Direkt zum Inhalt

Lebensrealitäten in der Kirche Die römisch-katholische Kirche müsse sich allen LGBTIQ+-Menschen öffnen, so die Forderung der katholischen Jugend in Österreich

Von ms - 15.07.2025 - 15:00 Uhr
Lebensrealitäten in der Kirche
Foto: iStock / D-Keine
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) fordert von der römisch-katholischen Kirche ein Umdenken mit Blick auf LGBTIQ+. Die Kirche müsse inklusiver werden und dabei alle Lebensrealitäten gleichwertig anerkennen, gerade auch bezüglich der sexuellen Orientierung sowie der Geschlechtsidentität von Menschen. 

Öffnung der Ehe 

Insbesondere homosexuelle Paare sowie auch trans* Personen sollen nach Aussage der KJÖ nicht weiter ausgegrenzt, diskriminiert und als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. „Unterschiedliche Formen von Beziehungen sollten keinen Ausschlussgrund von den Sakramenten darstellen. Die Ehe hat für junge Menschen nach wie vor eine große Bedeutung. Daher setzen wir uns für eine Öffnung der Ehe für alle Paare ein, die in einer auf Liebe und Treue beruhenden Beziehung leben“, so die drei Vorsitzenden der Jugendorganisation, Elisabeth Wanek, Klemens Lesigang und Rafael Haigermoser. 

Schwerpunkt auf queere Menschen

Generell, so das Dreier-Gespann weiter, müsse sich die Kirche auch mehr an den Lebensrealitäten von jungen Menschen orientieren, die sich in Europa zu rund 20 Prozent als LGBTIQ+ definieren. Das schließe auch vielfältige Modelle im Bereich Beziehung und Familie mit ein, auch und gerade sogenannte Regenbogenfamilien. Zudem legten die Vereinsvorsitzenden einen Schwerpunkt auf queere Menschen: „Gerade für inter und trans Personen sollten Personenstandsänderungen und die Löschung von falschen Namen und Geschlechtseinträgen in kirchlichen Dokumenten ermöglicht werden. Als Katholische Jugend Österreich haben wir uns verpflichtet, unsere Mitarbeitenden nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität oder Beziehungsform zu diskriminieren. Das halten wir auch für die Kirche für zielführend, um zukunftsfähig, glaubwürdig und gerecht zu sein.“

Wunsch nach Reformen 

Ähnlich wie in Deutschland sind auch in Österreich die Hoffnungen groß, mittels Synodaler Gespräche eine Reform in der Landeskirche herbeizuführen. Ähnliche Bemühungen gibt es seit Jahren in der Bundesrepublik, eine Mehrheit der Bischöfe hat sich für neue Richtlinien im Umgang mit Homosexuellen ausgesprochen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch in Deutschland konservative Hardliner wie beispielsweise Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln. Zudem lehnte der Vatikan bisher jedes Vorhaben einer Reform ab – nach den jüngsten Aussagen des neuen Papstes Leo XIV. scheint auch hier ein Umdenken nicht in Sicht. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.