Direkt zum Inhalt

Klage vor EU-Gerichtshof Vier homosexuelle Paare aus Litauen klagen ihr Recht auf Ehe ein!

ms - 02.04.2024 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Homosexualität ist in Litauen nach wie vor ein heikles Thema, das in weiten Teilen des katholisch geprägten Landes noch immer tabuisiert wird. Nach wie vor gibt es auch noch immer weder die gleichgeschlechtliche Ehe noch ein Partnerschaftsgesetz für Schwule und Lesben. Dagegen ziehen jetzt vier homosexuelle Paare vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. 

Ist Litauen das Schlusslicht in der EU?

Der Gang vor Gericht darf dabei durchaus auch als bewusst gesetztes Zeichen an die Welt verstanden werden, denn im Zuge der Corona-Pandemie hat sich die Lage für Schwule und Lesben im Land verschlechtert, immer wieder wurde das Virus dazu genutzt, auch Stimmung gegen Homosexuelle zu machen, teilweise mit Erfolg, was immer wieder auch zu skurrilen Situationen führte. In puncto gleichgeschlechtliche Ehe wird Litauen damit immer mehr zum Schlusslicht in der Europäischen Union. 

Zudem erlitten gleichgeschlechtliche Paare vor Gericht immer wieder Niederlagen, wenn sie ihr Recht auf Gleichberechtigung einklagen wollten. In einem Pressestatement erklärten die vier homosexuellen Paare daher jetzt auch, dass  man nur noch wenig Vertrauen in die Gerichte des Landes habe, weswegen der Schritt zum Europäischen Gerichtshof die letzte verbleibende Lösung sei.  

Homophobie in der Regierung

Litauen wird bis heute stark durch die katholische Kirche geprägt, die aktiv immer wieder versucht, mehr Rechte für Homosexuelle im Land zu verhindern. Zwar existiert seit 2005 ein Anti-Diskriminierungsgesetz, das auch die sexuelle Orientierung schützt, doch fiel die Regierung andererseits immer wieder durch homophobe Richtlinien auf – 2009 beispielsweise stimmte die Mehrheit des Parlaments, der Seimas, für ein Gesetz, das die Thematisierung von Homosexualität an allen Schulen und öffentlichen Orten verbietet. Das sogenannte Anti-Homosexuellen-Propaganda-Gesetz erinnert dabei durchaus an ähnliche Gesetze in Russland

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat bereits mehrfach die litauische Regierung gerügt -  ähnliches wird auch im Fall der aktuellen Situation bezüglich einer gleichgeschlechtlichen Ehe erwartet. Die eingetragene Partnerschaft gibt es in Litauen bisher nur für heterosexuelle Paare. Ein solches Gesetz verurteilte der Gerichtshof bereits 2013 in Griechenland. Seit 2015 berät das litauische Parlament deswegen auch einen Gesetzentwurf, der auch homosexuelle Paare inkludieren könnte – bisher ohne Ergebnis. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.