Serienmorde an Schwulen Neue Ermittlungsansätze und Fahndung nach Serienkiller "Doodler"
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach einer Serie von Morden an schwulen Männern hat die Polizei von San Francisco ihre Fahndung nach dem sogenannten „The Doodler“ erneut intensiviert. Um neue Hinweise zu erhalten, setzen die Ermittler eine Belohnung von 250.000 US-Dollar für Informationen aus, die zur Identifizierung des Täters führen.
Das Wichtigste im Überblick
- Polizei in San Francisco erneuert Fahndung nach dem sogenannten „Doodler“
- Ermittler gehen von sechs Morden an schwulen Männern zwischen 1974 und 1975 aus
- Für Hinweise wurde eine Belohnung von 250.000 US-Dollar ausgesetzt
- Ein möglicher Tatverdächtiger soll noch leben und in der Bay Area wohnen
- Das FBI unterstützt die laufenden Ermittlungen
Mord an sechs schwulen Männern
Nach Angaben der Polizei soll der mutmaßliche Serienmörder zwischen Januar 1974 und Juni 1975 insgesamt sechs schwule Männer getötet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Opfer gezielt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgewählt wurden. Demnach trafen alle Männer den Verdächtigen kurz vor ihrem Tod für ein Date. Die Taten ereigneten sich an abgelegenen Orten entlang der Küste. Vier Leichen wurden im Bereich von Ocean Beach entdeckt. Ein weiteres Opfer wurde im Golden Gate Park gefunden. Bei den Opfern handelt es sich um den 49-jährigen Gerald Cavanaugh, den 27-jährigen Drag- und Comedy-Künstler Joseph „Jae“ Stevens, den 31-jährigen Klaus Achim Christmann, den 52-jährigen Anwalt Warren Andrews, den 32-jährigen Krankenpfleger Frederick Elmer Capin sowie den 66-jährigen Harald Gullberg.
In Bars und Restaurants verführt
Seinen Spitznamen erhielt der Täter laut Polizei durch die Aussage eines Überlebenden. Dieser berichtete, der Verdächtige habe sich als Cartoonzeichner vorgestellt und während eines Gesprächs in einem nächtlichen Restaurant Skizzen angefertigt. Daher wurde er später als „The Doodler“ bekannt, frei übersetzt „der Kritzler“ oder „der Zeichner“. Den Ermittlungen zufolge suchte der Mann häufig Bars und Restaurants auf, die nach Mitternacht geöffnet hatten. Dort soll er Kontakt zu Männern aufgenommen, sie gezeichnet und anschließend an abgelegene Orte gelockt haben, wo die Angriffe stattfanden.
Der Verdächtige wurde damals als glatt rasierter Afroamerikaner beschrieben. Er soll etwa 1,80 Meter groß gewesen und sich zur Tatzeit in seinen frühen Zwanzigern befunden haben. Heute wäre er demnach Mitte 70. Nach Angaben der Polizei wurde inzwischen eine Person von besonderem Interesse identifiziert. Diese Person lebe noch und wohne weiterhin in der Bay Area rund um San Francisco. Zudem arbeiten die Ermittler nach eigenen Angaben mit dem FBI zusammen, um die Tötungsdelikte mit ähnlichen Fällen in anderen Teilen der USA zu vergleichen. Die Behörden hoffen, dass moderne Ermittlungsansätze und neue Hinweise aus der Bevölkerung dabei helfen können, einen der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle der Stadt doch noch aufzuklären.