Direkt zum Inhalt
Strafprozess in München
ANZEIGE

Strafprozess in München Angeklagt ist ein 21-jähriger Afghane, der nachts am U-Bahnhof einen betrunkenen Polen vergewaltigt haben soll

ms - 13.09.2024 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Heute Vormittag beginnt am Landgericht I in München der Strafprozess gegen einen heute 21-jährigen Mann aus Afghanistan. Ihm wird vorgeworfen, im August letzten Jahres einen betrunkenen wehrlosen Polen über vierzig Minuten lang gequält und vergewaltigt zu haben. 

Vergewaltigung und Diebstahl 

Bei dem Angeklagten handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen Flüchtling aus Kabul, die Rede ist dabei von einer „außergewöhnlich brutalen Sexualstraftat“. Der Vorwurf lautet: „Vergewaltigung in Tateinheit mit Diebstahl in einem besonders schweren Fall“.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft geschah folgendes: Das spätere Opfer hatte an einem Freitagabend im August 2023 mit Freunden im Münchner Hofbräuhaus gefeiert, dabei wurde viel Alkohol getrunken – der junge Pole war als Tourist in der Stadt. Auf dem Nachhauseweg kam er dann gegen zwei Uhr morgens auf einem U-Bahnhof an, wo er zusammengekauert auf einer Sitzbank auf die nächste Bahn wartete. 

Der Angeklagte soll kurz darauf mit dem letzten Nachtzug an der Station angekommen sein und beobachtete eine Zeit lang den stark betrunkenen Mann, der mit hängenden Kopf und auf den Knien abgestützten Ellenbogen weiterhin auf der Bank saß. Nachdem alle anderen Fahrgäste den Bahnsteig verlassen hatten, wurde der junge Migrant offenbar handgreiflich, packte den wehrlosen Betrunken und soll an ihm verschiedenste sexuelle Handlungen vollzogen haben. Dabei soll er sich laut Staatsanwaltschaft den Körper des Opfers so „zurechtgebogen“ haben, dass er auch ungeschützten analen Geschlechtsverkehr ausüben konnte. 

Opfer konnte sich nicht wehren

Das Opfer versuchte dabei offenbar mehrfach, sich zu wehren und zu entkommen, war aber aufgrund seines stark alkoholisierten Zustandes dazu nicht mehr in der Lage. Der mutmaßliche Täter soll seinen massiven Missbrauch daraufhin nicht nur unbeirrt fortgesetzt haben, sondern sei dabei auch noch brutaler vorgegangen, so die Anklageschrift. Insgesamt dauerte das Martyrium laut der Staatsanwaltschaft rund 40 Minuten, bevor der mutmaßliche Täter von seinem Opfer abließ und ihm schlussendlich noch das Handy klaute. Der geschändete junge Mann blieb auf der Bank in der U-Bahnstation zurück. 

Mehrjährige Haftstrafe möglich

Die Polizei kam unter anderem durch Überwachungsvideos auf die Spur des damals 20-jährigen Tatverdächtigen und verhaftete ihn – seit rund einem Jahr sitzt der junge Mann inzwischen in der Justizvollzugsanstalt München Stadelheim in Untersuchungshaft.

Dem heute 21-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe, wahrscheinlich wird er als Heranwachsender eingestuft und fällt damit unter das, in der Regel mildere Jugendstrafrecht. Für den heute startenden Prozess sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Der Vorfall sorgte nicht nur in München für Aufsehen, sondern machte auch international Schlagzeilen und führte außerdem zu diplomatischen Spannungen zwischen Deutschland und Polen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry 2

Großer Andrang am Set

Wegen des großen Faninteresses an Staffel 2 von „Heated Rivalry“ hat Showrunner Jacob Tierney jetzt um Rücksicht auf Cast und Crew gebeten.
Geldstrafe für George Santos

Illegaler Insider-Wetthandel

Der schwule Ex-US-Abgeordneter George Santos sorgt für neue Schlagzeilen und muss nach einer illegalen Online-Wette mehr als 35.000 Dollar zahlen.
Streit um Gay-Schulclub

Klage gegen US-Schulbehörde

Eltern betroffener Kinder haben Klage gegen eine Schulbehörde in Virgina eingereicht, die unbedingt einen homosexuellen Schulclub verhindern will.
Appell von Autor Can Dündar

Warnung vor homophoben Hass

Autor Can Dündar warnt nach dem CSD-Anschlag vor Homophobie als politischem Instrument und kritisiert doppelte Maßstäbe im Umgang mit Extremismus.
Machtkampf bei der FIFA

Druck auf Infantino wächst

Ex-FIFA-Präsident Blatter bringt die lesbische Norwegerin Lise Klaveness als Nachfolgerin von Gianni Infantino ins Spiel.
World Pride Konferenz

Menschenrechte im Fokus

Bei der WorldPride in Amsterdam diskutieren ab heute Aktivisten und Politiker über LGBTIQ+-Rechte, Gesundheit und politische Herausforderungen.
Klage gegen US-Regierung

Streit um Krankenversicherung

Fünf trans* Bundesbedienstete verklagen die US-Regierung wegen des Ausschlusses geschlechtsangleichender Behandlungen aus der Krankenversicherung.
Kritik an Kanzler Merz

Versagen nach CSD-Anschlag?

Nach dem CSD-Anschlag fordert der LSVD+ mehr Schutz vor Hasskriminalität – und wirft Bundeskanzler Merz mangelnden Dialog vor.
Streit um Italiens Schulgesetz

Massive Kritik an Eltern-Veto

Kritik am neuen Schulgesetz in Italien: Interessenverbände sehen das Eltern-Veto bei Sexualerziehung und LGBTIQ+ im Widerspruch zur Verfassung.