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XTube beendet Betrieb
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XTube beendet Betrieb Mutterkonzern nennt keine Gründe für die Abschaltung

ms - 18.06.2026 - 12:30 Uhr
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Die Porno-Plattform XTube stellt nach 13 Jahren ihren Betrieb ein. Das Unternehmen kündigte an, die Webseite am 5. September dauerhaft zu schließen. Eine offizielle Begründung für den Schritt wurde nicht genannt. Besonders in der LGBTIQ+-Community genoss XTube über viele Jahre große Popularität. Vor allem schwule Nutzer schätzten die Plattform als vergleichsweise niedrigschwelligen Raum für den Austausch eigener Inhalte und die Vernetzung innerhalb der Community. Neben professionellen Produktionen trug insbesondere der hohe Anteil nutzergenerierter Inhalte dazu bei, dass XTube auch für viele queere Menschen eine feste Größe im Bereich der Online-Erotik wurde.

 Das Wichtigste im Überblick

  • XTube kündigt die Schließung seiner Plattform zum 5. September an.
  • Das Unternehmen nennt keinen offiziellen Grund für das Aus.
  • Gegen XTube und die Muttergesellschaft MindGeek gab es Vorwürfe und Klagen im Zusammenhang mit Menschenhandel und illegalen Inhalten.
  • Erst kürzlich verklagten 34 Frauen MindGeek und Pornhub wegen angeblich ohne Zustimmung veröffentlichter Inhalte.
  • XTube hatte nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Mitglieder.

Anhaltende Kontroversen 

„Es ist ein trauriger Tag für uns bei XTube, aber wir müssen bekannt geben, dass XTube.com nach 13 Jahren am 5. September seinen Betrieb einstellen wird“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. „Wir sind stolz auf die lebendige Community, die wir seit 2008 aufgebaut haben, und wir sind allen dankbar, die ihre Inhalte auf unserer Plattform geteilt haben. Leider ist für uns nun die Zeit gekommen, weiterzuziehen und uns neuen Herausforderungen zuzuwenden.“ Die Schließung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kontroversen um XTube und die Muttergesellschaft MindGeek. Beide Unternehmen waren in den vergangenen Jahren Ziel von Klagen und Vorwürfen im Zusammenhang mit Menschenhandel sowie der Verbreitung illegaler Inhalte.

Gründe wurden nicht genannt 

Spekulationen über die Gründe für das Ende der Plattform konzentrieren sich insbesondere auf Anschuldigungen, wonach über XTube illegale Inhalte wie Vergewaltigungsaufnahmen, sogenannte Rachepornos sowie Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs verbreitet worden seien. Eine direkte Verbindung zwischen diesen Vorwürfen und der Schließung bestätigte das Unternehmen jedoch nicht. 

Die Anti-Menschenhandels-Aktivistin Laila Mickelwait, Gründerin und Geschäftsführerin des Justice Defense Fund, begrüßte die Nachricht. „Wenn man nicht legal arbeiten kann, sollte man überhaupt nicht arbeiten dürfen“, erklärte sie. Zugleich äußerte sie die Erwartung, dass die Plattform Pornhub als Nächstes unter Druck geraten könnte. Erst im Monat zuvor hatten 34 Frauen Klage gegen MindGeek und die Plattform Pornhub eingereicht. Die Klägerinnen werfen dem Unternehmen vor, Inhalte ohne ihre Zustimmung veröffentlicht und damit von ihrer Ausbeutung profitiert zu haben. „Die Online-Pornoindustrie war im Grunde genommen das Rotlichtviertel des Handels“, sagte Michael Bowe, Anwalt der Klägerinnen, gegenüber CBS News. „Dieser neue Bereich der Online-Pornografie durfte in den vergangenen zehn Jahren von Strafverfolgungsbehörden und staatlichen Stellen nach anderen Regeln betrieben werden. Im Grunde ohne Regeln oder Aufsicht.“ 

Mutterkonzern weist Vorwürfe zurück

MindGeek wies die Vorwürfe zurück. In einer Stellungnahme bezeichnete das Unternehmen die Anschuldigungen als „völlig absurd“ und verwies auf Maßnahmen, die zur Verhinderung illegaler Inhalte eingeführt worden seien. XTube wurde 2006 gegründet und galt als eine der ersten Plattformen, auf denen Nutzerinnen und Nutzer eigene pornografische Videos hochladen und mit anderen teilen konnten. Anders als klassische Produktionsfirmen stellte das Unternehmen keine eigenen Inhalte her, sondern fungierte als Hosting-Dienst für nutzergenerierte Inhalte.

Mit einem Angebot aus Videos, Live-Webcams, Fotos, erotischen Geschichten und weiteren Formaten entwickelte sich die Plattform zu einem der bekanntesten Angebote ihrer Art. Nach Unternehmensangaben verfügte XTube über mehr als neun Millionen Mitglieder. Auch viele schwule und queere Content Creator nutzen über Jahre hinweg die Plattform. Im Zuge der Schließung hat XTube bereits die Möglichkeit deaktiviert, neue Inhalte hochzuladen. Nutzerinnen und Nutzer können bestehende Inhalte weiterhin mithilfe ihrer vorhandenen Guthaben herunterladen. Neue Abonnements und Guthaben werden nicht mehr verkauft. Auszahlungen an Content-Ersteller sollen bis spätestens 16. September erfolgen. Mit der Schließung endet eines der bekanntesten Kapitel der frühen nutzergenerierten Porno-Plattformen im Internet.

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