Direkt zum Inhalt
Rückschlag beim ESC

Rückschlag beim ESC Basel beteiligt sich nicht an der Finanzierung des Rainbow Village - Organistoren sprechen von Pink Washing

ms - 16.04.2025 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Es sollte ein klares Signal in die Welt hinaus gesendet werden: Beim Schweizer ESC sollte es erstmals ein Rainbow Village geben, einen besonderen Safe Space nur für die queere Community, ein „gigantisches queeres Festival“. Daraus wird nun überraschend nichts. Der Kanton Basel-Stadt macht den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Die Organisatoren prüfen jetzt rechtliche Schritte gegen die Absage. 

Streit um Fördergeld-Zusage

Das Kanton hat jetzt erklärt, dass es den geplanten Community-Treffpunkt in der Baseler Kaserne nicht finanziell unterstützen wird – ohne Fördergelder steht das Projekt allerdings vor dem Ende. Das Aus für das Rainbow Village kommt auch deswegen so überraschend, weil laut Organisator und Musikmanager Piero Vecchioli der Kanton seine finanzielle Unterstützung bereits zugesagt hatte, insgesamt war ein Budget in sechsstelliger Höhe angedacht, eigens war für das Projekt auch ein Verein gegründet worden. Vecchioli hatte dafür beim Swisslos-Fonds der Stadt Basel eine Unterstützung von 300.000 Schweizer Franken beantragt, umgerechnet rund 325.000 Euro. Der Kanton selbst streitet indes ab, jemals eine Zusage ausgesprochen zu haben. 

Pinkwashing in Basel? 

Die Absage könnte darüber hinaus weitrechende Konsequenzen haben, da bereits diverse Musiker, Künstler sowie auch deutsche Medienpartner wie der TV-Sender RTL und Radio Energy ihre Teilnahme angekündigt hatten. Ob es nun dabei bleibt, ist fraglich. Gegenüber dem Schweizer Medien-Magazin 20 Minuten erklärte Vecchioli: „Ich bin maßlos enttäuscht. Am meisten frustriert mich, dass man mir mündlich zugesagt hat, dass es nur eine Formsache ist. Man hat mir unmissverständlich mehrmals signalisiert, dass eine großzügige Teilfinanzierung durch den Kanton Basel-Stadt gesichert ist.“

Der Baseler Musikmanager wirft der Stadt dabei überdies vor, Pinkwashing zu betreiben. „Basel schießt sich damit ins Offside. Das ist eine Megaeinbuße für den Kanton. Unzählige Medien haben sich für die Berichterstattung angemeldet“, so Vecchioli. 

Gründe für Absage unklar 

Auf Rückfrage von 20 Minuten erklärte das zuständige Präsidialdepartement kurz und knapp, dass man den Unmut nachvollziehen könne und man bedauere, dass ein falscher Eindruck vom Bewilligungsprozess entstanden sei. Über die tatsächlichen Gründe lasse sich laut Vecchioli nur spekulieren. Man habe ihm unter anderem vorgeworfen, dass das Rainbow Village sich zu stark an schwule ESC-Fans orientiert habe. „Fakt ist, dass 60 bis 80 Prozent der ESC-Fans schwul sind. Natürlich wollte ich Acts buchen, die in der Szene gehypt werden“, so Vecchioli.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Suche nach Tätergruppe

Polizei prüft Hassmotiv

Ein bislang unbekannter Jugendlicher hat in Aschaffenburg eine aus einem Fenster hängende Regenbogenfahne mit der Aufschrift „Peace“ in Brand gesetzt.
Heated Rivalry als Musical

Parodie auf erfolgreichen Serienhit

Die Erfolgsserie „Heated Rivalry“ ist nicht nur im TV ein Hit: In New York feiert derzeit eine nicht autorisierte Musical-Parodie große Erfolge.
Aktivisten warnen vor Folgen

Zwei Veranstaltungen im Juni

Die diesjährige Ausrichtung von zwei Pride-Paraden in Neapel markiert eine tiefe Spaltung innerhalb der italienischen LGBTIQ+-Community.
Kritik von Labour-Partei

Auch Pride-Flaggen verboten

Staffordshire County Council hat klargestellt, dass im Juni keine LGBTIQ+‑Pride‑Displays in den Bibliotheken des Landkreises präsentiert werden.
Flirt eines Moralapredigers

Homophober Republikaner unter Druck

Ein republikanischer homophober Kongresskandidat ist wegen Sexting-Nachrichten und früherer umstrittener Aussagen in die Schlagzeilen geraten.
LGBTIQ+-Musikgeschichte

Hymnen der Community

Von Disco-Klassikern bis zu aktuellen Pop-Hits: Billboard hat erneut die 100 wichtigsten LGBTIQ+-Hymnen aller Zeiten zusammengestellt.
Verfahren wegen Beleidigung

Mehrere hundert Teilnehmende

Bei dem diesjährigen CSD in Emden ermittelt die Polizei wegen eines mutmaßlich rechtsextremen Vorfalls am Rande der Demonstration.