Direkt zum Inhalt
Asylgesetz in den Niederlanden

Asylgesetz in den Niederlanden Besondere Gefahr für LGBTIQ+-Flüchtlinge

ms - 16.04.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Der niederländische Senat steht vor einer entscheidenden Abstimmung über ein umstrittenes Asylgesetz, das den Aufenthalt im Land ohne legalen Status künftig unter Strafe stellen könnte. Besonders betroffen wären nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen queere Asylsuchende und Flüchtlinge. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Niederländischer Senat stimmt zeitnah über umstrittenes Asylgesetz ab.
  • Gesetz sieht Kriminalisierung von Aufenthalt ohne legalen Status vor.
  • Besonders gefährdet: Queere Asylsuchende, die bereits lange auf Entscheidungen der Behörden warten.
  • Kritiker warnen vor „unmenschlichen“ Folgen und fordern Reform des Asylsystems statt Strafmaßnahmen.

Besonderes Risiko für LGBTIQ+-Menschen?

Das Gesetzespaket, das Teil der Agenda der neuen Schoof-Kabinett-Regierung ist, sieht vor, dass Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus strafrechtlich verfolgt werden können. Die Abstimmung im Senat ist für Dienstag, 21. April 2026, geplant. Das Ergebnis hängt von wenigen entscheidenden Stimmen ab.

Senatorin Gaby Perin-Gopie (Volt) machte während der Debatte auf die Risiken für LGBTIQ+-Flüchtlinge aufmerksam und präsentierte ein Schreiben der Organisation LGBT Asylum Support. Demnach müssen viele queere Asylsuchende bereits bis zu drei Jahre in überfüllten und oft unsicheren Unterkünften auf eine Entscheidung der Einwanderungsbehörde IND warten. Die neue Strafandrohung verschärfe ihre ohnehin prekäre Situation, so die Organisation. „Ein respektables Land kann verletzliche Menschen nicht so behandeln und daraus Bürger zweiter Klasse machen, die gejagt werden können“, heißt es in dem Schreiben. Statt Strafmaßnahmen sollte das Augenmerk auf einer schnelleren und fairen Bearbeitung der Anträge liegen.

Eigentliche Probleme bleiben ungelöst 

Die Abstimmung hängt maßgeblich von der Christlich-Demokratischen Appell-Partei (CDA) ab. Asylminister Bart van den Brink betonte, dass das Gesetz nur gegen Migranten angewendet werden soll, die aktiv die Kooperation bei ihrer Abschiebung verweigern, um besonders verletzliche Gruppen zu schützen. Kritiker, darunter die Sozialistische Partei (SP), bemängeln jedoch, dass dies nicht gesetzlich garantiert ist. Vertreter von Advocacy-Gruppen kritisieren, dass die Regierung das eigentliche Problem – die langsame Bearbeitung von Asylanträgen – nicht löst. Stattdessen werde das Gesetz bürokratische Hürden erhöhen und die Verzögerungen möglicherweise verschärfen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Missbrauch durch Islamlehrer

Sexuelle Übergriffe an Jungen

Ein 35-jähriger Islamlehrer steht in Baden-Württemberg vor Gericht, er soll über Jahre acht Jungen sexuelle schwer missbraucht haben.
Warten auf Ghanas Hass-Gesetz

Religiöse Führer machen Druck

Religiöse Führer machen Druck auf Ghanas Präsident Mahama, sie warten auf das neue Anti-LGBTIQ+-Gesetz. Mahama indes hat andere Prioritäten.
Klage von Nonnen

Umgang mit queeren Senioren

Eine Gruppe von Nonnen klagt wegen Vorschriften im Umgang mit trans* und queeren Senioren gegen den USA-Bundesstaat New York.
Grausamer Mord in Chicago

Trans* Frau mit Hammer erschlagen

Ein brutaler Mord schockt die US-Community: Ein 24-jähriger Mann soll in Chicago seine trans* Freundin mit einem Hammer im Schlaf erschlagen haben.
Bußgeld wegen Heated Rivalry

Russland straft Newskanal ab

In Russland muss ein inländisches Nachrichtenportal jetzt rund 5.600 Euro Strafe zahlen, weil sie einen TV-Bericht über „Heated Rivalry“ zeigten.
Etappensieg in Australien

Klage von lesbischer Organisation

Eine lesbische Gruppe hat in Australien einen Teilerfolg vor Gericht erzielt, sie wollen exklusive Events ohne bisexuelle und trans* Frauen.
Landratswahl in Brandenburg

CDU-Politikerin gegen AfD-Kandidat

In Brandenburg könnte am Sonntag ein AfD-Politiker neuer Landrat werden. Im Wahlkampf thematisierte die Partei die Homosexualität der Amtsinhaberin.
Hakenkreuz-Schmierereien

Staatsschutz ermittelt

Auf das Queere Zentrum in Mönchengladbach ist es zu einem mutmaßlich rechtsextrem motivierten Anschlag gekommen.
Die Angst wächst

Pride-Paraden in Sachsen

Die Angst vor Attacken wächst bei CSDs in Sachsen, insbesondere bei der An- und Abreise, wie eine neue Befragung jetzt offenlegte.