Direkt zum Inhalt
Thailands Weg in die Zukunft

Thailands Weg in die Zukunft Eine neue landesweite Organisation will nun Anfeindungen und Hass von christlichen Gruppen gegen LGBTIQ+ entgegentreten

ms - 20.03.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Thailand schreitet weiter mit großen Schritten voran: Seit Ende Januar dieses Jahres können Schwule und Lesben im ostasiatischen Land endlich heiraten, kurz darauf wurde auch die gesundheitliche Betreuung von queeren Menschen verbessert, nun gründete sich eine neue große Organisation im Land speziell für LGBTIQ+. 

Einsatz gegen Hass und Diskriminierung

Das Ziel der neuen Nanaporn Association ist es, Akzeptanz und Gleichberechtigung der Community weiter voranzutreiben, vor allem auch in ländlichen Regionen, wo vielerorts noch immer Homophobie und Missachtung gegenüber Schwulen und Lesben sowie auch queeren Menschen auftreten. Unter dem neuen Verein haben sich mehrere weitere Verbünde zusammengeschlossen beziehungsweise arbeiten Hand in Hand miteinander. Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Organisation mit Stammsitz in Bangkok wird die Bekämpfung von Diskriminierung und Hasskriminalität sein.  

Spannungsfeld Religion und Community

Die neue Vizepräsidentin Mariya Suwapath betonte, wie wichtig die jüngsten Entwicklungen wie die gleichgeschlechtliche Ehe für Thailand gewesen seien, doch noch immer leidet die Community unter Anfeindungen insbesondere aber nicht ausschließlich von christlichen Gemeinschaften. Es bedürfe daher einer generellen Stärkung der Religionsfreiheit. Religiöse Gleichheit und LGBTIQ+-Rechte müssten in einer vielfältigen Gesellschaft gleichberechtigt gegenüberstehen, erläuterte dann auch Vizepräsidentin Rachaya Nilkarn. Das Ziel müsse hier eine gegenseitige Akzeptanz sein. 

Gerade auch gläubige LGBTIQ+-Menschen würden in Thailand bis heute große Probleme haben, weil sie die erlebte Ablehnung und Verurteilung innerhalb ihrer Religionsgemeinschaften nicht mit ihrer eigenen Identität in Einklang bringen können. Etwa nur drei Prozent der Thailänder sind Christen, trotzdem gibt es über 430 christlicher Pfarreien und rund ein Dutzend katholischer Diözesen in Thailand, die gerade auf dem Land einen großen Einfluss auf die Bevölkerung haben.   

Direkte Unterstützung von LGBTIQ+-Menschen

Mit einem kostenfreien Netzwerk, intensiven Beratungen sowie sozialen und pädagogischen Projekten will die Nanaporn Association so nebst dem Engagement auf politischer Ebene auch ganz direkt innerhalb der Community für Verbesserungen sorgen. In Zusammenarbeit mit der „Rainbow Stream Group“ sollen auch Regenbogenfamilien gestärkt und unterstützt werden. Die beiden Vizepräsidentinnen erklärten abschließend: „Diese Initiative, diese neue Organisation, wird nicht nur einen Durchbruch zwischen christlichen Gemeinschaften und der LGBTIQ+-Community herbeiführen, sondern auch ein Symbol des friedlichen und egalitären Zusammenlebens in der Gesellschaft sein.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.