Direkt zum Inhalt
Nicht-binäre Personen
ANZEIGE

Nicht-binäre Personen Bundesozialgericht bestärkt Weigerung der Krankenkassen, für geschlechtsangleichende Operationen zahlen zu müssen

ms - 20.10.2023 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat entscheiden, dass geschlechtsangleichende Operationen für nicht-binäre Personen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden müssen. Die Begründung: Bisher gibt es hierzu keine Entscheidung des gemeinsamen Bundessausschusses (G-BA), dem höchsten Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, zusammengesetzt aus Vertretern der Krankenkassen, der Krankenhäuser sowie der Ärzteschaft in Deutschland. Ohne einen einheitlichen Beschluss besteht für nicht-binäre Menschen kein Anspruch auf die Kostenübernahme.

Kostenübernahme für Mastektomie

Geklagt hatte eine biologisch als Frau geborene Person, die 2019 bereits ihren Vornamen und die Geschlechterangabe im Geburtenregister („ohne Angabe“) hatte ändern lassen. Daraufhin hatte die Person bei ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für eine beidseitige Mastektomie beantragt, die abgelehnt wurde. Die Krankenkasse stützte ihre Entscheidung auf eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes. Der Fall ging schlussendlich vor Gericht, wobei das Sozialgericht Mannheim zugunsten der nicht-binären Person entschied, das übergeordnete Landessozialgericht Baden-Württemberg die Klage dann allerdings abwies.

Entscheidung von Gremium steht aus

In einem nächsten Schritt sollte nun nach Angaben des Vorsitzenden Richters das oberste Gremium der G-BA die sachgerechte Anwendung der gewünschten Behandlungen sowie deren Wirksamkeit fachgerecht beurteilen. Wichtig sei dabei, stets die betroffene Person vor möglicherweise irreversiblen Fehlentscheidungen zu schützen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Vorfall bei CSD Hamburg

Festnahme von LGBTIQ+-Aktivist

Nach der Festnahme eines LGBTIQ+-Aktivisten am Hamburger CSD stehen nun aufgrund unterschiedlicher Schilderungen Vorwürfe und Ermittlungen im Raum.
Streit um CSD-Fördergeld

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Nach der Kürzung von Fördermitteln für den CSD Rathenow entbrennt ein politischer Streit über Verantwortung und Unterstützung der queeren Community.
Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.
Kanada öffnet Samenspende

Ende homophober Diskriminierungen

Kanada streicht umstrittene Regeln für Samenspenden und beseitigt damit eine weitere diskriminierende Hürde für schwule und bisexuelle Männer.
Outing im Job in Österreich

Studien zeigen große Zurückhaltung

Neue Studien zeigen: Viele LGBTIQ+-Menschen in Österreich verschweigen ihre Sexualität im Beruf aus Angst vor Diskriminierung und Benachteiligung.
Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.