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Statement von Uli Hoeneß Ehrenpräsident versteht Wirbel um homosexuelle Fußballer nicht

Von ms - 30.03.2026 - 08:00 Uhr
Statement von Uli Hoeneß
Foto: IMAGO / Eibner
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Nach dem öffentlichen Bekenntnis von St. Paulis U-19-Coach Christian Dobrick zu seiner Homosexualität hat sich jetzt auch Uli Hoeneß dazu geäußert. Der 74-Jährige fand klare Worte und erklärte, wie der FC Bayern München in einem vergleichbaren Fall reagieren würde.

Gar kein Problem 

Dobrick hatte sich vor wenigen Tagen öffentlich geoutet und damit ein breites Medienecho ausgelöst. Nun bezog Hoeneß Stellung und machte deutlich, dass er das Thema im Profifußball nicht als problematisch ansieht. Gegenüber RTL sagte Hoeneß: „Ich sehe da überhaupt kein Problem drin. Und ich verstehe überhaupt nicht, dass darüber überhaupt diskutiert wird. Wenn das bei Bayern München vorkommen würde, würde derjenige überhaupt kein Problem kriegen, sondern viel eher Unterstützung. Falls er medial oder auch im Internet angegriffen würde, würden wir ihn wie immer alle unsere Leute verteidigen.“

Homosexualität gilt im Männer-Profifußball weiterhin als sensibles Thema. In den drei höchsten deutschen Spielklassen hat sich bislang kein aktiver Spieler öffentlich dazu bekannt. Entsprechend groß war die Resonanz auf Dobricks Schritt.

Kicker betonen schwierige Lage 

Im Interview mit dem Stern erklärte Dobrick vor wenigen Tagen, er sei „mit Sicherheit kein Einzelfall“. Mit Blick auf den Profibereich vermutet er jedoch, „dass es dort deutlich weniger Schwule gibt als im Bevölkerungsdurchschnitt. Weil der Druck in der Branche so groß ist, ein hetero-normatives Leben zu führen. Es kommen weniger schwule Fußballer ganz oben an, weil sie ihre Energie verschwenden müssen für Probleme, die nichts mit dem Sport zu tun haben.“ Auch der bisexuelle Schiedsrichter Pascal Kaiser erlebte nach seinem öffentlichen Heiratsantrag im Stadion des 1 FC Köln Ende Januar viel Hass und Anfeindung von homophoben Fußballfans. 

Studien und Umfragen der letzten Jahren bestätigen zudem mehrfach, dass homophobe Einstellungen im Fußball weltweit weiterhin stark verbreitet sind, auch diverse geoutete Ex-Profis berichten das bis heute. Fast die Hälfte der Fußball-Fans (46%) sehen laut einer Studie von 2024 Schwulenfeindlichkeit als ernsthaftes Problem. Die Initiative Fußball gegen Homophobie weist ebenso regelmäßig darauf hin, dass homophobe Gesänge und Beleidigungen in Stadien nach wie vor vorkommen. Der Deutscher Fußball-Bund hat mehrfach betont, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung im Fußball existiert und bekämpft werden müsse. Zudem bleibt die Tatsache bestehen, dass es in den höchsten deutschen Profiligen bislang kein öffentliches Coming-out eines aktiven Spielers gab – ein Umstand, den viele Fachleute als Hinweis auf bestehende Vorbehalte und ein nicht vollständig akzeptierendes Umfeld werten.

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