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Türkei verweigert Einfahrt
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Türkei verweigert Einfahrt Kreuzfahrtschiff mit schwulen Gästen muss Route ändern

ms - 06.07.2026 - 08:30 Uhr
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Türkische Behörden haben einem Kreuzfahrtschiff mit einem speziellen Reiseprogramm für schwule Männer kurzfristig die Einfahrt in türkische Häfen untersagt. Betroffen ist die „Scarlet Lady“ der Reederei Virgin Voyages des britischen Milliardärs Richard Branson. Das Schiff ist im Auftrag des Reiseveranstalters Atlantis Events unterwegs und befördert nach Unternehmensangaben rund 2.700 Passagiere aus 50 Nationen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Türkei verweigert einem Kreuzfahrtschiff mit rund 2.700 Passagieren das Anlegen in türkischen Häfen.
  • Betroffen ist die „Scarlet Lady“ von Virgin Voyages, die im Auftrag von Atlantis Events unterwegs ist.
  • Als Begründung nennen die Behörden „moralische Standards“ und „familiäre Werte“ der Gay Cruise.
  • Die geplanten Stopps in Kuşadası und Istanbul entfallen.
  • Die Kreuzfahrtroute wurde stattdessen über Ägypten und Kreta geändert.

Einreise-Verbot wegen moralischen Werten

Nach den ursprünglichen Planungen sollte das Schiff am morgigen Dienstag (7. Juli) zunächst den Hafen von Kuşadası an der westlichen Ägäis anlaufen und anschließend zwei Tage in Istanbul verbringen. Beide Stopps wurden jedoch kurzfristig gestrichen. Atlantis Events informierte auf seiner Internetseite über die Entscheidung der türkischen Behörden. In einer Mitteilung heißt es: „Leider wurden wir von den türkischen Behörden darüber informiert, dass die ‚Scarlet Lady‘ während dieser Reise weder in Kusadasi noch in Istanbul anlegen darf.“ Als Begründung seien „moralische Standards“ und „familiäre Werte“ genannt worden, berichtete unter anderem CNN.

Auch die Behörden der Provinz Aydın, zu der Kuşadası gehört, äußerten sich zu dem Vorgang. In einer auf der Plattform X veröffentlichten Erklärung heißt es, das Kreuzfahrtschiff sei von Gruppen gechartert worden, deren Verhalten nach Auffassung der Behörden nicht mit der gesellschaftlichen Struktur und den moralischen Werten des Landes vereinbar sei. Ein Besuch der Provinz komme deshalb nicht infrage. Zudem habe die „Veranstaltung“ auf Social-Media-Plattformen für große Unruhe gesorgt.

Ägypten und Griechenland statt Türkei 

Nach der Absage passte der Veranstalter die Reiseroute an. Statt der geplanten Aufenthalte in der Türkei steuert das Schiff nun Alexandria in Ägypten sowie Heraklion auf Kreta an. Die ägyptischen Behörden erhoben nach den vorliegenden Informationen keine entsprechenden Einwände, obwohl Ägypten ebenfalls nicht als schwulenfreundliches Land gilt. Die Gay Cruise mit zahlreichen Partys begann am 5. Juli in Piräus bei Athen und dauert bis zum 15. Juli. Weitere Stationen befinden sich unter anderem in Italien und Kroatien. Atlantis Events hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1991 auf Reisen für die Community spezialisiert und zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit größten Veranstaltern in diesem Segment. Das Angebot richtet sich vor allem an homosexuelle Männer, steht nach Unternehmensangaben jedoch ausdrücklich auch lesbischen Frauen sowie weiteren LGBTIQ+-Reisenden offen.

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