Direkt zum Inhalt
Trans* Gesetz in Missouri
ANZEIGE

Trans* Gesetz in Missouri Debatte über medizinische Versorgung in Haft

ms - 06.07.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Im US-Bundesstaat Missouri ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das den Zugang zu geschlechtsangleichender medizinischer Versorgung für trans* Personen in Haft deutlich einschränkt. Die Regelung betrifft inhaftierte Personen, die im Rahmen einer Transition behandelt werden oder eine entsprechende Behandlung beginnen möchten.

Das Wichtigste im Überblick

  • US-Bundesstaat Missouri beschränkt geschlechtsangleichende Behandlungen in Haft
  • Verbot staatlicher Mittel für Hormontherapie und Operationen im Rahmen einer Transition
  • Betroffene trans* Inhaftierte verlieren Zugang zu laufender oder geplanter Behandlung
  • Das Gesetz wurde bereits von Gouverneur Mike Kehoe unterzeichnet
  • Frühere Gerichtsentscheidung erlaubte unter Bedingungen Hormontherapien
  • Gesetzgeber verweist auf Kosten und Zuständigkeit des Staates

Anspruch auf medizinische Leistung entfällt

Das sogenannte Gesetz HB 2009 wurde bereits am 30. Juni von Gouverneur Mike Kehoe unterzeichnet und ist jetzt in Kraft getreten. Es sieht vor, dass keine staatlichen Mittel mehr für Hormontherapien oder geschlechtsangleichende operative Eingriffe verwendet werden dürfen, wenn diese im Zusammenhang mit einer Geschlechtsangleichung stehen. Mit der Neuregelung verändert sich die bisherige Praxis im Strafvollzug des Bundesstaates grundlegend. Betroffene Gefangene verlieren damit den Anspruch auf entsprechende medizinische Leistungen, die bislang in bestimmten Fällen möglich waren.

Hintergrund ist eine längere rechtliche Entwicklung im Umgang mit geschlechtsangleichender Behandlung in Haftanstalten in Missouri. Bereits 2018 entschied ein Bundesgericht im Verfahren Hicklin v. Precythe, dass eine pauschale Verweigerung von Hormontherapien gegen das Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen gemäß dem achten Verfassungszusatz der US-Verfassung verstößt. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass in einzelnen Fällen eine individuelle medizinische Behandlung erforderlich sein kann. Geschlechtsangleichende Operationen waren von dieser Entscheidung jedoch nicht umfasst und wurden später, im Jahr 2023, separat eingeschränkt.

Frage der „angemessenen“ Gesundheitsversorgung

Nach Angaben vom Verein Transitics wurde die neue Regelung nun in ein umfassenderes Gesetz zur Finanzierung des Strafvollzugs eingebettet. Als politischer Initiator gilt der Abgeordnete Dirk Deaton, der das Vorhaben im Parlament unterstützte. In der Debatte im Repräsentantenhaus verwies Deaton auf die Rolle staatlicher Finanzierung im Strafvollzug. Wörtlich sagte er: „Weil man bedenken muss… diese Menschen sind wegen einer Straftat verurteilt worden. Sie sind im Gefängnis, sie verbüßen eine Strafe. Sie sind auf Kosten der Steuerzahler inhaftiert, für Unterkunft und Verpflegung sowie auch für ihre Gesundheitsversorgung – die zu 100 Prozent vom Steuerzahler bezahlt wird. Und was unter diesen Umständen angemessene Gesundheitsversorgung ist, darum geht es hier.“

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes ist das Justizministerium des Bundesstaates Missouri verpflichtet, sämtliche staatlich finanzierten Behandlungen im Zusammenhang mit einer geschlechtlichen Transition einzustellen. Das betrifft sowohl Gefangene, die bereits Hormone erhalten, als auch Personen, die eine solche Behandlung künftig beginnen wollen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.