Direkt zum Inhalt

US-Colleges in Not Studenten verlieren landesweit Anlaufpunkte für LGBTIQ+

Von ms - 27.05.2025 - 11:00 Uhr
US-Colleges in Not
Foto: iStock / leightrail
ANZEIGE
Loading audio player...

In den letzten Jahren wurden in den USA an immer mehr Colleges sogenannte LGBTIQ+-Ressourcenzentren aufgebaut, Anlaufstellen und Safe Spaces in einem für die Community. Seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump im Januar dieses Jahres schließen nun immer mehr dieser Einrichtungen – queere Verbände schlagen Alarm.

Schließungswelle bei Hochschulen 

Wenig verwunderlich werden solche Angebote deutlich verstärkt dabei in US-Bundesstaaten unter republikanischer Führung geschlossen, grundsätzlich zeige sich das Problem aber landesweit. Insgesamt sind davon bisher 31 Zentren an 23 Hochschulen im Land betroffen, sie alle befassten sich mit LGBTIQ+, Genderfragen und Sexualität, so der Bericht vom Chronicle of Higher Education.

Gerade in republikanisch regierten US-Bundesstaaten wurden in den letzten Monaten rasch Anti-Diversity-Gesetze erlassen, ähnlich wie jene, die auch die US-Regierung für Unternehmen festgelegt hatte. Gerade bei Fragen um die Geschlechtsidentität handele es sich nach Ansicht der Verfasser dabei um „spalterische Konzepte“, die verboten werden müssten.   

Lebensrettende Angebote

Die meisten jener Zentren waren in ihrem Angebot dabei breit gefächert, von grundsätzlichen Informationen über Hilfe für psychische Gesundheit und Angebote im Bereich Wellness bis hin zu finanziellen Beratungen. Oft fungierten die Einrichtungen als Treffpunkt der Community und sicherer Anlaufpunkt auf dem jeweiligen Universitätsgelände. „Die Studenten, die in unser Zentrum kamen, und die Probleme, die sie hatten, waren unsere Sache. Es war eine sehr greifbare, sehr sichtbare Hilfestellung. Manchmal sah man, wie Leute zum ersten Mal den Raum betraten und wie sich ihre Schultern entspannten und sie sagten: ´Okay, ich habe einen Ort gefunden, der für mich ein Zuhause auf dem Campus sein kann‘. Diese Ressourcen waren und sind lebensrettend“, so Programmkoordinatorin Lilli Hime des inzwischen geschlossenen Gender und Sexualität Zentrums an der Universität Austin. 

Einzelne Communitys wehren sich

An einigen Colleges und Universitäten wehren sich die queeren Communitys gegen die Schließungen, beispielsweise, in dem sie die Zentren erst einmal umbenennen und so offiziell aus diesen Einrichtungen für die „Förderung von Kunst und Zugehörigkeit“ machen, die Angebote bleiben dabei gleich. Auf Dauer sei dies allerdings keine Lösung, wie queere Verbände warnen, allen voran die Organisation GLAAD. Die Communitys vor Ort werden dabei nicht nur von der generellen Schließung ihrer Einrichtungen bedroht, sondern auch von finanziellen Problem – vielerorts werden ihnen auch alle Fördergelder entzogen.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Türklinke im Hintern

Kuriose Fälle in Notaufnahmen

Mehr als 1.500 Briten suchten binnen eines Jahres in England wegen Fremdkörpern im Hintern eine Notaufnahme auf. Ärzte warnen vor Verletzungsgefahren.
Alfie Watts übers Coming-Out

Familie reagierte mit Ablehnung

„Race Across the World“-Gewinner Alfie Watts spricht über die Ablehnung seiner Familie nach seinem bisexuellen Coming-Out und besondere Unterstützung.
Antidepressiva machen schwul

Neue Theorien aus Russland

Russlands Duma-Abgeordneter Vitali Milonow behauptet, Antidepressiva könnten Homosexualität auslösen, und fordert strengere Verschreibungsregeln.
STI-Welle in Italien

Sehr starker Anstieg bei Männern

In Italien steigen die Meldungen sexuell übertragbarer Infektionen deutlich. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.
Streit um UN-Menschenrechtsrat

Ausschluss von Anti-LGBTIQ+-Länder?

Fünf Staaten, die Homosexualität bestrafen, wurden jetzt in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Die African Human Rights Coalition übt scharfe Kritik.
Sportstreit in Nebraska

Trans* Verbot vor Abstimmung

Das Oberste Gericht Nebraskas lässt eine Abstimmung über ein Verfassungsverbot für trans* Sportlerinnen im Mädchen- und Frauensport zu.
Trauer um Coos Huijsen

Vorreiter der Community ist tot

Der Niederländer Coos Huijsen bekannte sich 1976 als erster Parlamentarier weltweit öffentlich zu seiner Homosexualität. Nun ist er gestorben.
Ted Cruz sorgt für Empörung

„Transgender-Hexen“ als Feindbild

US-Senator Ted Cruz macht mit einer Äußerung über „linke Transgender-Hexen“ Schlagzeilen. Hintergrund ist der Kampf um die Mehrheit im Kongress.
Asylbetrug in Ceuta?

70 Prozent nennen Homosexualität

Asylbetrug in Ceuta? Rund 70 Prozent der marokkanischen Migranten vor Ort berufen sich bei Asylanträgen auf ihre vermeintliche Homosexualität.