Direkt zum Inhalt
Spanien verschärft Strafrecht

Spanien verschärft Strafrecht Härtere Strafen gegen "Homo-Heilungen" beschlossen

ms - 01.07.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Das spanische Parlament hat eine Verschärfung des Strafrechts beschlossen, mit der Konversionstherapien gegen LGBTIQ+-Personen künftig als Straftat verfolgt werden sollen. Der Kongress billigte jetzt die Änderungen am Strafgesetzbuch. Künftig sind Haftstrafen von bis zu zwei Jahren möglich.   

Das Wichtigste im Überblick

  • Spaniens Parlament beschließt eine Reform des Strafgesetzbuchs.
  • Konversionstherapien sollen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.
  • Eine Einwilligung der betroffenen Person gilt nicht als Rechtfertigung.
  • Der Gesetzentwurf geht nun zur weiteren Beratung in den Senat.
  • Während Befürworter die Reform begrüßen, kommt Kritik von mehreren Parteien und der Polizei.

Zustimmung schützt nicht vor Strafbarkeit

Nach der Reform drohen Personen, die „Handlungen, Methoden, Programme, Techniken oder Verfahren der Aversion oder Konversion“ anwenden oder durchführen, um die sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität oder den Geschlechtsausdruck eines Menschen zu verändern oder zu unterdrücken, Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren sowie eine Geldstrafe. Nach dem neuen Gesetz spielt es dann auch keine Rolle mehr, ob die betroffene Person den Maßnahmen zugestimmt hat. Eine Einwilligung stellt ausdrücklich keine Rechtfertigung dar.

Der PSOE-Abgeordnete Víctor Gutiérrez sagte während der Parlamentsdebatte, bei den Praktiken handele es sich nicht um Therapien, sondern um „eine Form der Folter“. Folter bleibe Folter, auch wenn Betroffene unter dem Druck ihres sozialen Umfelds einer solchen Maßnahme zustimmten. Auch die Vereinten Nationen hatten zuvor bereits die unseriösen Umpolungsmethoden als Folter definiert. 

Weitere Beratungen im Senat

Bislang waren Konversionstherapien in Spanien zwar bereits verboten, wurden jedoch lediglich als Ordnungswidrigkeit geahndet. Dafür konnten Geldbußen zwischen 10.000 und 150.000 Euro verhängt werden. Mit der Aufnahme in das Strafgesetzbuch werden die Praktiken nun deutlich strenger sanktioniert. Der Gesetzentwurf wird nun dem Senat vorgelegt, wo weitere Änderungen möglich sind. Die konservative Volkspartei (PP), die sich bei der Abstimmung enthalten hatte, kündigte an, das Gesetz „verbessern“ zu wollen. Ihr Sprecher Jaime de los Santos erklärte, seine Partei werde „Konversionstherapien und jede Zwangsmaßnahme, die Bürger ihrer Freiheit beraubt, immer ablehnen“. Gleichzeitig kritisierte er die aus seiner Sicht rechtlich unpräzise Formulierung des Entwurfs.

Unterschiedliche Reaktionen auf die Reform

Auch innerhalb des politischen Lagers der Befürworter gibt es Vorbehalte. Vertreter der linken Partei Sumar bezeichneten die Einführung strafrechtlicher Konsequenzen zwar als wichtigen Fortschritt. Zugleich kritisierten sie, dass das Gesetz den Betroffenen weiterhin nicht genügend konkrete Unterstützung biete. Sie kündigten an, sich für weitergehende Hilfen und wirksamere Entschädigungsregelungen einzusetzen.

Deutliche Ablehnung kommt dagegen von der rechten Partei Vox. Deren Abgeordnete María de la Cabeza Ruiz bezeichnete die Reform als „völlig absurd“ und als Angriff auf die individuelle Freiheit. Die katalanische Partei Junts äußerte zudem Zweifel an der praktischen Umsetzung des Gesetzes. Sie stellte die Frage, ob der Begriff der Konversionstherapie ausreichend präzise definiert sei, damit nicht auch legitime psychologische Unterstützung unter die Regelung falle.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Finaler Ausschluss des BSW

Cologne Pride schließt Partei aus

Der Cologne Pride schließt das BSW von der CSD-Demo aus, weil die Partei nicht im Einklang mit dem Demonstrationsziel „Für Queerrechte“ stehe.
Hasskriminalität gegen LGBTIQ+

LSVD+ kritisiert Bundesregierung

Der LSVD+ sieht erhebliche Defizite bei der Umsetzung von Maßnahmen gegen queerfeindliche Hasskriminalität und fordert zum Handeln auf.
Festnahme wegen Terrorverdacht

Ermittlungen gegen 22-Jährigen Mann

Ein 22-jähriger Rumäne soll von Deutschland aus den Sturz der rumänischen Regierung geplant haben und rief zu Anschlägen gegen LGBTIQ+ auf.
Supreme Court bestätigt Verbot

Keine trans* Frauen im Frauensport

Der Oberste Gerichtshof der USA erlaubt Idaho und West Virginia, ihre Gesetze zum Ausschluss von trans* Mädchen aus dem Frauensport durchzusetzen.
Erneuter Diebstahl

Polizei sucht nach Zeugen

Vor der Gemeindebibliothek „Bibliothek am Meer“ in Büsum (Kreis Dithmarschen) sind erneut Regenbogenflaggen entwendet - und wieder aufgehängt worden.
Kane Fox über Sex-Mythen

Klischees über Top und Bottom

Erotikdarsteller Kane Fox erklärt, warum Bottoming vor allem im Kopf beginnt – und widerspricht verbreiteten Klischees über schwule Intimität.
Exklusive Mode für OnlyFans

Designer kooperiert mit Plattform

OnlyFans und Designer Louis-Gabriel Nouchi bringen gemeinsam eine exklusive und sehr intime Modekollektion nur für Männer auf den Markt.
Heiße Kerle am Broadway

Rekord für HIV-Benefizshow

Rund 200 der heißesten Tänzer New Yorks zeigten bei der New Yorker HIV-Benefizshow „Broadway Bares“ vollen Körpereinsatz.
Heiratsantrag beim NYC-Pride

Buzz und Woody verloben sich

Ein schwuler Heiratsantrag beim New Yorker Pride Run sorgt in diesen Tagen weltweit für Begeisterung.