Weltalphabetisierungstag Die "Antidiskriminierungsbeauftragte“ stößt auf Kritik
Seit Jahren gibt es in Deutschland sowohl landesweit wie auch in den einzelnen Bundesländern Antidiskriminierungsbeauftragte, die sich schwerpunktmäßig gerade auch in ihrem beruflichen Alltag mit der LGBTIQ+-Community beschäftigen – in Zeiten steigender Hasskriminalität eher mehr als früher. Nun wurde das Wort „Antidiskriminierungsbeauftragte“ zum „Wortgetüm des Jahres“ gewählt.
Mahnung an gerechtere Gesellschaft
Am heutigen Weltalphabetisierungstag bestimmte eine Jury aus erwachsenen Menschen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz den Begriff als besonders komplex und oftmals schwer lesbar sowie zudem auch schwer verständlich. Der Verein kritisiert dabei das Wort an sich, nicht die Aufgaben der betreffenden Personen dahinter oder den Einsatz für die LGBTIQ+-Community sowie anderweitig marginalisierter Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Der Titel des „Wortgetüms“ wurde in diesem Jahr erstmals vergeben.
Ziel der Aktion ist es dabei, für eine besser verständlichere und lesbare Sprache zu werben. Seit 1967 wird der Weltalphabetisierungstag begangen. Nach Angaben der UNESCO sei es dabei besonders wichtig, auch „politische Entscheidungsträger, Fachleute und die Öffentlichkeit“ daran zu erinnern, wie wichtig Lesen und Schreiben für eine „gerechtere und friedlichere Gesellschaft sind“. In Deutschland haben laut einer Studie der Universität Hamburg LEO 6,2 Millionen Erwachsene (rund 12%) geringe Lese- und Schreibkompetenzen und weitere 10,6 Millionen (rund 20%) schreiben fehlerhaft – davon sind auch zahlreiche Menschen in der queeren Community betroffen.