Direkt zum Inhalt

Streit um eine Bagatelle Ein Bankkunde wollte in einer Filiale in London gegen die Pride-Flagge vorgehen – und scheiterte jetzt zur Freude der Community

Von ms - 16.05.2025 - 14:30 Uhr
Streit um eine Bagatelle
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

In Großbritannien sorgt eine Bagatelle derzeit landesweit für Gesprächsstoff – und für amüsiertes Lächeln innerhalb der Community. Ausgangspunkt ist eine Beschwerde eines Mannes, der die Regenbogenfahne in einer Bankfiliale in London für anstößig hielt. 

Klares Statement der Bank

Im Juli letzten Jahres betrat der nur als „Herr J.“ bekannte Kunde die Filiale der NatWest-Bank. Neben einer Pride-Flagge als Zeichen der Verbundenheit zur Community befand sich dort auch Informationsmaterial rund um den CSD in London und über die Community. 

Herr J. legte offiziell Beschwerde ein, die Fahne rege ihn aufgrund seines religiösen Glaubens auf, wie er schriftlich gegenüber NatWest erläuterte. Die Bank ihrerseits beteuerte allerdings, die Regenbogenflagge nicht abnehmen zu werden und schlug dem Herren stattdessen vor, er möge künftig doch einfach Online- oder Telefonbanking nutzen, um so die Filiale nicht mehr persönlich besuchen zu müssen.   

Keine Diskriminierung

Das wiederum ließ der gläubige Brite aber nicht auf sich beruhen und legte daraufhin offiziell Beschwerde beim sogenannten Financial Ombudsman Service (FOS) ein, der höchsten Anlaufstelle dieser Art im Vereinigten Königreich. Er behauptete, die Bank habe ihn diskriminiert. Der FOS entschied nun in diesen Tagen zu Gunsten der Bank.

Ombudsfrau Danielle Padden schrieb: „NatWest ist eine Bank, die sich entschieden hat, zu bestimmten Zeiten des Jahres Pride-Materialien zusammen mit anderen Utensilien auszustellen, das ist ihr gutes Recht. Als Dienststelle können wir ihnen nicht vorschreiben, dies nicht zu tun, da sie das Recht haben, zu feiern und das Bewusstsein für die Gemeinschaften, denen sie dienen, zu schärfen. Ich sehe mich nicht in der Lage, zu beschließen, dass NatWest hier unfair gehandelt hat. Sie haben alternative Bankmethoden angeboten bekommen.“ Ob Herr J. sich damit nun zufrieden geben wird? Wenn nicht, bleibt ihm der Weg einer Klage gegen die Bank vor Gericht offen. 

Unterstützer der Community 

Die LGBTIQ+-Community feiert indes bereits die Reaktion der Bank sowie der Ombudsfrau. NatWest selbst mit seinen rund 500 Filialen in Großbritannien unterstützt seit längerem die Community und erklärte zudem online: „Unser Ziel ist es, die Erfahrungen von LGBTIQ+-Kollegen und -Kunden weiter zu verbessern, indem wir den Status quo kontinuierlich hinterfragen. Wir haben hart daran gearbeitet, die Probleme unserer LGBTIQ+-Kollegen und -Kunden zu verstehen, und tauschen uns regelmäßig mit ihnen aus, um zu zeigen, dass die NatWest Group ein einladender Ort ist.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ferran Torres leicht bekleidet

Fußballstar polarisiert mit Fotos

Spaniens Fußballstar Ferran Torres sorgt mit einer freizügigen Unterwäschekampagne für Aufsehen – und entfacht erneut Diskussionen in sozialen Medien.
Türklinke im Hintern

Kuriose Fälle in Notaufnahmen

Mehr als 1.500 Briten suchten binnen eines Jahres in England wegen Fremdkörpern im Hintern eine Notaufnahme auf. Ärzte warnen vor Verletzungsgefahren.
Alfie Watts übers Coming-Out

Familie reagierte mit Ablehnung

„Race Across the World“-Gewinner Alfie Watts spricht über die Ablehnung seiner Familie nach seinem bisexuellen Coming-Out und besondere Unterstützung.
Antidepressiva machen schwul

Neue Theorien aus Russland

Russlands Duma-Abgeordneter Vitali Milonow behauptet, Antidepressiva könnten Homosexualität auslösen, und fordert strengere Verschreibungsregeln.
STI-Welle in Italien

Sehr starker Anstieg bei Männern

In Italien steigen die Meldungen sexuell übertragbarer Infektionen deutlich. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.
Streit um UN-Menschenrechtsrat

Ausschluss von Anti-LGBTIQ+-Länder?

Fünf Staaten, die Homosexualität bestrafen, wurden jetzt in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Die African Human Rights Coalition übt scharfe Kritik.
Sportstreit in Nebraska

Trans* Verbot vor Abstimmung

Das Oberste Gericht Nebraskas lässt eine Abstimmung über ein Verfassungsverbot für trans* Sportlerinnen im Mädchen- und Frauensport zu.
Trauer um Coos Huijsen

Vorreiter der Community ist tot

Der Niederländer Coos Huijsen bekannte sich 1976 als erster Parlamentarier weltweit öffentlich zu seiner Homosexualität. Nun ist er gestorben.
Ted Cruz sorgt für Empörung

„Transgender-Hexen“ als Feindbild

US-Senator Ted Cruz macht mit einer Äußerung über „linke Transgender-Hexen“ Schlagzeilen. Hintergrund ist der Kampf um die Mehrheit im Kongress.