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Outing beim FC St. Pauli
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Outing beim FC St. Pauli Nachwuchstrainer Christian Dobrick macht Homosexualität öffentlich

ms - 25.03.2026 - 07:30 Uhr
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Christian Dobrick (29), U19-Nachwuchstrainer beim FC St. Pauli, hat sich öffentlich als schwul geoutet. Im Gespräch mit RTL äußerte der gebürtige Flensburger seine Sicht auf den Profifußball: „Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische.“ Dobrick ist der erste Trainer aus dem Stab eines Bundesligavereins, der sich als homosexuell outet.

Outing nach Versteckspiel 

Dobrick betonte, dass er zwar nicht der einzige schwule Trainer sei, jedoch sei die Zahl im Profibereich wahrscheinlich geringer als im Durchschnitt. „Der Druck, ein heteronormatives Leben zu führen, ist enorm. Viele schwule Fußballer schaffen es nicht bis ganz nach oben, weil sie ihre Energie für Dinge aufwenden müssen, die nichts mit dem Sport zu tun haben.“

Der Coach sammelte Erfahrungen als Nachwuchstrainer bei Holstein Kiel und in Salzburg, bevor er 2025 ans Millerntor wechselte. „Lange habe ich gezweifelt, ob ein Coming-Out meiner Karriere schadet“, sagte Dobrick. Doch er ergänzt: „Dieses Versteckspiel hat mich zu viel Kraft gekostet.“ Bei St. Pauli fand er schließlich den Mut, sich zu outen. Bereits vor Jahren hatte Ewald Lienen, der frühere Trainer der Kiezkicker, gegenüber BILD erklärt: „Wenn sich bei St. Pauli ein Spieler als homosexuell outet, würde er Kultstatus am Millerntor bekommen. Aber wie es in anderen Stadien läuft, kann ich nicht garantieren. Ich hoffe, dass sich das ändert.“

Ally Jürgen Klopp 

Für Dobrick spielte ein anderer Trainer eine entscheidende Rolle: Jürgen Klopp, seit Januar 2025 Global Sports Direktor bei RB, ermutigte ihn zum Coming-Out. „Du kannst als Trainer sein, wer du willst, aber du musst für etwas stehen. Du musst du selbst sein“, habe Klopp bei einem Treffen mit Salzburger Nachwuchstrainern gesagt. Dieser Satz sei für Dobrick zum Leitmotiv in seinem Berufsleben geworden. Der Verein unterstützt seinen Nachwuchstrainer ausdrücklich: „Als FC St. Pauli stehen wir selbstverständlich hinter ihm und seinem Coming-Out. Lieb doch, wen du willst!“ Auch Präsident Oke Göttlich (50) zeigte persönlich seine Unterstützung.

Mutmacher für andere 

Dobrick, der zuvor für RB Salzburg, die TSG Hoffenheim und Holstein Kiel tätig war, betonte weiter, dass Homophobie im Fußball noch immer stark ausgeprägt sei und über „Jahrzehnte ins Fußballvokabular eingesickert“ sei. Zudem: „Beklagt sich ein Spieler über zu große Härte, wird er schnell Schwuchtel genannt. Diese Schimpfworte sind schwer rauszukriegen und damit auch das Zerrbild von Schwulen, das dahintersteht.“ Gegenüber RTL betonte er, er hoffe, dass jetzt weitere Trainer und aktive Spieler den Mut finden werden, sich zu outen: „Spring ins kalte Wasser und schwimm!“, so sein Aufruf an alle heimlich schwulen Profis im Fußball. 

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