Direkt zum Inhalt
Vorgehen gegen Grok

Vorgehen gegen Grok Bundesregierung will KI-sexualisierte Bilder unterbinden

ms - 14.01.2026 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Vor einer Woche wurde Kritik an dem KI-Assistenten Grok der US-Plattform X laut, nun bekräftigte die Bundesregierung den Plan eines neuen Gesetzes, das Betroffene und marginalisierte Gruppen besser vor Missbrauch schützen soll. Konkret geht es dabei um sexualisierte Bilder, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt werden. Mehrfach geriet dabei Grok seit Jahresbeginn in die Kritik, massenhaft anstößige Bilder produziert zu haben. 

Neues Gesetz in Planung 

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) bezeichnete es als „fürchterlich“, wenn Grok ohne Einwilligung von Betroffenen Bilder manipuliere und beispielsweise Frauen in aufreizende Bikinis kleide. Besonders verwerflich sei die Erstellung von sexualisierten Bildern von Kindern und Jugendlichen. „Das dürfen wir nicht hinnehmen“, erklärte Hubig gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der KI-Dienst Grok ermöglicht es Nutzern, Bilder nach Belieben zu verändern, was erhebliche Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und des Persönlichkeitsrechts aufwirft.

Die Koalition arbeite derzeit deswegen an einem Entwurf für ein digitales Gewaltschutzgesetz, das darauf abzielt, Betroffene besser vor solchen KI-gestützten Bildmanipulationen zu schützen. Hubig betonte, dass es künftig einfacher werden müsse, sich gegen Verletzungen von Persönlichkeitsrechten zu wehren. Zudem kündigte sie Strafrechtsverschärfungen an, um gegen diese Form der digitalen Gewalt vorzugehen.

Bedrohung auch für LGBTIQ+-Menschen

Vor wenigen Tagen hatte bereits die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom angekündigt, die aktuellen Schutzmechanismen bei Grok genau zu überprüfen. Ähnliche Pläne wurden auch seitens der Europäischen Union laut. Queere Aktivisten hatten davor gewarnt, dass die Sexualisierung von Bildern insbesondere eine Gefahr für marginalisierte Gruppen wie die LGBTIQ+-Community darstellen könne, beispielsweise auch für nicht geoutete Jugendliche und Erwachsene. Das Thema Mobbing könne dabei zusätzlich an Brisanz hinzugewinnen.  

Ein Sprecher von Grok erklärte, dass es sich bei den Beanstandungen um „isolierte Fälle“ handele – man arbeite trotzdem daran, die Sicherheitsvorkehrungen weiter zu verbessern. X-Eigentümer Elon Musk betonte überdies, dass alle Nutzer, die Grok zur Erstellung „illegaler Inhalte“ einsetzen, „die gleichen Konsequenzen wie beim Hochladen illegaler Inhalte“ zu befürchten hätten. Bewahrheiten sich die Vorwürfe, könnte X mittels Grok sowohl gegen den britischen Online Safety Act sowie gegen den europäischen Digital Services Act verstoßen haben.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Umfassender Aktionsplan

Strategie stärkt queere Rechte

Die Stadt Erlangen stärkt erstmals mit einem umfassenden Strategieplan gezielt die Rechte von queeren Menschen auf kommunaler Ebene.
Krise der US-Filmstudios

Prüderie bei schwulen Produktionen

"Heated Rivalry" ist ein Serienhit, auch aufgrund seiner schwulen Sex-Szenen. In den USA wäre die Serie so nie entstanden, kritisieren Filmexperten.
Krieg im Regenbogenland

Festnahme wegen Zebrastreifen

In Dallas wurde ein schwuler Mann verhaftet, weil er einen regenbogenfarbenen Zebrastreifen wieder herstellte.
Ende einer Institution

Britischer LGBTIQ+-Verband schließt

Schock in der Community: Englands ältester LGBTIQ+-Wohltätigkeitsverein METRO muss nach über 40 Jahren aufgrund fehlender Gelder schließen.
Kurzes Aufatmen in Florida

Zuschüsse für HIV-Medikamente

Nach Stopp von Finanzhilfen für einkommensschwache Menschen mit HIV hat Floridas Gouverneur DeSantis nun doch neue Geldmittel für drei Monate zugesagt
Offline in Russland

Neue Angriffe auf LGBTIQ+

Russland sperrt gerade im Großraum Moskau wesentliche digitale Angebote, ein weiterer Angriff auf Kritiker und LGBTIQ+-Menschen.
Geldstrafe in Finnland

Homophobes Statement in der Politik

Die finnische Abgeordnete Päivi Räsänen muss eine Geldstrafe zahlen, nachdem sie Homosexualität als "Entwicklungsstörung" bezeichnete.
Keine Pride-Symbole im Fußball

Ende von LGBTIQ+ in Frankreich

Frankreichs Fußball-Ligaverband LFP hat nun alle Pride-Symbole für künftige Spiele nach Protesten von Profifußballern untersagt.
Neu Erzbischöfin in England

Sarah Mullally offiziell eingeführt

Sarah Mullally wurde jetzt als erste weibliche Erzbischöfin von Canterbury eingeführt. Ihr Engagement für LGBTIQ+ ist seit kurzem etwas umstritten.