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Schwuler Sex in der U-Bahn Der letzte Waggon wird in Mexiko-Stadt zum Hotspot für schwule Abenteuer

Von ms - 08.02.2025 - 17:45 Uhr
Schwuler Sex in der U-Bahn
Foto: iStock / LIVINUS
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Mexiko-Stadt gilt seit langer Zeit als Ort der Extreme – viel Gewalt, Drogenkriminalität und Hassverbrechen gerade auch gegen Homosexuelle. Nun zeigt sich die Millionen-Metropole von einer etwas anderen Seite: Ein Journalistenteam des Magazins The Nation hat Details zu schwulen Non-Stop-Sexpartys veröffentlicht, die offenbar täglich in den städtischen U-Bahn-Zügen stattfinden. 

Seit 50 Jahren Cruising in der U-Bahn

Bisher von der breiten Öffentlichkeit wohl nicht weiter beachtet oder schlicht unerkannt, sollen sich bereits seit den 1970er Jahren die U-Bahnen der Stadt als Cruising-Hotspots etabliert haben. Erstmals dokumentiert wurde dies vom Historiker Alonso Hernández Victoria, der festhielt, dass die U-Bahn-Wagen von Schwulen für Sex, Romanzen und andere Begegnungen“ genutzt wurden. Seit der Jahrtausendwende finde in der U-Bahn „während der Betriebszeiten fast ständig öffentlicher Sex zwischen Männern“ statt, so Redakteur A. W. Strouse von The Nation. Treffpunkt dabei ist stets der „último vagón“, der letzte Wagen. 

Das Redaktionsteam um Strouse ging der Sache nach und in der Tat scheint schwuler Sex in Mexikos U-Bahnen an der Tagesordnung zu sein: „Ich sah beispielsweise, wie ein älterer Mann einen jungen Mann anal masturbierte, während er weiter auf sein Telefon starrte und dabei gelegentlich kicherte. Meinen Mitfahrern konnte unmöglich entgangen sein, was die beiden Männer taten, aber sie ignorierten die Episode völlig.“ 

Verkehr während den Hauptverkehrszeiten

In der Folge interviewte das Redaktionsteam zahlreiche junge schwule Männer, die von sich selbst sagen, „último vagón-Experten“ zu sein. Die Männer bestätigten, dass alle 12 U-Bahn-Linien inzwischen als Cruising-Hotspots genutzt werden, während den Hauptverkehrszeiten gibt´s auch anderweitig den meisten Verkehr. Das hat mitunter einen sehr banalen Grund: Die Fahrt in der U-Bahn kostet umgerechnet etwa 23 Cent und ist damit deutlich preiswerter als ein Eintritt in einen Gay-Club der Stadt. 

Community-Treffpunkt U-Bahn

Inzwischen ist der letzte Wagen einer U-Bahn auch ein gewisser Zufluchtsort für schwule und bisexuelle Männer, gerade auch für solche, die dem mexikanischen Bild vom „echten Machokerl“ entfliehen wollen. Ein junger schwuler Mann erklärte dabei: „Der letzte Wagen hat mir dabei geholfen, mich als schwul zu outen. Das war wunderbar, nicht nur sexuell, sondern auch, weil ich viele schwule Männer sah, die miteinander sprachen, flirteten und lachten.“ Der rollende Wagen wird so auch zum Community-Treffpunkt.  

Besonders amüsant: Inzwischen haben sich einzelne U-Bahn-Linien wohl auch weiter fetischisiert, je nach Geschmack, gehen Männer lieber in die eine oder andere Bahn. In einigen letzten U-Bahn-Wagen gibt es schnellen, einfachen Spaß, in anderen ist der Umgang deutlich rauer. Wieder andere suchen dort nach Romantik und der wahren Liebe. Fast alle Befragten gaben zudem an, dass sie sich im „último vagón“ deutlich sicherer beim Sex fühlen als an allen anderen schwulen Treffpunkten.  

Die Zukunft der „letzten Wagen“

Ob die besondere Cruising-Kultur im Mexiko-Stadt weiter erhalten bleibt, ist indes fraglich. Zwar hat die Menschenrechtskommission der Stadt Homosexuellen offiziell erlaubt, in der Öffentlichkeit Sex zu haben, doch trotzdem mehren sich die Fälle, in denen von Bestechungsgeldern die Rede ist, die Schwule an kontrollierende Polizeibeamte zahlen mussten. Erste provisorische Schilder in den U-Bahn-Wagen warnen inzwischen davor, hier sexuelle Handlungen vorzunehmen – die meisten schwulen Männer lassen sich davon bisher aber noch nicht beeindrucken.  

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