Direkt zum Inhalt
Showdown in Ungarn

Showdown in Ungarn Eskaliert die Situation beim verbotenen Pride in Pécs?

ms - 01.10.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Anfang September sprachen die ungarischen Behörden bereits ein Verbot des Prides in Pécs aus, nun hat die Stadtpolizei die Maßnahme ebenso bestätigt und kündigte ein hartes Vorgehen an. Die CSD-Veranstalter wollen am kommenden Samstag trotzdem in der historischen Stadt im Süden Ungarns für LGBTIQ+-Rechte demonstrieren. Mehrere internationale queere Verbände haben inzwischen ihre Unterstützung zugesagt. 

Hoffnung auf Zusammenhalt der Community

Die Hoffnungen sind groß, dass ähnlich wie beim Verbot der Pride-Parade in Budapest im Juni dieses Jahres zehntausende Menschen sich nun auch in Pécs dem strikten Kurs der Regierung widersetzen werden. Seit April dieses Jahres sind in Ungarn Pride-Paraden und CSDs in der Öffentlichkeit landesweit verboten. Begründet wurde die Entscheidung mit dem Schutz der Kinder, eingebettet ist das Verbot in das bereits seit 2021 geltende Anti-Homosexuellen-Gesetz, das jedwede öffentliche Darstellung von Homosexualität in Ungarn untersagt. Aktuell beschäftigt sich der EU-Gerichtshof damit

Die Stadtpolizei der 140.000 Einwohner großen Stadt nahe der kroatischen Grenze hat sich in ihrer Rechtfertigung nun auch auf jene Verfassungsänderung berufen und sprach davon, dass ein CSD „schädlich“ für Minderjährige sei. Teilnehmer der Pride-Parade in Pécs am 4. Oktober erwartet eine biometrische Personenerfassung und ein Bußgeld von 500 Euro. 

Unterstützung von queeren Vereinen

Organisiert wird der CSD vom Verein Diverse Youth Network, der online erklärte: „Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen!“. Rechtliche Unterstützung kommt von zahlreichen queeren Vereinen sowie Menschenrechtsverbänden, darunter Amnesty International, die Organisation Hatter sowie Forbidden Colours. Zusammen wurde Berufung gegen das Verbot beim Obersten Gerichtshof in Ungarn eingelegt. Man sei bereits, den Fall im Eilverfahren auch vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen. 

Eine Pride zu kriminalisieren, bedeute, die „europäische Staatsbürgerschaft selbst zu leugnen“. Es sei ein weiterer „giftiger Präzedenzfall“, so die CSD-Verantwortlichen. Die Europäische Union mache sich dabei zum Komplizen, wenn sie weiter schweigt, wie auch Direktor Rémy Bonny betonte, der am Samstag vor Ort sein wird: „Die ungarischen Behörden haben die Pécs Pride verboten, um jede Versammlung zu kriminalisieren, die ´Homosexualität oder Geschlechtervielfalt darstellt oder fördert´. Den Organisatoren droht eine Freiheitsstrafe, die Teilnehmer riskieren Überwachung und Geldstrafen, und die Europäische Kommission zögert immer noch, zu handeln. Wir können nicht zulassen, dass Orbán entscheidet, wo Demokratie gilt und wo nicht. Wenn wir hier nachgeben, geben wir die europäische Demokratie insgesamt auf.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Anhörung im Fall Uganda

Sitzung im kanadischen Parlament

Homosexuelle aus Uganda haben sich in einer Anhörung an Kanada gewandt und erhoffen sich mehr Schutz für Schwule und Lesben.
Japan prüft Öffnung der Ehe

Beratungen des Obersten Gerichts

Seit Jahren wird in Japan über die Einführung der Ehe für alle gestritten, nun hat sich endlich das Oberste Gericht der Sache angenommen.
Neues Verbot in Frankreich

Jugendliche und Social-Media

Frankreichs Senat stimmte für ein Social-Media-Verbot einiger Plattformen für Jugendliche. Ungewiss ist, ob das Gesetz nicht gegen EU-Recht verstößt.
25 Jahre Ehe für alle

Niederlande feiert Jubiläum

Heute vor 25 Jahre führten die Niederlande als erstes Land weltweit die gleichgeschlechtliche Ehe ein, ein Meilenstein für die Community.
Fataler Rückschlag im Senegal

Neues Hass-Gesetz tritt in Kraft

Internationaler Druck und eine Petition haben nichts gebracht: Senegals Präsident hat das verschräfte Anti-Homosexuellen-Gesetz unterzeichnet.
Entscheidung des Supreme Court

Zuspruch zu Konversionstherapien

Herber Rückschlag in den USA: Der Supreme Court hat ein Verbot von Konversionstherapien für nichtig erklärt. Queere Verbände sind geschockt.
Transgender Day Of Visibility

Steigende Hasskriminalität besorgt

Der alljährliche Transgender Day of Visibility am 31. März steht in diesem Jahr im Zeichen wachsender Besorgnis und steigender Hasskriminalität.
Engagement von Olly Alexander

Einsatz für Menschen mit HIV

Popsänger und Schauspieler Olly Alexander ist neuer Schirmherr einer der wichtigsten HIV-Organisationen in Großbritannien.
Bavarian Mr. Fetish 2026

Neue Wahl im Freistaat

Der Freistaat hat einen neuen Bavarian Mr. Fetish 2026, der nun ein Jahr lang die Belange der Fetisch-Community in Bayern vertreten wird.