Direkt zum Inhalt
Pride-Verbot in Ungarn

Pride-Verbot in Ungarn Forderungen nach Einschreiten von Deutschland und der EU

ms - 16.04.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Nachdem Ungarn mittels einer Verfassungsänderung final festgesetzt hat, dass alle Pride-Paraden sowie auch anderweitig queere Veranstaltungen jedweder Art verboten werden können, formiert sich erneut massiver Protest. Tausende Menschen gingen in dieser Woche bereits in mehreren Städten des Landes auf die Straßen. Nun meldet sich auch der Verband Queere Vielfalt (LSVD+) und fordert ein Einschreiten der Bundesrepublik Deutschland sowie der Europäischen Union.

Klare Kante von Deutschland und der EU

Henny Engels aus dem Bundesvorstand des LSVD+ erklärte dazu: „Wir sind die regelmäßigen Angriffe aus Budapest auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Demokratie und Freiheiten leid! Wir fordern klare Kante von der Bundesregierung und der EU-Kommission, die bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn verfolgt. Wir fordern die geschäftsführende und die kommende Bundesregierung auf: Sorgen Sie dafür, dass die EU wegen des Budapest-Pride-Verbots ein neues Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn einleitet (…) Ergreifen Sie Initiative, um den derzeitigen Stillstand zu überwinden und ein entschlossenes Vorgehen gegen die fortgesetzte Aushöhlung demokratischer Werte zu gewährleisten.“ 

Einsatz für Menschenrechte

Gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Ungarn läuft bereits eine Klage der EU, bisher zeigte sich Ungarns Ministerpräsident Victor Orbán davon allerdings weitestgehend unbeeindruckt. Queere Verbände sowohl im Inland wie auch international befürchten, dass die EU immer mehr zum zahnlosen Tiger verkommt, wenn sie sich nicht endlich stärker gegen die Grundwerte im Staatenbündnis einsetzt. „Das Verbot verstößt gegen EU-Recht, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, gegen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte; es ist undemokratisch und minderheitenfeindlich und verhöhnt europäische Werte. Auch für das Pride-Verbot wird das hetzerische Narrativ des angeblichen Schutzes von Kindern bemüht. Wir fordern die ungarische Regierung und die Regierungspartei Fidesz auf, das verfassungswidrige und menschenrechtsfeindliche Verbot der Budapest-Pride umgehend zurückzunehmen und die systematische Diskriminierung von LSBTIQ*-Personen zu beenden. Die gezielte Einschränkung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit queerer Menschen hat in einer europäischen Demokratie keinen Platz“, so Engels weiter. 

Internationale Solidarität

Immer mehr Organisationen aus der LGBTIQ+-Community bekunden ihre Solidarität mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen und queeren Menschen in Ungarn. Überdies haben zahlreiche Aktivisten wie beispielsweise von der Organisation Forbidden Colours wie auch Politiker wie der französische Botschafter für LGBTIQ+-Rechte, Jean-Marc Berthon, erklärt, trotzdem zum geplanten Budapest Pride Ende Juni anreisen zu werden. „Wir stehen an der Seite aller, die für ihre Rechte und ihre Sichtbarkeit kämpfen. Internationale Solidarität ist ein Grundpfeiler unserer Arbeit – wir erheben unsere Stimme überall, wo LSBTIQ*-Rechte durch staatliche Repression eingeschränkt werden“, betont so auch der LSVD+. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brasilianer mutiger Vorreiter

Meilenstein für das Männer-Tennis

Beim diesjährigen Australian Open wird João Lucas Reis da Silva als erster offen schwuler Mann in den Qualirunden eines Grand-Slam-Turniers antreten.
Literaturfreiheit unter Druck

Zensurwelle schreitet vorran

In Utah sind 22 Bücher, darunter der bekannte Roman „Wicked“ von Gregory Maguire, aus allen öffentlichen Schulen entfernt worden.
Tod von Renee Nicole Good

Empörung zum Vorgehen der Behörden

Die Untersuchung des Todes von Renee Nicole Good, die von einem ICE-Beamten erschossen wurde, wird ausschließlich vom Bundeskriminalamt FBI geführt.
Ein Jahr Trump-Regierung

Erste Bilanz der LGBTIQ+-Community

Mehrere LGBTIQ+-Organisationen haben in den USA eine erste Bilanz nach einem Jahr Trump-Administration gezogen, dabei gibt es Licht und Schatten.
Opfer erstattet Anzeige

Mit Messer im Gesicht verletzt

Ein 19-jähriger Tänzer und Student, wurde zum Ziel einer schweren homofeindlichen Attacke in Genua, Italien.
Marvel Rivals und LGBTIQ+

Repräsentation der Community

Staffel 5 des kostenlosen Mobile-Games "Marvel Rivals" ist gestern online gegangen. Doch werden queere Charaktere inzwischen mehr eingebunden?
Homophobe Agenda in Ägypten

Diskriminierung und Online-Fallen

Outright International zieht ein bitteres Fazit über Ägypten: Angriffe, Repression, Diskriminierung und Online-Fallen im Bereich LGBTIQ+ nehmen zu.
Szenesterben in Österreich

Älteste Schwulenbar Wiens macht zu

Das Szenesterben ist in Deutschland wie auch in Österreich ein großes Problem. In Wien musste jetzt die älteste Schwulenbar der Stadt schließen.
Kardinal Timothy Radcliffe

Sexuelle Orientierung ist unwichtig

Der britische Kardinal Timothy Radcliffe erklärte, es gab bereits einen schwulen Papst. Homosexualität sei dabei gar nicht so wichtig, eher die Liebe.