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Verliert die FIFA LGBTI*-Werbeverträge? Weltfußballverband hat Angst vor Image- und Geldverlust

Von ms - 17.05.2022 - 11:30 Uhr
Verliert die FIFA LGBTI*-Werbeverträge? // © IMAGO / MIS International
Foto: Verliert die FIFA LGBTI*-Werbeverträge? // © IMAGO / MIS International
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Der Weltfußballverband FIFA fürchtet nach den jüngsten Negativ-Schlagzeilen mit Bezug auf LGBTI* um Sponsorengelder und droht deswegen nun seinerseits Hotels in Katar mit der vorzeitigen Stornierung aller Verträge. Letzte Woche enthüllte ein Recherche-Team dreier Rundfunkanstalten aus Norwegen, Schweden und Dänemark, dass von den 69 Hotels in Katar, die offizieller Partner der FIFA sind, drei sich schlichtweg weigerten, ein schwules Paar zu beherbergen. Dreizehn weitere Hotels antworteten erst gar nicht.

Rund ein Drittel aller Hotels stellte ein Hotelzimmer nur unter der Auflage zur Verfügung, dass sich ein homosexuelles Paar nicht “offen schwul“ zeigen oder “schwul aussehen“ würde (SCHWULISSIMO berichtete).

 

Die jüngsten Entwicklungen sind auch deswegen so brisant, weil FIFA-Präsident Gianni Infantino immer wieder gebetsmühlenartig betonte, dass jeder in Katar willkommen sei, auch LGBTI*-Menschen. Es darf angenommen werden, dass Infantino die Äußerungen mehr mit Blick auf die Sponsoren und das Image der FIFA tätigte, als aus einem tatsächlichen ernstgemeinten Bedürfnis heraus.

Genau dort, bei den Sponsoren, soll es laut einigen Branchenkennern allerdings derzeit kräftig rumoren. Wichtige Partner der FIFA sind Adidas, Coca-Cola, Wanda Group, Hyundai/Kia, Qatar Airways und Visa. Außerdem sind Budweiser, McDonalds und VIVO als FIFA WM 2022 Sponsoren bekannt – allesamt Firmen, die seit Jahren mit zahlreichen Diversity-Aktionen ein modernes und positives Unternehmensimage aufbauen wollen und oftmals auch als Sponsoren bei Pride-Events in Erscheinung treten. Da passt die direkte und offene Anfeindung von LGBTI*-Menschen bei der kommenden Weltmeisterschaft nicht ins Bild.

 

Die FIFA scheint so berechtigt um Sponsorengelder zu fürchten, weswegen der Fußballverband nun den Hotels in Katar mit klaren Worten gedroht hat. Wie der britische Telegraph berichtet, will die FIFA sicherstellen, dass auch die homophoben Hotels die „strengen Anforderungen in Bezug auf einen diskriminierungsfreien Empfang von Gästen“ einhalten. Kurz gesagt: Wer das strahlende Image der Weltmeisterschaft weiter beschädigt, fliegt von der Hotelliste der FIFA.

Offiziell erklärte die FIFA dies so: “Die Verträge mit Hotels und allen anderen Dienstleistern, die mit der FIFA-Weltmeisterschaft in Verbindung stehen, und die hohen Standards der Organisatoren nicht erfüllen, werden gekündigt. Darüber hinaus werden die genannten Anforderungen durch Inspektionen von Hotels im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft überwacht und bewertet.“ 

 

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 findet zwischen dem 21. November und 18. Dezember 2022 in Katar statt und ist seit längerem in der Kritik: Homosexuelle und queere Menschen erwartet bis zu fünf Jahre Haft und Bestrafungen wie Auspeitschungen – die Gesetze gelten dabei auch für ausländische Menschen, die das Emirat als Urlauber besuchen.

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