Victoria Cruz ist tot Vermächtnis der Aktivistin bleibt, Jahrzehnte voller Einsatz
Die US-amerikanische trans* Aktivistin und Stonewall-Veteranin Victoria Cruz ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Wie berichtet wird, erlag sie einer Krebserkrankung der Leber. Cruz befand sich 1969 im Stonewall Inn in New York, als dort die historischen Aufstände begannen. Die Proteste gelten als entscheidender Auslöser der modernen LGBTIQ+-Bürgerrechtsbewegung.
Das Wichtigste im Überblick
- Trans* Aktivistin Victoria Cruz ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
- Sie war 1969 während der Stonewall-Aufstände im Stonewall Inn.
- 17 Jahre lang unterstützte sie Betroffene von Gewalt und Diskriminierung.
- 2012 erhielt sie eine Auszeichnung des US-Justizministeriums.
- Ihr Engagement machte sie zu einer angesehenen Persönlichkeit der New Yorker trans* Community.
Viel Einsatz für Community
Nach Einschätzung der New York Times stand Cruz während der Stonewall-Aufstände weniger im öffentlichen Fokus als andere Aktivsten und Aktivistinnen. In den Jahrzehnten danach entwickelte sie sich jedoch zu einer hoch angesehenen Persönlichkeit innerhalb der New Yorker trans* Community. Über einen Zeitraum von 17 Jahren arbeitete Cruz für das New York City Anti-Violence Project. Dort unterstützte sie LGBTIQ+-Menschen, die von Gewalt, Diskriminierung oder Missbrauch betroffen waren.
Da sie selbst transfeindliche Schikanen am Arbeitsplatz sowie einen tätlichen Angriff erlebt hatte, setzte sie sich besonders intensiv für Betroffene ein. Sie half ihnen dabei, sich im Rechtssystem zurechtzufinden, Unterstützungsangebote zu finden und ihr Leben neu aufzubauen. Nach Angaben der New York Times fragten viele Menschen aus der Community gezielt nach „Miss Vicky“, weil sie ihrem Mitgefühl und ihrer persönlichen Erfahrung vertrauten.
Zeitzeugin und Aktivistin
Auch einem größeren Publikum wurde Cruz durch den Dokumentarfilm „The Death and Life of Marsha P. Johnson“ aus dem Jahr 2017 bekannt. Darin begleitet der Film ihre Nachforschungen zum Tod der Bürgerrechtsaktivistin Marsha P. Johnson im Jahr 1992. Für ihren langjährigen Einsatz erhielt Cruz im Jahr 2012 den National Crime Victims' Service Award des US-Justizministeriums.
Warum sie ihr Leben dem Einsatz für andere Menschen widmete, erklärte Cruz 2022 in einem Interview mit dem Anti-Violence Project. Dort sagte sie: „Wenn man das Mitgefühl besitzt, anderen Menschen zu helfen, dann hat man schon die Hälfte der Herausforderung gemeistert. Es geht vor allem darum, Mitgefühl zu zeigen und den Menschen zu vermitteln, dass man für sie da ist, um ihnen zu helfen – nicht, um sie zu verurteilen.“ Mit ihrem jahrzehntelangen Engagement prägte Victoria Cruz Generationen von LGBTIQ+-Menschen. Ihr Einsatz für Betroffene von Gewalt und Diskriminierung sowie ihre Rolle als Zeitzeugin der Stonewall-Aufstände machten sie zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der New Yorker Community.