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Parlament in Malaysia im Kampf gegen Netflix
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Zensur in Vollendung Härtere Strafen bis hin zur Todesstrafe für Homosexuelle angedacht

ms - 14.09.2022 - 15:00 Uhr
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Bereits im August sorgte Malaysia für Aufsehen im Streit um die Kinopremiere des neuen Marvel-Films “Thor: Love And Thunder“ – nach länderübergreifenden Streitigkeiten entschloss sich das betroffene Filmstudio; der Disney-Konzern, schlussendlich, den neusten Blockbuster aus dem Avengers-Universum nicht in Malaysia in den Kinos zu zeigen. Die Regierung um König Sultan Abdullah Ahmad Shah hatte zuvor darauf bestanden, die LGBTI*-Charaktere aus dem fertigen Film zu entfernen. Nun geht die homophobe Regierung noch einen Schritt weiter und will ab diesem Monat gegen alle Einwohner vorgehen, die Inhalte von Streaming-Diensten wie Netflix teilen.

Das Problem aus Sicht von Malaysia: Internationale Streaming-Dienste mit Sitz im Ausland entziehen sich der Kontrolle der Regierung, sodass es ihnen momentan nicht möglich ist, Inhalte, ganze Filme oder Serien sperren zu lassen. Vor allem die letzten LGBTI*-Hitserien wie “Heartstopper“ oder auch “Uncoupled“ dürften der zensurfreudigen Regierung ein Dorn im Auge sein. So wenig sich Unternehmen wie Netflix kontrollieren lassen, so sehr können aber die Einwohner des Landes kontrolliert werden. Vize-Kommunikations- und Medienminister Zahidi Zainul Abidin bekräftigte, dass für alle Einwohner Malaysias ab sofort hohe Haftstrafen drohen, wenn diese Trailer, Clips oder anderweitige Angebote von Streaming-Diensten wie Netflix mit LGBTI*-Thematiken auf ihren privaten Profilen, Blogs oder auch im Freundeskreis via Messenger verbreiten würden. Kurzum, jedwede Förderung und Verbreitung von LGBTI* ist strafbar. "Wir können keine Plattformen im Ausland kontrollieren, die leicht über das Internet zu erreichen sind, aber wir haben keine Probleme damit, im eigenen Land gegen solche Aktivitäten mit aller Härte und Strenge vorzugehen!“, so der Vize-Minister weiter.

Malaysia kämpft bereits seit geraumer Zeit gegen Filme mit queeren Charakteren, neben dem jüngsten Thor-Ableger so auch beispielsweise gegen den Disney-Kinderfilm “Lightyear“, der aufgrund eines gleichgeschlechtlichen Kusses verboten ist. Das Parlament betonte dabei auch zuletzt, dass die Zahl von Filmen mit LGBTI*-Elementen in einem gefährlichen Ausmaß zunehme und dabei subtil versucht würde, Homosexualität und LGBTI*-Lebensweisen zu fördern. Im Gegensatz zu den meisten benachbarten südostasiatischen Staaten ist Homosexualität in Malaysia noch immer strafbar. Einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen können mit bis zu zwanzig Jahren Gefängnis und Stockschlägen bestraft werden. In einigen Teilen des Landes wird aktuell sogar überlegt, die Gesetze weiter drastisch zu verschärfen und gegenüber Homosexuellen das islamische Recht, die Scharia, anzuwenden. Das würde für Homosexuelle sowie queere Menschen und deren Unterstützer die Todesstrafe bedeuten können.

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