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Rückgang der Akzeptanz Weltweit sinkt die Zahl der LGBTIQ+-Befürworter, Deutschland bleibt mehrheitlich queerfreundlich

Von ms - 11.06.2025 - 09:30 Uhr
Erneuter Rückgang der Akzeptanz
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Im neuen „Ipsos LGBT+ Pride Report 2025“ verzeichnet das Meinungsforschungsinstitut einen erneuten weltweiten Rückgang bei der Akzeptanz gegenüber LGBTIQ+-Menschen. Deutschland konnte seine Werte zuletzt allerdings stabil halten. Befragt wurden im April und Mai dieses Jahres insgesamt rund 19.000 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren in 26 Ländern. In Deutschland nahmen rund 1.000 Menschen an der repräsentativen Befragung teil. 

Globaler Gegenwind für LGBTIQ+

Weltweit geraten queere Menschen immer mehr unter Druck – aktuell unterstützt weniger als die Hälfte der Weltbürger (47%) noch LGBTIQ+-Personen, die offen zu ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität stehen; ein Rückgang um acht Prozentpunkte innerhalb von vier Jahren. In den USA sank der Wert sogar um 13 Prozentpunkte auf aktuell 43 Prozent. Ipsos spricht dabei von einer „signifikanten weltweiten Verschlechterung“. Anti-Diskriminierungsgesetze zum Schutz von LGBTIQ+-Menschen befürworten in den 26 Ländern nur noch 51 Prozent, vor zwei Jahren waren es noch 57 Prozent. Lesben, Schwulen, Bisexuellen und trans* Menschen gestehen 72 Prozent einen grundsätzlichen Diskriminierungsschutz zu.  

Verständlich wird in diesem Zusammenhang auch der Rückzug zahlreicher Unternehmen als Sponsoren von Pride-Events und CSDs, sowohl in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern. Immer mehr Menschen lehnen ein solches Sponsoring inzwischen ab, die Zustimmungswerte sanken weltweit stark auf nur noch 41 Prozent. Auch Diversity-Programme in Firmen finden keine Mehrheit mehr, in Deutschland befürworten ähnlich wie in den USA nur noch rund ein Drittel der Befragten (38%) solche Initiativen.  

Daten aus Deutschland 

Nachdem in den letzten Jahren die generelle Akzeptanz von LGBTIQ+-Menschen auch in Deutschland je nach konkreter Frage zurückgegangen war, konnten sich die Zahlen jetzt stabilisieren. Die Mehrheit der Deutschen spricht sich nach wie vor für gleiche Rechte aus. Beim generellen Thema Schutz vor Diskriminierung sind die Werte sogar leicht wieder angestiegen, 78 Prozent der Befragten befürworten dies für Lesben, Schwule und Bisexuelle, 75 Prozent für trans* Personen. Erstaunlich allerdings: Wenn es um konkrete Anti-Diskriminierungsgesetze geht, wird dies nur noch von 49 Prozent der Deutschen befürwortet, jeder fünfte Bundesbürger (18%) will solche Gesetze keineswegs.  

Positiver sind die Daten in puncto Regenbogenfamilien: Zwei Drittel (74%) unterstützen nach wie vor ein Recht auf Adoption bei homosexuellen Paaren. Strikt dagegen sind nur 19 Prozent. 71 Prozent befürworten auch die Ehe für Schwule und Lesben – nur zehn Prozent sprechen sich hier dezidiert dagegen aus. Deutlich weniger Zuspruch findet eine „dritte Option“ in Personaldokumenten, nur knapp die Hälfte (52%) unterstützt einen Eintragsvariante wie „divers“. Ein massiver Rückgang ist zudem bei der Frage von trans* Personen im Leistungssport zu verzeichnen, nur noch 25 Prozent der Deutschen unterstützen das, 39 Prozent hingegen sprechen sich strikt dagegen aus. Deutschland folgt damit dem weltweiten Trend, auch in allen anderen Ländern sank hierbei die Akzeptanz, insbesondere bei trans* Frauen im Frauensport, seit 2021 viel die Zustimmung um zehn Prozentpunkte auf derzeit nur noch 22 Prozent. Besonders stark wird dies in Großbritannien und Ungarn abgelehnt.  

LGBTIQ+- in der Gesamtgesellschaft 

Unverändert ist hingegen die Zahl der Menschen in Deutschland geblieben, die sich als LGBTIQ+ identifizieren – es sind nach wie vor 12 Prozent. Nach aktueller Bevölkerungszahl sind das rund zehn Millionen Menschen in der Bundesrepublik. Deutschland liegt dabei über dem globalen Durchschnitt von aktuell neun Prozent – weltweit sanken die Werte hier ab, was laut Ipsos vor allem am Rollback liegt: „Das gesellschaftliche Klima gegenüber queeren Menschen hat sich weltweit im letzten Jahr noch einmal deutlich verschärft. Dies macht sich auch am Anteil der Befragten bemerkbar, die angeben, der LGBTQIA+ Community anzugehören.“

Spitzenreiter in puncto Community-Zugehörigkeit ist Brasilien mit 15 Prozent gefolgt von Kanada (14%) sowie Schweden und Chile (je 13%). Ganz unten im Ranking liegen Polen, Kolumbien und Südkorea mit jeweils nur 5 Prozent.

Unterschiede bei der Generation Z

Weltweit zeigen sich dabei auch erneut gravierende Unterschiede zwischen jungen und älteren Menschen, je jünger desto stärker identifizieren sich Personen mit der Community. Weltweit sind es in der jungen Generation Z inzwischen 14 Prozent – ein Rückgang um vier Prozentpunkte seit 2023. In Deutschland bezeichnen sich 22 Prozent der Gen-Z als LGBTIQ+.  

Es gibt noch eine zweite Besonderheit bei jungen Menschen: Junge Frauen stehen queeren Menschen deutlich offener gegenüber als gleichaltrige Männer: Bei den Gen-Z-Frauen befürworten so weltweit 59 Prozent offen lebende, queere Menschen, bei den Gen-Z-Männern sind es nur 38 Prozent. 

Zu den 26 befragten Ländern gehören neben Deutschland: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Schweden, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Thailand, Türkei, Ungarn, USA.

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