Direkt zum Inhalt
Vorbild Amsterdam
ANZEIGE

Vorbild Amsterdam Die Hauptstadt der Niederlande zeigt, wie HIV-Bekämpfung sehr effektiv gelingen kann!

ms - 28.09.2023 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Wie lässt sich HIV besonders effektiv eindämmen, sodass es gar nicht erst zu Neu-Infektionen kommt? Mit dieser Frage beschäftigten sich zuletzt viele HIV-Experten bei der internationalen Aids-Konferenz in Australien, doch auch einzelne Städte (die sogenannte Fast-Track-Cities-Initiative) kämpfen seit Jahren darum, die erste Stadt weltweit sein zu können, die die Zahl der Neu-Infektionen offiziell auf Null setzen konnte – Amsterdam scheint diesem Ziel nun extrem nahe zu kommen.

Prävention als Schlüssel zum Erfolg

Blickt auf die jüngsten Entwicklungen, ist es sehr realistisch, dass die Hauptstadt der Niederlande ihr Ziel einer Null-HIV-Übertragung bis 2026 erreichen wird – das ist gerade insofern auch deswegen besonders bemerkenswert, weil die Stadt international für ihre Rotlicht-Meile und ihre sexuelle Freizügigkeit bekannt ist. Im vergangenen Jahr wurden in Amsterdam trotzdem nur neun neue HIV-Fälle gemeldet, dank umfangreicher Investitionen in die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), ein medikamentöses Protokoll, das die HIV-Übertragung verhindert, und andere Maßnahmen zur HIV-Prävention.

Die niederländischen Gesundheitsbehörden haben sich dabei vorrangig auf die Prävention konzentriert. Und ganz offenbar scheint die Herangehensweise besonders erfolgreich zu sein, wie in dieser Woche der neue Bericht des niederländischen AIDS-Fonds Soa Aids Nederland aufzeigte.

HIV-Rückgang um 93 Prozent in drei Jahren

Amsterdam hat dabei erst im Jahr 2019 begonnen, seine Strategie gezielt zu ändern und auf die PrEP und andere Präventionsmaßnahmen zu setzen – damals hatten sich binnen eines Jahres 128 Menschen aus Amsterdam mit HIV neu infiziert. Der Rückgang auf nur noch neun Fälle nach gerade einmal rund drei Jahren entspricht sinkenden Fallzahlen von rund 93 Prozent.

Auch anderweitig zeigt die Stadt dabei vollen Einsatz: Etwa 98 Prozent der HIV-infizierten Stadtbewohner wurden inzwischen diagnostiziert, 95 Prozent von ihnen erhalten eine medikamentöse Behandlung, und bei 96 Prozent der Behandelten konnte das Virus auf ein nicht übertragbares Niveau reduziert werden.

Es ist möglich, HIV zu beenden

Amsterdam ist auch deswegen ein Vorzeige-Beispiel, weil nebst allen Maßnahmen auch Gesundheitsbeamte und Politiker zusammen mit HIV-Pflegekräften Hand in Hand sehr gut zusammengearbeitet haben. Schwerpunkt blieb dabei die direkte Ansprache der Risikogruppen, also vor allem schwulen und bisexuellen Männern sowie Drogenkonsumenten.

Die Kliniken in der Stadt bieten inzwischen kostenlose HIV-Tests an und versorgen jeden, der positiv getestet wird, sofort mit Medikamenten, um die Viruslast schnell und effektiv auf ein nicht nachweisbares und damit nicht übertragbares Niveau zu senken. „Nach mehr als 40 Jahren gemeinsamer Arbeit, um die Ausbreitung von HIV zu stoppen, ist dies eine großartige Nachricht. Es ist wirklich möglich, HIV und AIDS zu beenden. Amsterdam beweist allen, dass es möglich ist“, so Mark Vermeulen, Geschäftsführer von Soa Aids Nederland.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.
Neue Attacken in Russland

Schlag gegen queere NGO

Russland verschärft sein Vorgehen gegen LGBTIQ+-Organisationen weiter und stufte jetzt die Hilfsorganisation NC SOS als „extremistisch“ ein.
Keine Anklage von Nina Queer

Gericht weist Klage von Kollegin ab

Ein Berliner Gericht hat den Eilantrag von Margot Schlönzke gegen Nina Queer abgewiesen und damit einen Streit um ein Musical beendet.
Tod nach Dating-Masche

Jugendbande erschlägt Schwulen

Ein schwuler Mann wurde von einer Jugendbande in Bulgarien mittels Datings-Masche in eine Fall gelockt und tot geschlagen. Die Ermittlungen laufen.
Vorfall bei CSD Hamburg

Festnahme von LGBTIQ+-Aktivist

Nach der Festnahme eines LGBTIQ+-Aktivisten am Hamburger CSD stehen nun aufgrund unterschiedlicher Schilderungen Vorwürfe und Ermittlungen im Raum.
Streit um CSD-Fördergeld

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Nach der Kürzung von Fördermitteln für den CSD Rathenow entbrennt ein politischer Streit über Verantwortung und Unterstützung der queeren Community.
Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.