Direkt zum Inhalt
Erhöhte Polizeipräsenz beim CSD

Erhöhte Polizeipräsenz Kurz nach den Angriffen in Bad Freienwalde startet 21 Kilometer entfernt der CSD Eberswalde

ms - 20.06.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Nach den Angriffen auf ein Vielfalts-Fest im brandenburgischen Bad Freienwalde am vergangenen Wochenende verstärkt die Polizei nun im 22 Kilometer entfernten Eberswalde die Präsenz der Einsatzkräfte beim CSD. Die Lage ist zudem angespannt, weil gleichzeitig  auf dem Marktplatz in der Stadt ein AfD-Sommerfest stattfindet.  

Verstärktes Sicherheitskonzept 

Zum zweiten Mal wird am Samstag in Eberswalde der CSD gefeiert, die Veranstalter erwarten bis zu 2.000 Pride-Teilnehmer, so Maximilian Armonies vom CSD-Team. Zur Absicherung der Veranstaltung werden nebst einem größeren Aufgebot an Beamten auch Mitarbeiter vom Staatsschutz sowie Polizisten mit Hunden vor Ort sein. Das Motto des diesjährigen CSD ist: "Wir sind da, solidarisch, bunt und wunderbar."

Gegenüber dem rbb erklärte Armonies: „Wir haben im letzten Jahr gesehen, dass unglaublich viele CSDs überfallen wurden. Wir haben hier in Eberswalde auch regelmäßig Montagsdemos auf dem Marktplatz, die angeblich für Frieden sind. Aber wenn man da zuhört, dann ist das eigentlich auch nur Hetze: Hetze gegen Ausländer, Hetze gegen Migranten, Hetze gegen Asylanten, Hetze gegen queere Menschen. Und das reiht sich in das ein, was wir auch so in der Stadt wahrnehmen.“  

Sichtbarkeit der Community 

Während die queere Community am Wochenende für Gleichberechtigung und Akzeptanz kämpfen und ein klares Zeichen gegen Gewalt und Hass setzen möchte, fordert die AfD im Ort ein Verbot der Regenbogenfahne an allen öffentlichen Gebäuden sowie auch am Rathaus der Stadt. Bei der Bundestagswahl im Februar dieses Jahres wurde die Partei mit 31,4 Prozent stärkste Kraft in Eberswalde. 

„Es gibt dann auch noch Nichtwähler:innen und es gibt eben ganz viele, die eben nicht die AfD wählen, und das ist unser Fokus. Die versuchen wir mitzunehmen, denen versuchen wir zu vermitteln, warum es so wichtig ist, mit uns für unsere Rechte einzustehen (…) Letztendlich ist es unglaublich wichtig, dass wir am Samstag auf die Straße gehen. Sowohl für unsere Community selbst, als auch für alle Außenstehenden, einmal zu zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen“, so Armonies weiter. In Brandenburg soll es dann trotz der allgemein angespannten Lage und der Bedrohung von Rechtsextremisten weitere Prides im Juli geben, unter anderem in Bernau bei Berlin, Falkensee, Wittenberge, Neuruppin, Bad Belzig und Luckenwalde. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Hassgewalt in den Niederlanden

Besorgnis über massive Zunahme

Hasskriminalität in den Niederlanden ist ein großes Problem: Laut neuer Studie haben sich die Angriffe auf Homosexuelle binnen eines Jahres verdoppelt
Kriminalstatistik 2025

Leichter Rückgang der Straftaten

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die neue Kriminalstatistik 2025 veröffentlicht. Die erfassten Straftaten sind um 5,6 % zurückgegangen
Cold Case in Hamburg

Prozess zum Mord an „Angelique“

Rund 43 Jahre nach dem Mord an einer trans* Sexarbeiterin steht in Hamburg jetzt ein 62-Jähriger mit Gedächtnislücken vor Gericht.
Angriff auf Pride-Aktivisten

Italienische Community unter Schock

Ein junger Mitarbeiter des Torino Pride in Italien wurde brutal attackiert. Der einzige Grund: Er trug einen Rucksack in Regenbogenfarben.
Ermittlungen in Frankreich

Elon Musk vor Gericht in Paris

X-Chef Elon Musk soll sich heute wegen Kinderpornografie und weiteren Aspekten vor Gericht erklären, die auf seiner Plattform zugängig sein sollen.
Landratswahl in der Uckermark

Karina Dörk verteidigt ihr Amt

Die lesbische CDU-Politikerin Karina Dörk hat die Landratswahl in der Uckermark gegen den AfD-Kandidaten Felix Techner gewonnen.
Ausschluss bei Miss America

Trans* Frauen sind nicht erwünscht

Die Veranstalter der Miss America-Wahl haben nun ihre Richtlinien geändert und erklärt, dass trans* Frauen nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Krise im Senegal

Homophobie und HIV

Das schärfere Anti-Homosexuellen-Gesetz sowie eine Welle von Gewalt befeuern im Senegal jetzt auch eine Krise bei der Versorgung von Menschen mit HIV.
Verfassungsänderung in Litauen

Homosexuelle Ehe und Familie

Die Regierung in Litauen will die Ehe und die Familie so in der Verfassung verankern, dass Homosexuelle und Regenbogenfamilien ausgeschlossen sind.