Direkt zum Inhalt
Rom: Pride-Match gegen Diskriminierung im Fußball
ANZEIGE

Signal für Vielfalt im Sport Rom: Pride-Match gegen Diskriminierung im Fußball

mr - 29.05.2026 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Am 6. Juni 2026 findet im Trastevere Stadium in Rom ein besonderer „Pride Match“ statt, bei dem Fußballteams und Institutionen ein gemeinsames Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung im Sport setzen. Ziel des Turniers ist es, dem Stellenwert von Integration und Vielfalt im Fußball neue Sichtbarkeit zu verleihen und Gleichberechtigung für alle Geschlechter und Identitäten zu fördern.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Pride Match wird von Lupi Roma Outsport, Nazionale Giornalisti und Trastevere Calcio organisiert.
  • Unterstützt wird das Turnier von Roma Capitale, der Lega Nazionale Dilettanti, Roma Pride und weiteren Partnerinnen sowie Partnern.
  • Laut Outsport-Forschung verlassen viele junge Menschen den Fußball aufgrund von Diskriminierung wegen sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.
  • Die Veranstaltung ist Teil des internationalen Pride Month und kostenfrei für Besucherinnen und Besucher.

 

Fußball als Plattform für Inklusion

Das Pride Match in Rom ist Teil einer Kommunikationskampagne, die durch Roma Capitale unterstützt wird und gezielt auf die Herausforderungen von LGBTIQ+-Personen im Sport aufmerksam macht. Vorbild für das römische Turnier ist das gleichnamige Pride Match in Seattle, das erstmals Fußball als Raum für queere Sichtbarkeit im Rahmen einer FIFA-Weltmeisterschaft in den Fokus stellte. Die Organisatorinnen und Organisatoren setzen auf Kooperation mit lokalen und nationalen Institutionen wie dem italienischen Verband für Amateurfußball und gesellschaftlichem Engagement der Stadtverwaltung.

Die Lupi Roma Outsport sind eine auf Inklusion spezialisierte Sportvereinigung, die eng mit offiziellen Sportverbänden wie dem CONI und Initiativen wie Outsport zusammenarbeitet. Die jüngste Outsport-Studie zeigt, dass insbesondere im Fußball Strukturen und Dynamiken existieren, die Heteronormativität und Sexismus verstärken. Diese Faktoren führen dazu, dass professionelle männliche Fußballer extrem selten ihr Coming-out wagen.

„Die Förderung einer Kultur der Rechte gelingt auch über Bilder, die zeigen, wie LGBTQIA+-Personen den Sport erleben und gestalten“, betonte Marilena Grassadonia, Koordinatorin für LGBT+-Politik der Stadt Rom.

 

Programm und Beteiligte

Der Programmablauf beginnt um 16:30 Uhr mit Grußworten von Trastevere-Präsident Pier Luigi Betturri und Vertretern der Lega Nazionale Dilettanti. Es folgen Fußballpartien unter Beteiligung der Journalistennationalmannschaft, des Heimteams Trastevere und Lupi Roma Outsport. Neben den sportlichen Begegnungen erwarten die Besucherinnen und Besucher musikalische Beiträge, Publikumsspiele und Aktionen zur Sichtbarmachung von Vielfalt. Zu den geladenen Ehrengästen gehören Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri und die bekannte russische Musikerin Anna Koshkina.

Hintergrund für die Initiative bilden immer wiederkehrende Berichte über Diskriminierung, insbesondere verbale Angriffe und Ausgrenzung queerer Spielerinnen und Spieler. Mit dem Pride Match wollen die Veranstalterinnen ein positives Signal setzen und andere Städte zur Nachahmung anregen. Die offene Struktur und Einladung an die Öffentlichkeit gelten als bewusster Schritt zur Aktivierung aller Interessierten.

 

Ausblick und offene Fragen

Mit dem Pride Match in Trastevere wird der Anspruch gestellt, den Fußball als verbindendes Medium zu stärken und Diskriminierungen abzubauen. Ob das Beispiel Nachahmung in Italien und europaweit findet, dürfte auch davon abhängen, wieviel mediale, politische und gesellschaftliche Unterstützung ähnliche Projekte erfahren. Die Sichtbarkeit und Teilhabe queerer Menschen im Sport bleibt damit auf der Agenda.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

300.000 Dollar für LGBTIQ+

Seattle plant zusätzliche Hilfe

Seattle will 300.000 Dollar für LGBTIQ+-Vereine bereitstellen, die angesichts steigender Zahlen vertriebener trans* Menschen Unterstützung leisten.
Neue Sicherheitsregeln für ESC

Mindestalter steigt auf 18 Jahre

Für den Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien gelten neue Regeln zu Sicherheit, Live-Gesang und dem Mindestalter der Teilnehmer.
Zunahme Kindeswohlgefährdung

Queere Jugendliche gefährdet

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen steigt erneut. Für queere Jugendliche kann fehlende Akzeptanz im Elternhaus ein zusätzliches Risiko sein.
Abschiebung trotz Foltertrauma

Eilantrag in Bayern eingereicht

Ein schwuler Folterüberlebender soll nach Uganda abgeschoben werden. Eine queere Beratungsstelle versucht im Eilverfahren die Abschiebung zu stoppen.
SBBG in Frankreich

Geschlechtswechsel vereinfachen

Frankreichs Diskriminierungsministerin Aurore Bergé verspricht eine vereinfachte Änderung des Geschlechtseintrags – allerdings erst bis 2029.
Anschlagsgefahr bleibt hoch

Warnung von Innenminister Poseck

Hessens Innenminister Poseck sieht eine bleibend hohe Anschlagsgefahr sowie eine wachsende Bedrohung durch Extremismus und hybride Angriffe.
CSD-Anschlag in Berlin

Verfahren offiziell eingestellt

Die Bundesanwaltschaft beendet die Ermittlungen gegen den getöteten mutmaßlichen CSD-Attentäter Ballout, untersucht aber weiter mögliche Mitwisser.
Fußballer oben ohne

Trikot aus, Freude an

Englands Ex-Fußballprofi Ian Wright will die Gelbe Karte für das Ausziehen des Trikots nach Toren abschaffen. Schwule Fans würde es sehr freuen.
Überraschung im Badehaus

92-Jähriger unter schwulen Jungs

Eine Story geht viral: Ein US-Badehaus-Mitarbeiter erzählte auf TikTok von einem 92-jährigen Gast, für den junge Twinks in der Sauna Schlange standen.