Tempelhofs neues Schutzkonzept? Berlin: CDU fordert bessere Beleuchtung im Regenbogenkiez
Nach mehreren gezielten Angriffen auf das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo, betrieben vom Verein Mann-o-Meter im Berliner Regenbogenkiez, hat die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg entschieden gefordert, die Straßenbeleuchtung im Umfeld der Einrichtung zu verbessern. Bereits mehrfach in den vergangenen Wochen waren die Fensterscheiben von Unbekannten nachts beschädigt worden – insbesondere an der Else-Lasker-Schüler-Straße und der Bülowstraße, beide zentrale Treffpunkte der queeren Community in der Hauptstadt.
Beleuchtung als Schutz vor Hasskriminalität
Die CDU sieht in der mangelnden Beleuchtung einen wesentlichen Faktor, der die Angriffe begünstigt. Rund um den Nollendorfplatz, einem traditionsreichen Zentrum für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queere Menschen, mangelt es laut dem queerpolitischen Sprecher Klaus Hackenschmied an ausreichendem Licht. Dies könne, so betonte Hackenschmied, Gewaltbereiten einen „Schutzraum“ bieten. In einer aktuellen Stellungnahme unterstrich die Fraktion, dass Dunkelheit nicht zur Deckung für Hass und Gewalt werden dürfe.
Berlin meldet seit Jahren steigende Fälle von queerfeindlicher Gewalt, wobei laut Landeskriminalamt ein Großteil der Übergriffe im Bereich um den Nollendorfplatz erfolgt. Präventionsangebote wie das Projekt Maneo beraten und unterstützen seit Jahrzehnten Betroffene, doch wiederholte Sachbeschädigung und Angriffe verschärfen die Unsicherheit im Viertel.
Forderungen nach entschiedenem Handeln
CDU-Verordneter Carsten Buchholz hob die Rolle des Regenbogenkiezes für „Vielfalt, Freiheit und Respekt“ hervor. Das Bezirksamt wird innerhalb weniger Monate aufgerufen, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Beleuchtung zu prüfen. Bis zum Frühjahr 2026 soll der Stand der Umsetzung vorgelegt werden. Berlin investiert bereits in Sicherheitskonzepte für queere Einrichtungen, doch die aktuellen Vorfälle zeigen, dass Handlungsbedarf besteht – insbesondere im öffentlich zugänglichen Raum, wie Menschenrechtsorganisationen zuletzt wiederholt mahnten.
„Wenn queere Einrichtungen im Herzen unseres Bezirks Zielscheibe von Angriffen werden, dann müssen wir reagieren – schnell, sichtbar und entschlossen.“— Klaus Hackenschmied, queerpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg
Die Diskussion um mehr Sicherheit für queere Treffpunkte zeigt: Präventive Maßnahmen wie bessere Beleuchtung allein reichen nicht, wenn gleichzeitig gesellschaftliche Akzeptanz und Schutz vor Hass gestärkt werden müssen. Ob verstärktes Licht tatsächlich das Sicherheitsgefühl hebt und weitere Attacken verhindert, bleibt abzuwarten – sicher ist jedoch: Die queerfeindlichen Übergriffe werfen erneut die Frage auf, wie Berlin Vielfalt und Respekt glaubwürdig im öffentlichen Raum lebt.