Direkt zum Inhalt
PrEP-Versorgungslage
Rubrik

PrEP-Versorgungslage Bundesgesundheitsministerium gibt Entwarnung

ms - 10.05.2024 - 10:00 Uhr

Nach Auskunft der Deutschen Apotheker-Zeitung ist der teilweise dramatische Versorgungsmangel der PrEP in Deutschland aktuell überwunden. Gestützt wird die Aussage auf die Bekanntmachung des Bundesgesundheitsministeriums in dieser Woche. Zu Beginn des Jahres war es in Deutschland zu einem schwerwiegenden Problem bei der Versorgung mit der PrEP gekommen, die nicht „nur“ als Prophylaxe gegen eine HIV-Infektion bei sexpositiven Menschen zum Einsatz kommt, sondern auch in der HIV-Therapie Anwendung findet.

Dauerhaft sichere Versorgung?

Um die Krise schnellstmöglich zu beenden, waren zuletzt Importe aus dem Ausland erleichtert worden. Angedacht ist künftig auch eine größere Bevorratung mit der  Wirkstoffkombination Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil in Deutschland. Ob die Lage damit allerdings dauerhaft unter Kontrolle ist, kann nicht zu einhundert Prozent zugesichert werden. 

Erst im Februar dieses Jahres hatte das Bundesgesundheitsministerium auf Rückfrage noch erklärt, dass es auch künftig erneut immer wieder zu einer Versorgungslücke kommen könne. Allerdings will die Bundesregierung die Situation jetzt kritischer im Blick haben, so sind die pharmazeutischen Unternehmen nun auch zu einer regelmäßigen Datenübermittlung bezüglich der aktuellen Versorgungslage an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verpflichtet.

Langfristige Folgen?

Aktuell nehmen rund 40.000 Menschen in Deutschland die PrEP, dabei handelt es sich beinahe ausschließlich um schwule sowie bisexuelle Männer. Ob es durch die abrupte Versorgungslücke Ende 2023 / Anfang 2024 dauerhaft zu einem Einbruch bei der PrEP-Inanspruchnahme kommt, kann noch nicht abschließend bewertet werden. 

Fakt ist, dass erstmals seit Einführung der PrEP die Nutzerzahlen in dem entsprechenden Zeitraum zurückgegangen sind, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. HIV-Fachärzte äußerten Ende letzten Jahres bereits die Befürchtung, dass die unsichere Versorgungslage dazu führen könne, dass sexpositive Risikopersonen künftig deswegen gar nicht mehr zur PrEP greifen – was letzten Endes zu einem erneuten Anstieg der HIV-Neuinfektionen führen könnte und kontraproduktiv im Einsatz gegen die Ausbreitung von HIV wäre.  

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Homo-Ehen in Europa

EU stärkt Rechte Homosexueller

EU-Mitgliedsstaaten müssen Homo-Ehen anerkennen, erklärte jetzt der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs. Ein finales Urteil folgt noch 2025.
Datenleck bei Gay-Dating-App

Betroffen sind über 50.000 Profile

Erneut ein massives Datenleck bei einer Dating-App, dieses Mal betroffen war eine App für Gay Daddys. Frei einsehbar waren über 50.000 Profile!
Kampf für Gerechtigkeit

Klage gegen Trinidad und Tobago

Trinidad und Tobago hat diese Woche wieder ein Verbot von Homosexualität eingeführt. Nun soll Großbritannien das Gesetz aus der Kolonialzeit stoppen.
Kinderwunsch in Griechenland

Neue Regeln für Leihmutterschaften

Mit einer neuen Gesetzgebung sollen in Griechenland schwule Paare von einer Leihmutterschaft ausgeschlossen werden, lesbische Paare nicht.
Auslaufmodell Kirche?

Erstmals mehr Konfessionslose

Auslaufmodell Kirche: In Deutschland gibt es seit 2024 erstmals mehr religionsfreie Menschen als Katholiken und Protestanten.
Anschlagspläne auf Pride

Anklage von drei Heranwachsenden

Drei mutmaßliche junge Islamisten wurden jetzt angeklagt, 2023 ein Attentat auf die Regenbogenparade in Wien geplant zu haben.
Tod im SM-Appartement

Schwuler Mann stirbt in Berlin

Ein 47-jähriger Mann starb am Montagabend in einem SM-Appartement in Berlin, sein Freund alarmierte den Notarzt. Die genauen Umstände sind noch unklar
Diversität in Deutschland

US-Regierung befragt deutsche Firmen

Die US-Regierung fordert jetzt von deutschen Firmen das Ende von Diversitäts-Programmen und die Beschneidung von trans* Rechten.