Toleranz aus Geldnot Polen schwächt LGBTI*-feindliche Resolutionen ab
Immer mehr polnische Regionen geben ihre Bestrebungen gegen die Verbreitung der „LGBTI*-Ideologie“ auf. Grund dafür sind aber eher die zurückgehaltenen finanziellen Mittel und nicht die sonstigen Antidiskriminierungs-Bestrebungen der EU.
Diese Regionen haben bereits zurückgerudert
Die Region Heiligkreuz (Swietokrzyskie) war die erste, die ihren Status als LGBTI*-freie Zone aufgab. Jetzt zogen auch die Woiwodschaften Lublin und das als besonders konservativ bekannte Karpatenvorland nach. In Letzterem verabschiedete das Parlament zusätzlich sogar ein Dokument, das den Bezirk zur „Region gefestigter Toleranz“ erklärt. Auch die Region Kleinpolen (Malopolska) um Krakau bereitet sich nun darauf vor, ihre Resolution abzuschwächen, obwohl die Verwaltung sich zuerst dagegen entschieden hatte (SCHWULISSIMO berichtete).
Es geht nur ums Geld
Ein stellvertretender Minister schlug laut der Tagesschau vor, „dass im Rahmen der EU-Mittelbeschaffung die sehr hohen Anti-Diskriminierungs-Standards eingehalten werden“. Man solle die Beschlüsse „präzisieren“, da dort „viele gute Absichten enthalten seien“. Die Beschlüsse unterstellen der „LGBTI*-Ideologie“, dass sie Familie und Kinder bedrohe. Auch Jan Duda, der Vater des Staatspräsidenten, nannte die Resolutionen „missverständlich formuliert“. Sein Sohn Andrzej sagte über die zurückgehenden Zonen: Die EU „zwinge“ alle ihre Mitgliedsländer dazu, die „Ideologie“ zu übernehmen. Andere Hardliner aus der PiS-Partei warnen davor, sich der „Erpressung“ aus Brüssel zu beugen. Dazu gehört auch der Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski.