Direkt zum Inhalt
100 Anzeigen gegen Hass

Über 100 Anzeigen gegen Hass Cybermobbing und Cyberhass müssen Konsequenzen haben, fordert Männermodel Felix Nieder

ms - 17.03.2025 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Männermodel Felix Nieder (31) hatte sich vor wenigen Tagen kritisch auf RTL über AfD-Chefin Alice Weidel geäußert und erntete daraufhin binnen kürzester Zeit einen extremen Shitstorm – Hunderte von Hasskommentaren erreichten ihn auf seinen sozialen Medien wie Facebook und Instagram. Nieder wehrt sich jetzt und hat mehr als einhundert Anzeigen gestellt. 

„Geh sterben“

Gegenüber dem Medienportal Tag24 erklärte der 31-Jährige, er habe jeden einzelnen Hass-Kommentar bei der Polizei in Schleswig-Holstein angezeigt, auch, um ein Zeichen für die Community zu setzen. „Ich möchte damit Minderheiten schützen und eine Veränderung ins Positive erwirken. Ich selbst habe schon so viel Hass erlebt, Mobbing in meiner Schule – ich bin stark geworden, habe eine große Resilienz aufgebaut. Für mich ist es einfach wichtig zu zeigen, dass Cybermobbing, Cyberhass Konsequenzen hat. Es soll gesehen werden, wie viele Menschen mit Vor- und Nachnamen sich wirklich trauen zu sagen: 'Fick dich' oder 'Geh sterben'.“ 

Nieder hatte sich zuvor im Rahmen der  RTL-Initiative "Woche der Vielfalt" öffentlich geäußert und dabei unter anderem AfD-Chefin Alice Weidel Doppelmoral vorgeworfen, da sie als homosexuelle Frau mit einer Schweizerin mit Migrationshintergrund verheiratet sei: „Sie lehnt die queere und woke Agenda sogar ab, will Regenbogenflaggen abhängen lassen oder schaut bei homophoben Äußerungen durch Björn Höcke einfach weg.“ 

Polizei nimmt Anzeigen ernst

Zudem betonte der Elmshorner jetzt weiter, dass er von der Polizei ernst genommen worden ist – auch damit möchte er anderen Opfern Mut machen. Rund 90 Prozent aller Fälle von Hass gegen LGBTIQ+-Menschen werden bis heute nicht zur Anzeige gebracht, oftmals schämen sich die Betroffenen oder haben Angst davor, bei der Polizei erneut auf Schikane und Mobbing zu treffen. In Schleswig-Holstein  indes gibt es inzwischen eine eigene Anlaufstelle für LGBTIQ+. 

Karriere-Star vor vier Jahren

Nieder wurde 2021 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als ihn die Männerzeitschrift GQ Germany als Mann des Jahres nominierte. Seitdem arbeitete er für mehrere Mode-Unternehmen und sorgte 2022 für Aufsehen bei der Deutschen Fashion Week, als er in einem Brautrock und einem Schild mit der Aufschrift „Love is Love“ über den Laufsteg lief. Er ist seitdem eines der meistgebuchten Männermodels in Deutschland. 2023 veröffentlichte er zudem seine Biografie „Als mein Schwules Ich starb“, darin berichtet er von Mobbingerfahrungen als Kind aufgrund seiner Homosexualität. Zu den jetzt aufgegebenen Anzeigen erklärte der 31-Jährige abschließend: „Ich werde auch weiterhin so vorgehen. Wenn weitere Hass-Kommentare kommen, werden die auch in Zukunft von mir angezeigt, um einfach das Zeichen zu setzen. Um eine Stimme für jeden Einzelnen zu sein, der schon mal Hass erlitten hat oder noch Hass im Leben bekommt.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Staffel 3 für Heated Rivalry?

Neue Details von Regisseur Tierney

Freudige Nachricht für alle Fans von "Heated Rivalry": Offenbar wird intern bereits an einer dritten Staffel gearbeitet, Staffel 2 erscheint 2027.
Filmfestival Cannes 2026

Viele queere Filme im Programm

Im Mai kämpfen viele queere Filme um die begehrte Palme d'Or beim Filmfestival in Cannes, jetzt wurden alle Teilnehmer bekannt gegeben.
Akzeptanzverlust in Community

Betroffen sind asexuelle Menschen

Das Gefühl von Akzeptanz ist innerhalb der asexuellen Community im letzten Jahr stark gesunken, so das Ergebnis einer neuen Studie.
30 Jahre "Day of Silence"

Mobbing von LGBTIQ+-Schülern

Der "Day of Silence" feiert in den USA 30-jähriges Jubiläum und soll den Fokus auf das Mobbing von LGBTIQ+-Schülern richten.
Bunter Widerstand in Miami

Regenbogen aus Pflastersteinen

Miami rebelliert mit einem Regenbogen aus Pflastersteinen im Park gegen die skurrilen Verbote von Floridas Gouverneur DeSantis.
Neues Verbot im Profisport

Dart-Verband sperrt trans* Frauen

Der größte Dart-Verband PDC hat jetzt trans* Frauen von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen und betont geschlechtsspezifische Unterschiede.
Dating-Masche in der Schweiz

Hohe Haftstrafen für Kriminelle

Zwei junge Männer wurden in der Schweiz jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt, sie hatten schwule Männer bei vorgetäuschten Dates brutal ausgeraubt.
Neues Verbot in Russland

Menschenrechtsorganisation Memorial

Ein russisches Gericht hat jetzt die bekannte Menschenrechtsorganisation Memorial verboten; der Verein setzte sich auch für LGBTIQ+ ein.
Hassverbrechen in Bremen

Verdopplung Angriffe auf LGBTIQ+

In Bremen haben sich die Fälle von Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen binnen eines Jahres verdoppelt, wie Innensenatorin Högl jetzt mitteilte