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Syphilis-Rückgang in den USA Wird die „Pille danach“ für schwule Männer zum Game-Changer bei Geschlechtskrankheiten?

Von ms - 13.11.2024 - 14:00 Uhr
Rückgang bei Syphilis in den USA
Foto: iStock / Teka77
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Die drei am häufigsten meldepflichtigen, sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten (STI) sind im letzten Jahr um zwei Prozent in den USA zurückgegangen – so die neusten Daten des Centers for Disease Control (CDC). Bei der primären und sekundären Syphilis – die zwei ansteckendsten Stadien der Infektion – sank die Zahl der Neu-Infektionen sogar um zehn Prozent auf 53.000 Fälle. Maßgeblich für den Rückgang verantwortlich sind dabei schwule und bisexuelle Männer (MSM), so die CDC. 

Rekordrückgang bei Syphilis 

In der MSM-Gruppe ist dabei sogar ein Rückgang um 13 Prozent bei der Syphilis  binnen eines Jahres zu verzeichnen gewesen – ein Rekordwert, der den Gesundheitsbehörden Mut macht. Schwule und bisexuelle Amerikaner sind allerdings nach wie vor für fast die Hälfte aller Syphilis-Fälle in den USA verantwortlich. Bei der Gonorrhoe gab es einen ähnlichen Trend, hier sanken die Fallzahlen um sieben Prozent auf rund 600.000 Infektionen. Bei Fällen von Chlamydien sind die Fallzahlen mit 1,65 Millionen gleich geblieben.

Game-Changer Doxy-PEP?

Hauptsächlich verantwortlich für die erfreulichen neuen Daten ist laut den Fachleuten die Vergabe der sogenannten Doxy-PEP an schwule und bisexuelle Männer. Dabei wird das Antibiotikum Doxycyclin zeitnah nach dem Sex eingenommen, um eine Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit zu unterbinden. Erste Studien aus Seattle legten bereits nahe, dass die Doxy-PEP zu einem Rückgang führen könnte, nun bestätigen dies die ersten landesweiten Daten. 

Unumstritten ist die Vergabe allerdings nicht, die Einnahme trägt zur Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei STI bei, insbesondere bei Gonorrhö. Oftmals entsteht zudem der Trugschluss, die „Pille danach“ für den schwulen Mann verhindert jedwede Ansteckung – das ist allerdings falsch. Die Doxy-PEP wirkt vor allem gegen Chlamydien und Syphilis, verhindert aber keine Infektion mit HIV, Hepatitis B, Herpes oder HPV. Zudem kann die vermehrte Einnahme noch unbekannte negative Auswirkungen auf die Verdauung, den Cholesterinspiegel sowie Diabetes haben. 

Neue Hoffnung bei den STI-Experten

Grundsätzlich zeigen sich die US-Experten aber vorsichtig optimistisch, wie Dr. Julie Dombrowski, Professorin für Medizin an der Universität von Washington: „Das ist ein riesiger Grund zum Feiern. Und ich bin ein wenig überrascht, dass wir diesen Trend bereits jetzt auf nationaler Ebene sehen.“ 

Ihre Kollegin, Dr. Laura Bachmann, Chefärztin der Abteilung für STI-Prävention des CDC, betont zudem gegenüber NBC: „Ich denke, wir befinden uns an einem Wendepunkt, und es ist wichtig, dass wir vorankommen und Innovationen und Investitionen in die STI-Prävention nutzen.“ Trotzdem sei noch immer Vorsicht geboten, denn mit rund 2,46 Millionen sexuell übertragbaren Neu-Infektionen im Jahr 2023 hat die USA nach wie vor einen „historischen Höchststand“ erreicht, so Bachmann weiter.  

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