Direkt zum Inhalt
Social Media Verbot
ANZEIGE

Social-Media-Verbot Druck auf Großbritanniens Regierung wächst nach Abstimmung

ms - 22.01.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Das britische Oberhaus hat sich für ein Verbot der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ausgesprochen. Die Parlamentskammer stimmte einer entsprechenden Gesetzesänderung mit 261 zu 150 Stimmen zu. Der Vorschlag orientiert sich an einem ähnlichen Modell aus Australien und wurde von einem konservativen Abgeordneten eingebracht.

Druck auf Regierung wächst

Mit dem Votum steigt der politische Druck auf Premierminister Keir Starmer, ein solches Verbot umzusetzen. Die Regierung hatte vor der Abstimmung erklärt, den Änderungsantrag nicht zu unterstützen. Der Gesetzentwurf wird nun zur weiteren Beratung an das Unterhaus überwiesen. In Australien gilt seit Dezember ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Dort sind Anbieter von Onlineplattformen wie Tiktok, Instagram und Snapchat verpflichtet, Konten von Nutzern unterhalb dieser Altersgrenze zu löschen. Bei Verstößen drohen den Unternehmen hohe Geldstrafen. 

Frankreich will ein ähnliches Verbot ab Herbst dieses Jahres einführen – auch in Deutschland findet das Vorhaben trotz viel Kritik Befürworter bei Union und SPD. Zuletzt sprach sich zu Beginn des Jahres auch Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, für ein solches Verbot aus. 

Risiken für junge LGBTIQ+-Menschen

Debatten über Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gewinnen derzeit international immer mehr an Dynamik. Ziel der Vorstöße ist es, junge Menschen besser vor Desinformation, Cybermobbing und psychischen Belastungen zu schützen. Für junge LGBTIQ+-Menschen können solche Verbote indes viele Risiken bergen. Die digitalen Angebote dienen vielen als zentrale Anlaufstellen für Information, Selbstvergewisserung und Vernetzung. Gerade in ländlichen Regionen oder in familiären Umfeldern, in denen sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht akzeptiert werden, sind digitale Räume oft der einzige niedrigschwellige Zugang zu Austausch und Unterstützung.

Studien zeigen seit Jahren, dass LGBTIQ+-Jugendliche überdurchschnittlich häufig von Isolation, Mobbing und psychischen Belastungen betroffen sind. Online-Plattformen ermöglichen ihnen, Vorbilder zu finden, Erfahrungen zu teilen und sich anonym Rat zu holen – etwa zu Coming Out-Fragen, mentaler Gesundheit oder geschlechtlicher Selbstbestimmung. Ein generelles Nutzungsverbot würde diese Schutz- und Lernräume abrupt abschneiden. Hinzu kommt, dass viele Unterstützungsangebote für junge queere Menschen heute primär digital organisiert sind. Auch der Bildungsaspekt spielt eine Rolle. Soziale Medien sind für viele junge queere Menschen eine wichtige Quelle für Aufklärung über sexuelle Vielfalt, Körperbilder und Rechte. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.