichlich Gelächter.
Revolte der Sexarbeiter

OnlyFans-Gesetz wird entschärft

Nach Protesten von Sexarbeitern hat Frankreich einen Gesetzentwurf geändert, der erotische Online-Inhalte weitgehend kriminalisiert hätte.
Druck auf Commonwealth-Staaten

29 Länder bestrafen Homosexualität

In 29 Commonwealth-Staaten sind gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterhin strafbar. Britische Abgeordnete verlangen nun ein Ende der Gesetze.
Europarat fordert mehr Schutz

Pride-Demos besser absichern

Der Europarat fordert Städte und Regionen auf, die Rechte von LGBTIQ+-Menschen konsequenter zu schützen und gegen Hass und Diskriminierung vorzugehen.